Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 74 (18.9.1890)
- Date
- 1890-09-18
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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im gelangte die Summe von 15000 M. zur Vertheilung. Davon waren bestimmt: 5OO Mark für die israelitische Wittwcn- und Waisen-Unterstützungskasse zu Coblenz. M. S ul mann. Nieder-Wöllstndt, ^2. August. Der Versuch, auch in unserer Gemeinde antisemitische Hetzereien zu insceniren, ist an der kräftigen Initiative unseres Bürgermeisters Herrn Weith und an der Elnmütbigkeit, mit welcher die ganze Gemeinde, mit verschwindenden Ausnahmen dagegen Front machte, gescheitert. Die Kommission nämlich, welcher der Auftrag geworden, die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr am hiesigen Platze vorzubereiten, hatte lnkt 4 gegen 3 Stimmen beschlossen, daß in den Statutenentwurf ein Paragraph aufgenommen werden solle, demzufolge Juden von der Mitgliedschaft ausgeschlossen seien. Die Kommission strich in Folge des laut gewordenen allgemeinen Unwillens nachträglich den Passus, und in der allgemeinen Versammlung, welche über die Statuten zu befinden hatte, nahm der Bürgermeister, Herr Weith, Veranlassung, zuerst einen Israeliten zur Anmeldeunterschrift auszufordern; er wollte speziell damit seinen Standpunkt in der Frage präcisiren. Gersheirn, 31. August. An der alten Glan-Straße, in der nahegelcgenen, ehemaligen N e u m ü h l e befindet sich eine ganz interessante, eigenartige Industrie, meines Wissens einzig in ihrer Art in ganz Bayern. Herr Dreifuß aus Steinbach am Glan hat in derselben eine Diamantschleiferei eingerichtet, die jetzt schon etwa dreißig Arbeitern lohnende Beschäftigung bietet. Hier kann man den Diamanten, d. h. im rohen Zustande, sehen, sowie auch in seiner Pracht und Herrlichkeit, nachdem er den nöthigen „Schliff" erhalten. Dieser erfolgt auf kreisenden, mit Diamantenstaub bestreuten Scheiben, deren Drehung um sich selbst eine so rasche (etwa30OO Mal in der Minute!) ist, daß sie stille zu stehen scheinen! Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wie», 10. August. Baron Königswarter spendete 10,000 Gulden für die Ueberschwemmten. Prag. Es scheint, als ob die Katastrophe, von der unsere altchrwürdige Stadt heimgesucht wurde, nicht nur die berühmte Karlsbrücke, sondern auch den religiösen Sinn gewisser Leute zerstört hat. Auf Letzteres läßt sich aus der Thatsache schließen, daß der jüdische Buchhändler Herr Samuel W. Paschel es, dessen Kundenkreis bis allher doch nur im Judentyum zu suchen war, am Sabbat vor Rösch Haschonoh sein Geschäft den ganzen Tag über offen hielt, darin flott verkaufte und von seiner Gattin und einem jüdischen Commis mit besonderer Emsigkeit in allen zum Verkaufe, zur Verpackung und Versendung nöthigen Handarbeiten unterstützt worden ist. Der „Verleger", Herr Samuel W. Pascheles, möchte wahrscheinlich am allerliebsten den Sabbat auf den Sonntag „verlegen." n j c t g e rr. Für den folgenden Theil ist die Redactiou nicht verantwortlich. 5,s Die KilderMllren-Flllirik v„n Lasearnm Posen Wwein Frankfurt a. M. empfiehlt ihre künstlerisch allsgestatteten isr. Cultusgegenstände: K* Chajim, Tass, Kronen, diuniikahlampeu, Besomfmbüelisen, Sederegen»tiinde, Pokale, Weinhampen ete. etc. und versendet Muster- Hefte nebst Preis-Courante gratis und franco. Verkaufs - Lokalitäten: Frankfurt a. 11., Berlin W., Zeil 46a., im „Hessischen Palais“. Franzos. Strasse 49, im „Faberhause“ ÄttwAaiHvttwiWo'ja? Entöltes Maisproduct. Zu Flammry’s, Puddings, Sandtorten z. Verdickung von Suppen, Saucen, Cacao vortreftl. Ueberall vorräthig flÄet einer isr. Familie auf dem Lande 'V' (Hessen) wird eine nervenschw. oder ältere Person,, oder auch eine Dame, die einige Zeit zurückgezogen leben will, in beste Pflege genommen. Längs. Erfahrung. Ref. ertheilt gefall. Herr Oskar Lehmann in Mainz. Offerten unter Nr. 4544 an die Exp. dss. Bl. erbeten. p-L» m? Ii^tnhnlcnlitiffit Dos ladt 5651 enthält anper einem ausführlichen Kalendarium die Messen und Märkte, so das Gebet, das aus der Reise gebetet wird: .■pin rtan Joh Wirth'sche Hofbuchdruckerei, Mainz. Joh Wirth'sche Hofbuchdruckerei, Main;