Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 74 (18.9.1890)
- Date
- 1890-09-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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"r ■?**%&*? i( h#bj». öacüh&tiaiU-y\ rrxi. Jahrgang. ss!ü^ffuBT m*>^ JV? 74* Israelit ««*, Ieschurun. leitfdicift jut Fördems W. Gelltrs unD jöö. ftHtns in ZM, Gmeillde nnD Kchulk. Kenlrak-Hrgan für das orthodoxe Zudentßum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 18 September 5651 (1890). Da mit dem 1. Oktober 1890 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitender Artikel. Kehre zurück, Israel! Von Rabbiner vr. Mannheimer, Lauenburg i. P. „Kehre zurück, Israel", so schallt es uns entgegen, wenn alljährlich die ernsten Bußtage wiederkehren, „kehre zurück zu deinem Gotte", so rufet eine Stimme mahnend uns zu, wenn finstere Wolken über Israels Häuptern sich zusammenballen, wenn Wunden, die längst vernarbt, von Neuem zu bluten beginnen, wenn entschwundene trübe Tage zurückkehren, Haß und Verfolgung wieder erstehen, Giftkräuter, die längst ausgejähtet schienen, von Neuem emporwuchern auf dem Boden, wo einst liebliche Blumen geblüht. Wo ist Rettung, wo ist Zuflucht dem armen umhergetriebenen Volke? Nur Eine Rettung gibt es, nur Eine Hoffnung strahlt: „Kehre zurück, Israel, zu deinem Gotte, den du verlassen, zu Ihm blicke vertrauend empor. Er, der Israel auf seinen Fittigen durch die Jahrtausende der Geschichte getragen, der mit sichtbarer Allmacht Seines Volkes Gegner niedergeschmettert, Er wird es wiederum aufnehmen in Seinen Schutz, wenn es zu Ihm zurückkehrt. Worin aber besteht diese Rückkehr? ^ot&" ratty TpV« 'n ny. Kehre zurück, Israel, bis zu deinem Gotte, denn jetzt ist die Zeit, wo nicht nur du Ihm dich nahen kannst, jetzt kommt auch Er dir entgegen, nur hin bis zu den Pforten Seiner Gnade wende dich, geöffnet sind die Thore des Himmels deinem reuigen Herzen, o laß' sie llicht verstreichen, diese heilige Zeit, tritt hin zum Ewigen, komme Ihm entgegen. Denn das Wesen der wahren Buße hat Gott selbst einst am Schilfmeere bezeichnet, als Israel, im Rücken verfolgt von feindlicher Macht, vor sich die schäumenden Fluthen des Meeres erblickte, als es in seiner Bedrängniß keinen Ausweg fand, als die einen riefen*): „Wir wollen nach Egypten zurückkehren." Da rief Gott zu Mose: na von btoty* ya -an Hu pyyn. „Warum schreist du zu Mir, sprich zu den Kindern Israels, sie sollen nur ziehen." Sollte Gott etwa dem Volke zuvorkommen? Nein, zuerst mußte Israel hineinfteigen in die Wogen, zuerst sollte es zeigen, ob es im vollen Vertrauen auf Gott und Seine göttliche Rettung es vermag, muthig hineinzuschretten, dann erst konnte die wunderbare Rettung vom Himmel ihnen gesandt werden, und die Wellen spalteten sich, sobald der Fuß sie berührte. Wollen wir Menschen etwa den Ewigen versuchen, indem wir ausrufen: „Wenn Gott mir Hab und Gut verleihet, dann will ich gern Ihm dienen, dann will ich den Sabbat Ihm weihen und jede Werkthätigkeit einstellen?" O, thörichte Menschenkinder, die da glauben, der Allmächtige komme den Sterblichen zuvor, wenn sie zu feige selber sind, ihr Geschick in Seine Hände zu legen. Versucht es einmal, kehret zu Ihm zurück, -pj^>N 'n -iy, ihr braucht euch Ihm ja nur zu nähern und Er wird euch segnend aufuehmen und was ihr Ihm geopfert, doppelt Euch zurückerftatten. In jenem schönen Traumbilde, das einstens Gott unserem Stammvater Jakob an der Grenze seiner Heimath gezeigt, als er int Begriffe stand, hinauszugehen in eine fremde Welt, ist diese Wahrheit laut ausgesprochen. Er sah die Himmelsleiter, an der die Engel Gottes auf- und niederstiegen, □mv T'nw rhnn o’!?iy bemerkt Raschi hinzu. Es müßte doch heißen: Sie stiegen nieder und auf, da doch die Engel im Himmel weilen und zuerst niederfteigen müßten? Aber gerade in diesem Bilde liegt ein herrliches Symbol, wie die Verbindung ') n’jyrn 3"d ’D^rv.