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Der Israelit · 1890-09-11 · Heft 72-73 (11.9.1890) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 72-73 (11.9.1890)
Date
1890-09-11
Page
– (sequence 26)
Language
German
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1346 tung verwoben, welche den Sieg des einen-einzigen Gottes über die Götzen und der Tugend über die Bosheit feiert, vor allem aber die Gerechtigkeit Gottes und die unbedingte Ergebung in Gottes Schickung und das unerschütterliche Gottvertrauen verherrlicht. — Die Uebersetzung ist auf Grund der in der Wiener kaiserlichen Hofbibliothek befindlichen persischen Handschrift und der zu Teheran erschienenen Lithographie erfolgt und verdient volle Anerkennung wegen der fast durchweg korrekten Sprache, welche das orientalische Kolorit glücklich wiederspiegelt. Einige Verse seien hier als Probe mitgetheilt: Werth des Schweigens. Was, ungesprochen ein Demant, ein echter, Ist, ausgesprochen oft als Kehricht schlechter! Des ungesproch'nen Wortes König bist du, Dem ausgesproch'nen unterthänig bist du, Und, ausgesprochen über's Haupt dir fliegt, Was, ungesprochen dir zn Füßen liegt. Wie sprach doch jener Magiergreis so wahr: „Selbst Thieren bringt Geschwätzigkeit Gefahr, Denn, zwitscherte der Vogel minder schön — Kein Menschenohr verlockte sein Getön, Kein Vogler mühte sich, ihn wegzufangen, Nicht lebenslang im Käfig müßt er bangen." Herr von Treitschke und das ganze Deutschland von Paul Nerrlich, Berlin. Rosenbaum und Hart 1890. Der alte Wolfgang Wenzel litt bekanntlich an der Manie, die Vertreter der deutschen Literatur, welche mit der Bezeichnung „das junge Deutschland" belegt zu werden pflegen, für Franzosen und Juden zu halten, weil Börne und Heine getaufte Juden waren. Sein würdiger Nachfolger Heinrich von Treitschke wärmt den alten Wenzel'schen Kohl auf's Neue auf und will der Welt glauben machen, daß die bösen, bösen Juden alles literarische Unheil über die Welt im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen gebracht. Börne und Heine, Eduard Gans und die Rahel und — wie er in diese Gesellschaft geräth, weiß kein Mensch außer Herr Treitschke — der Buchhändler Löwenthal, diese fünf Juden haben die ganze Welt und ganz besonders die Deutschen vergiftet. Die armen biederen Deutschen, welche „arglos für deutsche Aufklärung und deutschen Freisinn hielten, was in Wahrheit jüdischer Chriftenhaß und jüdisches Weltbürgerthum war!" Also zu lesen in des Herrn Profeffor Heinrich von Treitschke deutscher Geschichte im neunzehnten Jahrhundert, weniger originell, da er meistentheils Wenzels erhabenen Spuren folgt, weniger genau, da er sehr häufig zur besseren Erhärtung falsch citirt, weniger wahr, weil Börne, Heine, Nahel uud Gans vom Judenthum kaum etwas wußten, in ihrem Denken und Fühlen aber ganz außerhalb der Sphäre des Judenthums standen, als ergötzlich und erbaulich für die Herren Antisemiten, die Herren Böckel, Stöcker und Genossen. Paul Nerrlich verdirbt diesen Biedermännern in der vorliegenden, geistvollen Schrift leider den ganzen Spatz. Er tritt den Beweis an, a) daß Herr von Treitschke „der konfuseste Kopf ist, b) daß in seinem Werke sich eine große Unwissenheit, und e) eine nicht geringere Oberflächlichkeit offenbart. Man wird zugeben müssen, daß dieser Beweis vollkommen gelungen ist und Herr von Treitschke die Legende von seiner eigenen Autorität selbst gründlich zerstört hat. Mit Recht macht Herr Nerrlich darauf aufmerksam, daß, was Treitschke an Börne und Heine zu tadeln findet, nichts anders sei, als was in Friedrich dem Großen, Schiller, Göthe, Humboldt, Lessing, Herder u. A. dann ebenfalls verwerflich sei, und daß Börne und Heine wahrhafte deutsche Patrioten gewesen, daß Börne das Zeitalter eines Fürsten Bismarck vorbereitet und Heine in genialer Anschauung das ausgesprochen hat, was nach ihm die Gelehrten in mühevoller Arbeit^ zu bestätigen und zu beweisen suchten." — Die treffliche Schrift verdient die weiteste Verbreitung. Der jüdische Mythos. Eine Studie von Alexander Wald, Preßburg. Rudolf-Drodtleff. Zur Empfehlung trägt diese Broschüre die Bemerkung an der Stirn: „Die erste Auflage wurde in Oesterreich confiszirt." Es verlohnte sich unseres Erachtens kaum der Mühe der Beschlagnahme. Seichtes, sinnloses Geschwätz, das ebensowohl gegen das Judenthum wie das Christenthum gerichtet ist. Des Pudels Kern ist der tiefsinnige Gedanke: „Die Berechtigung der Sozialdemokratie sowohl, als auch der Judengegnerschaft kann nicht in Zweifel gezogen werden. -Diesen beiden dürfte'sich binnen Kurzem noch eine dritte zugesellen: die Partei des geistigen Proletariats!" Wahrscheinlich fühlt Herr Wald sich als Oberhaupt dieser „dritten" Partei; seine Befähigung dafür hat er durch diese Schrift glänzend dokumentirt. A tt f l ö s »» « g des Hebr. Stern-Räthsels in der Belletr. Beilage zu Nr. 68. 1. Der Satz beginnt mit der Silbe D au der untersten Spitze des Sternes. 2. Durch das Auszählen der je sechsten Silbe entstehen die Wörter des Satzes. 3. Der Satz heißt: nN nupyt> Dtny ny u’jah n&urn wrbn '"6 nnnoin .-nNin rmnn nm bi „Das Verborgene ist des Ewigen unseres Gottes, aber das Offenbare ist unser und unserer Kinder bis ans ewig, all' die Worte dieser Lehre auszuüben." Unter den Einsendern von richtigen Lösungen wurde geloost uitd erhielt die Gewinnerin: Fräulein Emma Strauß in Karlsruhe, den Preis, nämlich: Einen Band: „Ans Vergangenheit und Gegenwart," Jüdische Erzählungen von Dr. M. Lehmann, heute zugeschickt. Um nun auch den anderen geehrten Abouiteuten, welche richtige Auflösungen eingesandt haben, entgegenzukommen, geben wir denselben auf Wunsch obiges Werk zu ermäßigtem Preis, und zwar zu Mk. 1.50 pro Exemplar, ab. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition deS „Israelit" und „Jcschurun," Cchottstraße Nr.2, Mainz. Druck und Verlag der Ioh. Wirth'schen Hofbnchdruckcrei-Acticil-Gesellschaft in Mainz.

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