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Der Israelit · 1890-09-08 · Heft 71 (8.9.1890) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 71 (8.9.1890)
Date
1890-09-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1313 Die Maßregeln, die die Erlernung eines Handwerks sowohl den Mädchen wie den Knaben nach Absolvirung der Schule erleichtern und ermöglichen sollen, sind von der israel. Bevölkerung mit großem Eifer ausgenommen worden; sie hängen daran wie an den Elementarschulen. Das Werk wird auch ferner gefördert und gebessert werden, in so weit es die Mittel der Gesellschaft irgend gestatten. (Fortsetzung folgt.) Afrika. Alexandrien, 24. August. Aus Arabien liegen heute traurige Nachrichten vor. In Mekka, der heiligsten Stadt des Islam, ist bekanntlich die Cholera ausgebrochen und rafft dort täglich Dutzende von Menschen weg. In Folge dessen haben auch schon viele Beduincnstämme, die bisher in der Umgegend dieser Stadt nomadisirten, die Flucht ergriffen und sich nach dem Süden der arabischen Halbinsel, zumal nach dem Minen, wo auch Hunderttausende von Israeliten wohnen, gewendet. In den jüdischen Gemeinden dieser Provinz herrscht daher eine große Panik, da man fürchtet, daß die aus dem Norden kommenden Horden die Krankheit daselbst einschleppen werden. In Sana, der Hauptstadt Nemens, hat auch schon der Mari El-Azim (Großrabbiner), Chacham Suleiman Al-Karah Gebete wider die drohende Gefahr ungeordnet, die nun Früh und Abends recitirt werden müssen. In anderen Gemeinden des Landes begeben sich täglich zahlreiche Andächtige auf den Friedhof, um daselbst auf den Gräbern frommer und berühmter Rabbiner irty p* oro zu beten. In Mekka selbst, wie überhaupt in ganz Nordarabien, dürfen weder Juden noch Christen wohnen, nur in der Hafenstadt Dscheddah ließen sich einige europäische und auch jüd. Kanfleute nieder. Hoffen wir, daß die Gefahr diesmal ohne Folgen für unsere zahlreichen Glaubensbrüder im Aemen sein wird V2 by vbm b'i an*®' n'nb\y 'Ni nbtd -jT spn notn (]D7) p’ro □■aicrn irn« Nach einer nahezu viermonatlichen Unterbrechung hat die arabische Zeitung „Al-Hakikah" wieder zu erscheinen begonnen, nachdem ihr die egyptische Regierung die Erlaubniß ertheilt hat, auch pol. Nachrichten und Telegramme zu bringen. Es ist dies ein wichtiges Ereigniß für unsere in den arabischen Ländern Asiens und Afrikas lebenden zahlreichen Glaubcnsbrüder, da sie hierdurch ein Organ zur Verfügung haben, durch das sie zu ihren Mitbürgern und auch zu ihren Fürsten und deren Ministern sprechen können. Das Blatt erscheint vorläufig dreimal in der Woche und bringt die verschiedensten politischen, commerciellen und literarischen Nachrichten aus allen Weltgegenden, zumal aus den Ländern des Islam. Feuilleton. Eine fceftmwfe Melodie. Eine Erzählung von B. Hause. (Fortsetzung.) „Sollte Elisen's Herz nicht mehr frei sein? Diese Frage tauchte zuweilen in Max Kirschner auf und beunruhigte ihn nicht wenig. So ernstlich er dieselbe aber auch oft in Erwägung zog, so unerfindlich war es ihm, wem sie ihre Gunst zugewendet haben könne, zudem sie ja noch so jung war und stets unter der Obhut ihrer Eltern gelebt hatte. Eine derartige Muthmaßung schien ihm schließlich auch so unbegründet, daß er es für thöricht hielt, ihr noch ferner Raum zu geben. Da begegnete ihm eines Tages auf einem Spaziergange, den er gemeinschaftlich mit einem Freunde machte, Meseritzcr. Er kannte denselben nicht, aber der Freund und Meseritzer kannten und grüßten sich gegenseitig. „Wer ist dieser Herr?" fragte Kirschner seinen Freund, als Meseritzer einige Schritte weit vorüber war. „Das ist Herr Meseritzer, der Secretär unserer Chewra, ein feingebildeter und kenntnißreicher Mann", antwortete der Freund. „Meseritzer! Meseritzcr!" wiederholte Kirschner mehrmals. „Der Name ist mir so bekannt. Gibt er nicht auch Privatunterricht?" „Ja wohl!" erwiederte Jener. „Er hat auch dem Fräulein Carlisle anderthalb Jahre Unterricht ertheilt. Er ist ein vorzüglicher Sänger und ausgezeichneter Clavierspieler; ich glaube, daß Fräulein Carlisle ihm ihre Fertigkeit im Clavierspiele und im Singen meistenthcils zu danken hat. Ein sehr schöner Mann! Nicht wahr?" Kirschner nickte bejahend. Das Blut war ihm zu Kopfe gestiegen. Er cntsann sich jetzt, daß Carlisle diesen Namen mehreremal bei ihm genannt hatte. Es schien ihm, als habe er jetzt plötzlich die Lösung des Räthsels gefunden, das ihn schon so lange beschäftigt und beunruhigt hatte. „Ein so schöner, junger Mann," dachte er, „der, wie ich nun schon mehrseitig vernommen habe, auch noch andere lobenswerthe Eigenschaften in sich vereinigt, ist wohl im Stande, einem jungen Mädchen das Herz warm zu machen, das wird auch Elise empfunden haben." Er wurde innerlich sehr verstimmt, ohne daß indessen der ihn begleitende Freund etwas davon bemerken konnte. Max Kirschner war ein viel zu gewandter Gesellschafter und diplomatisch-beanlagter

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