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Der Israelit · 1890-09-04 · Heft 70 (4.9.1890) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 70 (4.9.1890)
Date
1890-09-04
Page
– (sequence 19)
Language
German
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1305 Gegenstandes angemessenen Debatte bekundet sich eine allgemeine Ueberemstimmung in Bezug auf die Wichtigkeit des Unterrichts in der jüdischen Geschichte; über die vorgeschlagene Methode gehen die Meinungen jedoch auseinander. Unter allseitiger Zustimmung werden folgende Thesen angenommen: 1) Es ist unerläßlich, daß auch in der einklassigen Volks- und Religionsschule Unterricht in der nachbiblischen jüdischen Geschichte ertheilt werde. 2) Es ist zulässig und auch oortheilhaft in der Volksschule die jüdische Geschichte an den Unterricht in der Weltgeschichte anzuschließen. 3) Auch in der Religionsschule, wo ein Anschluß an den Unterricht in der Weltgeschichte ausgeschlossen ist, empfiehlt es sich, die jüdische Geschichte wie in der Volksschule in abgeschlossenen Zeit- und Lebensbildern vorzuführen. In den freien Besprechungen spricht sich Herr Seminardirektor Dr. Krön er über Werth und Nutzen von Lehrproben gelegentlich der Konferenzen aus. Die Versammlung stimmt den Ausführungen, welche ein warmes Interesse für die Lehrerkonferenzen und ihre Bestrebungen bekunden, wohl zu, weist aber auf die Schwierigkeiten hin, die sich der Ausführung der Vorschläge des Herrn Dr. Krön er entgegenstellen dürften. Die Versammlung bestimmt für die nächste Jahresversammlung den 1. und 2. Pfingsttag und Hannover wieder als Versammlungsort. Vorträge übernehmen die Herren Speyer- Hannover und K u ttner-Lemförde. Denselben wird anheimgegeben, das Thema ihres Vortrages drei Monate vor der Versammlung dem Vorsitzenden mitzutheilen. Sksdk «nir Iani>. Aus Oberschlesien. In verschiedenen Städten Oberschiesiens ist eine Umwandlung der bestehenden Simultanschulen in Konfessionsschulen in Anregung gebracht worden. Diese Frage ist bereits früher in Myslowitz zur Erörterung gelangt, ohne daß die Umwandlung zu Stande kam; in letzter Zeit sind Anträge auf Umwandlung der Simultanschulen in Groß-Strehlitz und Gleiwitz gestellt worden. In letzterem Orte haben sich die städtischen Körperschaften gegen diese Anträge, in ersterem für dieselben erklärt. Die Regierung zu Oppeln hat, nach der „Schles. Ztg.", in Ueberemstimmung mit diesen Beschlüssen die Aufhebung der Simultanschulen in Groß-Strehlitz nunmehr verfügt, während für Gleiwitz der Antrag abgclchnt wurde. Stuttgart, 7. August. Gestern fand im Hotel Degginger hier die jährliche Versammlung der isr. Lehr er Württembergs statt, wozu sich etwa der dritte Theil der Mitglieder einfand; auch die Herren Rabbinen, Kirchenrath Dr. v. Wassermann, Dr. Stößel und Dr. Einstein nahmen an den Verhandlungen Theil. Ersterer begrüßte die Versammlung Namens des deutsch-israelitischen Gemeindebundes, der den Unterstützungsverein mit einem Beitrag erfreute, wofür der Vereinsvorstand, Waisenvater Oberlehrer Stern von Eßlingen, dankte. Letzterer gab nun den Rechenschaftsbericht über den Stand des Unterstützungsvereins, der in bester Entwickelung begriffen ist; mit der Zahl der Mitglieder wächst auch die Theilnahme der Gemeinden und der vielen Gönner, von denen im letzten Jahre dem Verein Stiftungen im Betrage von 3300 M. zugewendet wurden; auch bei Hochzeiten und Begräbnissen wird des Vereines gedacht. Das Vermögen, das um 3773 M. zugenommen hat, beträgt jetzt 38,989 M. und wurden Unterstützungen an Wittwen im Betrage von 100—350 M. und an Lehrer mit 30 bis 100 M. verwilligt. Der Verein beglückwünschte im letzten Jahre auch den Lehrer F r a n k-Weikersheim zu seinem 25jährigen Amtsjubiläum, und den Vorstand des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, Dr. Kristeller in Berlin, zu seinem 70jährigen Geburtsfeste. Betreffs der Höhe der Unterstützungen, des Modus der Veröffentlichungen über den Stand des Unterstützungsvereines, worüber blos Allgemeines, nicht genaue Zahlen gegeben werden sollen, entstand eine längere Debatte, an der sich die Herren Dr. von Wassermann, Preßburger, Königsbacher, Spatz betheiligten. Die freie Konferenz, die nach diesen Berathungen erfolgte, eröffnete der Vorstand mit einer Ansprache, in der er Diesterwegs gedachte, dessen 100jährigen Geburtstag wir heuer feiern und der für die Pädagogik bahnbrechend wirkte. Als erster Gegenstand wurde die Schulbücherfrage auf die Tagesordnung gesetzt. Für die Elementar- und Mittelstufe hat Lehrer Straßburger in Buchau, nachdem das Bedürfniß einer für israel. Schulen bearbeiteten Fibel und eines Lesebuchs für Mittelklassen auf mehreren Versammlungen anerkannt und dem Wunsche nach der Herausgabe solcher lebhaft Ausdruck gegeben wurde, mit Erlaubniß der K. Oberschulbehörde die von dieser Behörde herausgegebenen, anerkannt guten Lesebücher umgearbeitet und mit einem Anhänge „hebräische Lesefibel", mit dem gleichen Lehrgang wie die deutsche Fibel, versehen. Der gedruckte Entwurf wurde der vorjährigen Lehrerkonferenz vorgelcgt, welche denselben einer Kommission, bestehend aus den Herren Rabbiner Dr. Einstein und Lehrer Frank-Weikersheim, zur

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