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Der Israelit · 1890-08-28 · Heft 68 (28.8.1890) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 68 (28.8.1890)
Date
1890-08-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXI. Jahrgang. rp-W*?. n*^;*>-s? .'UK^s KfURT M68. Israelit -Jeschumn. Zettslhrlfl M FgrdeillH W. Geistes unö W. Kebm in Ms. Gemeinde Ml, Dille. Aentrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Vr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, t>f« 28 August 5650 (1890). Leitender Artikel. Sprüche der Wäter. Viertes Buch. XXXIV. Fortgesetzt von Liep m nn Philip Pr ins. Bad Sandvoort, 26. August. Nachdem wir nun die große Sekte, die sich zur Zeit des R. Zadok so mächtig entwickelt hatte, deren Grundsätze dem gefeierten Lehrer jedoch verwerflich erschienen, kenneu gelernt haben, nachdem wir das Leben und Streben dieses berühmten Rabbi gewürdigt und auch demgemäß beurtheilt haben, halten wir es für geboten, die Bemerkung, die wir zu dieser ruwo schon gemacht, zu wiederholen. Wir fragten nämlich: Warum wird der Ausspruch R. Zadok's nach denjenigen des R. Lewita und R. Jochanan ben Berokah und dessen Sohnes R. Jsmael erwähnt, obschon R. Zadok älter war als die zuletzt erwähnten Lehrer? Ferner: Die ersten zwei Aussprüche verdanken wir Hillel und R. Jehuda ben Tabai; warum schreibt sie unsere h:wd dem R. Zadok zu? Auch der dritte Ausspruch stammt nicht von R. Zadok, sondern von R. Eliescr, dem Sohn des R. Zadok und dieser lehrt ihn nicht im Namen seines Vaters. Noch fügen wir hinzu: Weßhalb wird Hillels Ausspruch tonn hier wiederholt? Wozu dient die Einleitung '»n *pi idw, und wie cs in manchen Texten heißt 'NXLQ, (ich fand)? Was bedeutet endlich ma'? «n? Wir wollen jetzt an der Hand der Geschichte unsere Fragen zu beantworten suchen. Die einzelnen kleinen Vereine (,d"dn ,d*vu D'yus ,o*^sn) hatten sich, wie wir gehört haben, zu einer einzigen großen Gemeinschaft verbunden, welche die Sitten und Gebräuche jener in sich aufnahmen und für deren Ausübung sorgte. Das Studium der Naturwissenschaften und der Medizin beschäftigte fast ausschließlich die Geister. Man machte Erfindungen und Entdeckungen, auf die man stolz war, die aber leider vom rechten Weg und an den Rand eines tiefen Abgrundes hinführtcn. Es ist freilich edel und anerkennenswerth und verdient uneingeschränktes Lob, wenn Menschen sich in den Dienst der Humanität stellen. Die Barmherzigkeit und Mildthätigkeit, welche den Diener der Humanist oft als Engel erscheinen läßt, entbehrt aber der göttlichen Weihe, wenn sie nicht als eine Ausübung der Gebote unseres Vaters im Himmel erscheint. Er steht hoch über Allem, Seine Gebote sind es, die uns in allem führen müssen. Seine Gebote zu erfüllen ist unsere erste und heiligste Pflicht, der reinste und lauterste Gottesdienst, dem wir alle uns widmen müssen. Dieser Dienst ist es, der uns den richtigen Weg führt. Die Pfade unseres Lebens sind gar mannigfach verschlungen und wir würden in dem Irrwege, den sie bilden, bald beu rechten Pfad verfehlen und in erfolglosem Suchen nach dem rechten Weg ermüden, wenn uns in dem Gottesgesetze nicht der Faden gegeben wäre, der uns an all den dunklen Wegen vorbei rasch und sicher an unser Ziel brächte. Wir haben unsere Pflicht erst dann ganz und voll gethan, wenn unsere uneigennützigen und selbstlosen Thaten, unsere Werke der Mildthätigkeit, Menschenfreundlichkeit und Barmherzigkeit sich dem Gottcsworte unterordnen, eine Folge seines Studiums sind, erst dann erhalten sie die Vollkraft ihrer Bedeutung. Das Forschen in unserer heiligen Thora darf durch sie nicht verdrängt oder vernachlässigt, die gewissenhafteste Beobachtung der Vorschriften unserer heiligen Religion darf durch sie nicht erschwert oder gar verhindert werden. Nach den Begriffen unserer Religion müssen wir die Menschenliebe pflegen, weil der Heilige, gelobt sei Sein Name, uns dieselbe geboten. Das Herz des Menschen ist so geschaffen, daß es das Mitgefühl empfindet bei fremdem Leid, bei fremder Freude. Wer nun dieses Mitgefühl, wenn die betreffenden Saiten seines Herzens erklingen, zur edlen That macht, Hilfsbedürftigen und Nothleidenden seine hilfreiche Hand reicht, der darf wohl auf An-

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