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Der Israelit · 1890-08-18 · Heft 65 (18.8.1890) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 65 (18.8.1890)
Date
1890-08-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1199 bekräftigen, gerade wo R. Jochanan als Gewährsmann für die Antorschaft der halach. Werke auftritt. Die Arbeit ist der Ausfluß liebevollsten Studiums und tiefer Kenutniß der einschlägigen Quellenliteratur; sie wird von der Fachwissenschaft als ein wichtiger Beitrag zur Lösung einer der schwierigsten Fragen dankbar begrüßt werden._' Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. In Sachen Morris de Jonge veröffentlicht die „Volksztg." nunmehr zur Widerlegung der von Herrn de Jonge aufgestellten Behauptungen die ärztlichen Gutachten, welche ein thatsächliches Vorliegen der Geistesgestörtheit desselben zur Zeit der Aufnahme in die Irrenanstalt bekunden. Professor Mendel hat auf Grund einer Anzahl ihm von dem Bruder des Herrn M. de Jonge vorgelegtcr Briefe, die nach Mittheilung desselben von letzterem geschrieben waren, Folgendes attestirt u. A.: „Die Durchsicht dieser Briefe macht es mir kaum zweifelhaft, daß der Schreiber derselben geisteskrank ist. Dr. Auerbach in Köln, früherer Assistenzarzt an der Provinzialirrcnanstalt in Eberswalde, der den Patienten lange Zeit beobachtet hat, begutachtet u. a.. daß Herr M. de Jonge wegen Gemüthskrankheit ärztlicher Behandlung in einer Heilanstalt in seinem eigenen Interesse und im Interesse der Oeffentlichkeit bedürfe. Auf Grund dieser Gutachten ist dann das Einschreiten der Polizei und der Ucberführung in die maison de sante erfolgt, nachdem auch der Bezirksphysikus, Geh. Sanitätsrath Baer, die Diagnose der Herrn Mendel und Auerbach bestätigt hatte. Schließlich werden auch mehrere Berichte des dirigirenden Arztes der maison de sante, Dr. Jaftrowitz, über den Zustand veröffentlicht, welche, was Herr de Jonge in seiner „Berichtigung" am Entschiedensten bestritten hat, der Ueberzeugung des Arztes von dem Vorhandensein von Wahnideen bei dem Kranken Ausdruck geben, die auch noch fortbestanden, als derselbe in seinen Reden und Bewegungen bereits maßvoller geworden war; als neue Wahnidee sei u. a. auch die hinzugekommen, daß Patient deßhalb internirt gehalten werde, um wahnsinnig zn werden, nur so könne sich jetzt der Polizeipräsident vor den furchtbaren Anklagen, die er, Dr. de Jonge, bei seiner Entlassung gegen ihn erheben würde, schützen. . . . Im letzten Schreiben heißt es dann: „Obgleich Ihr Herr Sohn Morris noch nicht als völlig geheilt anzusehen ist, so habe ich doch beschlossen, ihn zu entlassen, weil das Maß dessen mir erreicht scheint, was die Anstalt ihm leisten kann. . . Sie müssen ihn nun einmal als kranken Menschen ansehen und demgemäß behandeln, ihm nichts übel nehmen und kein Verlangen an ihn stellen, daß er die Ehrerbietung, Achtung 2c. gegen Sie stets im Auge bewahre." Der Verdächtigung des „Reichsboten", daß die der Untersuchung von Professor Mendel zn Grunde liegenden Briefe Fälschungen sein könnten, tritt die „Volksztg." mit der Bemerkung entgegen, daß die Handschrift derselben genau mit derjenigen der ihr von Herrn M. de Jonge selbst zugegangenen Briese übereinftimme. Zum Schluß wird nochmals die Erklärung der Familie de Jonge veröffentlicht, daß sie in dieser traurigen Familienangelegenheit unter keinen Umständen mehr die Oeffentlichkeit behelligen werde. Durch diese erschöpfende Darlegung dürfte der Fall für die Presse erledigt sein. Die Objektivität der begutachtenden Aerzte dürfte auch von den Blättern nicht bezweifelt werden, die anfangs geneigt schienen, Herrn M. de Jonge lediglich als ein Opfer des Familienhasses anzusehen. Die wissenschaftliche Fähigkeit dieser Aerzte, den Geisteszustand ihrer Patienten zu beurtheilen, ist durch ihren Ruf hinreichend gewährleistet. Straßburg i. E, ll. August. Gestern Abend um 6 Uhr starb der Bischof von Straßburg, Dr. Stumpf. Der Verstorbene war bekanntlich ein sehr edler Kirchenfürst, erfüllt von echter Menschenliebe. Hier ein kleiner Beweis: Auf seiner Firmungsreise war er vor zwei Jahren an einem Samstage in dem Dorf M. Bei seiner Abreise standen auch viele israel. Kinder am Wagen. „Nun, ihr Kinder", sprach der Bischof, „seid Alle gesegnet, wessen Glaubens ihr auch sein mögct!" So oft ich seit dieser Zeit eine hetzerische Rede eines Geistlichen las, dachte ich au diese schönen Worte des hohen Mannes. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Wien. Der Sohn des ehemaligen rumänischen, judenfciudlicheu Ministers Bratiano befindet sich hier, um zur jüdischen Religion überzutreten! Die Ursache soll eine belle juive sein. Ironie des Schicksals! Wochen - Kalender. Freitag, 22. August, 6. ivful. Samstag, 23. August, 7. Elul. ü'DZü/. Sabbat-Ausgang 7 Uhr 50 Min. (Mainzer Uhr). Briefkasten der Redaktion. B. L. in Frankfurt a. M. »Kasteiung" stammt von dem lateinischen Zeitwort castigare, züchtigen. Ihre Auslegung ist daher, wie Sie sehen, nicht zutreffend. B. in F. Wegen der aus Rußland, wie auch aus manchen Gegenden Teutschlands zu uns gelangenden judenfeindlickki, Nachrichten beten wir hier in Mainz .während des EllulmonatL täglich zu mntP und 71MQ das Ivw-Gebkt, was Sie ja auch dort veranlassen können.

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