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Der Israelit · 1890-08-07 · Heft 62 (7.8.1890) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 62 (7.8.1890)
Date
1890-08-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1140 Samarkand. Rußland befolgt bekanntlich in Betreff der Juden Mittelasiens dieselbe Politik, die Frankreich bezüglich der Katholiken des Orients strenge beobachtet. Während nämlich die französische Regierung strenge darauf sieht, daß die Cultusfreiheit aller Confessionen, die in Frankreich Anhänger besitzen, keine Schmälerung erleide, und daß der Papst und die Bischöfe die ihrer Gewalt gesetzten Grenzen nicht überschreiten, tritt sie im Orient als Beschützerin des Vaticans und seiner Missionäre auf. Wagt es nun z. B. die chinesische Regierung irgend einem englischen Missionär, selbst wenn derselbe gar kein Franzose, sondern ein Italiener oder ein Oesterreicher 2c. ist, auch nur ein Haar zu krümmen, schnell wird eine Beschwerdenote nach Peking geschickt, der in den meisten Fällen zugleich auch ein französisches Kanonenboot folgt. Ebenso macht es auch Rußland in Betreff der in seinen mittelasiatischen Besitzungen lebenden Juden. Während nämlich die Juden im eigentlichen Rußland fortwährend neuen Drangsalen ausgesetzt sind, gewährt es den Juden Mittelasiens alle bürgerlichen Rechte, und wagt es der Emir von Bokhara einem seiner eigenen jüdischen Unterthauen ein unfreundliches Gesicht zu zeigen, flugs wird ihn der russische Gesandte ermahnen, mit den Kindern Israels liebevoller zu verfahren, da auch sie Menschen wie andere sind. Rußland weiß eben, daß die Juden für seine Eroberungspläne in Mittelasien ein sehr brauchbares Element sind, die überall Bescheid wissen und überall hin geschickt werden können, nur dort für die russische Herrschaft Propaganda zu machen. Auch fühleu sich die Juden Mittelasiens Rußland gegenüber ungemein zum Danke verpflichtet, da dasselbe sie aus den Händen ihrer früheren blutgierigen Emire und deren raubsüchtigen Beamten befreit und ihnen eine menschenwürdige Existenz bereitet hat. Ich werde Ihnen ein anderes Mal eine ausführliche Schilderung der hiesigen Juden zugehen lassen. Türkei. Salonichi. Hier sind zwei israelitische Frauen im bevölkertsten Viertel ermordet worden und einige Damen wurden in der Hauptstraße belästigt. M a r o c c o. Tetnan, im Juli. Die Lage der Juden in Chechouan ist eine so ernste, daß die Juden den Entschluß gefaßt haben, ihren heimischen Herd zu verlassen, um sich in Tetuan oder Tanger eine neue Heimath zu suchen. Sie sind fortwährend den grausamsten Verfolgungen ausgesetzt. Bei Ankunft des Sultans drangen die Araber um Mitternacht in das jüdische Viertel, um die Frauen zu zwingen, ihre Straßen zu kehren und ihre Abfälle wegzuschaffen. Die Araber beschlossen, auf jeden Juden zu schießen, der in ihren Stadtvierteln mit Schuhwerk an den Füßen einher gehen würde. Berichtigung. Im Artikel „Aus Baden" in Nr. 60 soll es anstatt Jonas Bernhard Daube heißen. _ Mn z e ige Die Kllberwaareil-Mrik » Lazai'ii8 Posen Wwein Frankfurt a. M. empfiehlt ihre künstlerisch ausgestatteten isr. Cultusgegenstände: Fas Cliajim, Tagg, Kronen, Oiannkalilampen, Bcsomimbiichsen, Scder- (Gegenstände, Pokale, Weinhnnipen etc. etc. und versendet Muster- Hefte nebst Preis-Courante gratis und franco. Verkauf» - Lokalitäten: Frankfurt a. M., Berlin W., Zeil 46a., im „Hessischen Palais“. Franzos. Strasse 49, im „Faberliause“ F nr einen kleinen Haushalt eine perfekte, streng religiöse Köchin gegen hohen Lohn Ordentlicher Junge kann die Metzgerei erlernen ohne Lehrgeld. (4060 Leopold Süßmaul», Eoblenz. gejucht. Offert, unter W 4050 an die Erp. d. Bl. Sargenes, Rörkle, Stortz, Halstücher, echte Spitzen empfiehlt billigst Louis Goldbach-Rosenfeld, -4161) Bühl i. B. mein Manufacturwaaren-Geschäst, Samstags geschlossen, suche per sofort einen Verkäufer. Solche, die im Reg.- Bezirk Wiesbaden schon en detail gereist haben, erhalten den Vorzug. Offerten mit Gehaltsangabe n. Photographie an , M Marxheimer, 4119) Bad Lg.-Schwalbach. .fyspap (4198 Mjilligfte Bezugsquelle für "V jüdische Gratulations- Karten bei (4220 Jacob B. Brandeis, Buchhandlung in Prag. Preisverzeichlliß (118 Nummern) für Wiederverkäufer gratis. Stelle-Gesuch. Ein j. Mann (Isr.), welcher seine 3jähr. Lehrzeit in einem Mannfacturwaaren-Geschäfte bestanden, eben als Commis thätig ist, wünscht seine Stellung zu verändern. Stellen, wo Samstag geschlossen, Kost und Logis im Hause bevorzugt.^ Offerten unter B. 4112 befördert die Expedition dieses Blattes.

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