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Der Israelit · 1890-07-28 · Heft 59 (28.7.1890) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 59 (28.7.1890)
Date
1890-07-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1079 und ihr Bedauern ausgedrückt, durch amtliche Geschäfte an der persönlichen Theilnahme behindert zu sein. Die Tasel konnte erst gegen Mitternacht aufgehoben werden, so reihte sich Rede an Rede während der Tafel. Herr Präses Herrmann brachte den ersten Toast namens der Gemeinde auf Herrn Dr. Klein aus. In glänzender Rede warf er einen Rückblick auf die 17jährige Geschichte der Gemeinde, die sich heute nach dem Amtsantritt ihres Rabbiners in Wahrheit als die Gemeinde „Oheb Zedek" bezeichnen dürfe. Ihm folgte in zündenden Worten Dr. Klein, die unbeschreiblichen Jubel hervorriefen. Von den andern Rednern seien hier nur die Herren Rabbineu Jakob Josef, Dr. Drachmann, Dr. Aron Wise, Justice Goldfogle, Vicepräses Stern erwähnt. — In allen jüdischen Kreisen und weit über dieselben hinaus wird die Gemeinde Oheb Zedek und die gesammte New-Aorker Judenschaft zu der Acquisition des Herrn Rabbiner Dr. Klein beglückwünscht. Möge seine Wirksamkeit hier eine lange und gesegnete sein vrrnx in n*:a 2b antrb und mm .mHNnbi Feuilleton. Wallungen. Erzählung von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) Bella's leisester Wunsch war ihrem Manne Herzenssache, es war daher selbstverständlich, daß er in den Abendstunden, als er den Betreffenden in seiner Wohnung glaubte, vor dessen Thür sich befand und an dieselbe klopfte. Auf das einladende Herein des Inwohners, öffnete er die Thür und trat ein. Ein junger Mann, der vor dem Schreibtische gesessen, hatte sich bei seinem Eintritt erhoben und war ihm einige Schritte entgegengegangen. Meierhof verneigte sich grüßend. „Ich muß sehr um Entschuldigung bitten, wenn ich stören sollte — und erlaube mir vor Allem, mich vorzustellen — mein Name ist Meierhof." „Herzlich willkommen, Herr Meierhof," sagte der junge Mann, ihm die Hand reichend, „ich habe wohl die Ehre, den Hausherrn vor mir zu sehen?" „Das Haus gehört allerdings mir," entgegnete Meierhof, „doch nicht in meiner Eigenschaft als Hausherr habe ich mir erlaubt —" „Bitte, wollen Sie doch vor Allem sich niederlassen." Er deutete mit der Hand auf das Kanapee und setzte sich selbst an Meierhof's Seite. „Es freut mich sehr, daß ich die Ehre habe." Er stellte keine Frage, aber man sah es ihm doch an, daß der Besuch ihn überraschte, Meierhos fuhr daher fort: „Auf die Gefahr hin, indiscret zu erscheinen, möchte ich mir eine Frage erlauben." „Bitte", sagte der junge Mann verbindlich. „Ich möchte Sie nämlich ersuchen, mir gefälligst sagen zu wollen, ob Sie nicht vor ungefähr sieben Jahren einem älteren Herrn das Leben gerettet haben, dadurch, daß Sie ihn, als er beim Glatteis gefallen war, vor den dahinjagenden Pferden weggerissen haben?" „Woher wissen Sie das?" fragte der junge Mann überrascht. „Also doch?" rief Meierhof. „Es dürften allerdings ungefähr sieben Jahre sein — an einem Sonnabend Nachmittag war es — in der Nähe des Grabens." „Richtig, richtig, meine Frau hat Sie sofort erkannt, gestern, als Sie an ihr vorübergegangen sind. Es ist nämlich mein Schwiegervater, dem Sie das Leben gerettet haben, und meine Frau hat seitdem beständig gewünscht, Ihnen nochmals zu begegnen, um Ihnen zu danken." „Aber ich finde es geradezu erstaunlich, daß Ihre Frau Gemahlin mich wiedererkannt hat, es sind sieben Jahre her und ich war damals ein fünf- | zehnjähriger Knabe." j Meierhof zuckte die Achseln. „Erstaunlich ist es, aber Thatsache ist es dennoch — übrigens, bei meiner Frau ist gar nichts erstaunlich. — Aber ' jetzt will ich rasch hinunter und ihr mittheilen, daß sie recht hat, daß der Retter ihres Vaters gefunden ist. Sie wird vermuthlich sofort heraufkommen wollen, um ihrem langgehegten Dankgefühle endlich einmal Ausdruck zu leihen. Wir werden Sie doch nicht stören, Herr — ich weiß noch nicht einmal Ihren werthen Namen." Der junge Mann schob ihm lächelnd eine auf dem Tische liegende Karte zu. „Da haben Sie meine volle Firma." Meierhof las: vr. zur. Hugo Wildau. „Also, Herr Doctor, ich hoffe, wir werden nicht stören — sonst könnten wir zu einer anderen Zeit —" „Aber ich bitte sehr, Herr Meierhof, ich werde doch nicht zugeben, daß Ihre Frau Gemahlin sich heraufbemüht." „Sie wollten ihr das Vergnügen nicht gönnen, Ihnen endlich einmal zu danken?" „Ich wüßte in der That nicht, für was sie mir zu danken hätte. Es war ein glücklicher Zufall, der gerade mich in jenem kritischen Moment

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