Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 58 (24.7.1890)
- Date
- 1890-07-24
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXXI. J-dr»ung. Zweite Anlage;u ^58 des „Israelit & Jeschurun^ Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. Mannheim. Herr Rabbiner Dr. M. Jung dahier wurde mit Acclamation zum Rabbiner der isr. Gemeinde Ung. Brod (Mähren) gewählt. Wir wünschen dieser Gemeinde zu ihrer vortrefflichen Requisition von Herzen Glück. Loslau. (Oberschlesien.) ia-nb •pn apjr "D'D’on 'O' bi,, ruaa. Die hiesige Synagogen-Gemeinde hat durch den am 20. Siwan erfolgten Heimgang des Kaufmannes Jacob Lewin b"2tT eines ihrer würdigsten und verdienstvollsten Mitglieder verloren. Seit mehr denn 40 Jahren weilte der edle Verblichene in unserer Mitte und war Allen ob seiner wahrhaft frommen Gesinnung, seiner innigen Religiosität, die mit einer umfassenden Kenntniß des jüdischen, besonders des talmudischen Schriftthums gepaart war, sowie ob seines biedern und lauteren Charakters, lieb und theuer. Gleich ausgezeichnet als Jehudi, wie als Mensch und Bürger galt der Edle in allen Kreisen der Bevölkerung ohne Unterschied des Bekenntnisses und der gesellschaftlichen Stellung als ein Ehrenmann im wahren Sinne des Wortes, als eine seltene Zierde der Gemeinde und Stadt. Welch' hohe Verehrung der Heimgegangene genoß, das bekundete der 22. Siwan, der Tag, an dem man sein sterblich Theil zur letzten Ruhestatt bettete. Die städtischen Behörden, zu deren Collegium auch der Verblichene eine Zeitlang gehörte, fast alle Mitglieder der Gemeinde, in der er selbst als Vorsteher bis vor kurzer Zeit gewirkt hatte, die Bürger dieser Stadt, sowie zahlreiche Freunde und Verehrer, aus Nah und Fern gaben diesem braven Manne das letzte Geleit. Herr Rabbiner Dr. Münz aus Gleiwitz war herbeigeeilt, um selbst ehrende Worte des Nachrufes vor dem zahlreichen Trauergefolge dem Verstorbenen zu widmen. Am Grabe sprach mit tief bewegtem Herzen der jüngste Sohn des Heimgegangenen Dr. Phil. A. Lewinsky aus Breslau, der gegenwärtig das Rabbinats-Examen absolvirt, anknüpfend an den Vers min bw bnxa to’bnx aar on anx apjn. Seine Worte machten einen sichtlichen Eindruck auf alle Anwesenden. Als er den besonders guten Namen seines edlen Vaters schilderte und im Hinblick auf dessen Tugenden den treffenden Ausspruch „no Nb irax apy’" anwandte, als er an der Bahre gelobte, des frommen Lebenswandels seines braven Vaters stets eingedenk zu bleiben und ihn zum Vorbild für sein Wirken in Israels Mitte zu nehmen, und als er schließlich den letzten Abschiedsgruß dem theuern Verewigten entbot, da ergriff Alle eine tiefe Bewegung, die kein Auge thränenleer ließ. Möge der Allgütige der gebeugten Gattin und den trauernden Kindern in der Zeit tiefen Schmerzes reichen Trost spenden und ihrem wunden Herzen Beruhigung gewähren! „.omaNb non ,apy’b nnx jnn" Mögen die Verdienste des Dahingeschiedenen, der nunmehr in das Reich der Wahrheit abberufen, seinem Sohne beistehen, daß er im Geiste seines frommen Vaters bald in einer der Gemeinden Israels zum Segen wirke! „Dann bleibt das Andenken des Gerechten" zum Segen. A. S. Reich, Lehrer. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Linz, 18. Juli, nayn nnw nax* non. Anfangs dieses Monats fand in der österreichischen Stadt Zwettl, in deren Umgebung der Haman Oesterreichs, der bekannte Antisemitenführer Georg Schönerer, residirt, ein „deutsch-nationales" Turnfest statt, das auch der genannte Herr Schönerer sammt seinem sattsam bekannten Freunde Herrn Karl Türk und noch mehrere andere große Judenfresser mit ihrem Besuche beehrten. Zu Ehren dieser Gäste hielt auch der antisemitische Redacteur Wolff eine höchst unpatriotische und auch judenfeindliche Rede. Der Siadtrath von Zwettl hat nun in seiner jüngsten Sitzung den Redner für seinen Speech prowcollarisch seine „tie sste V e ra ch tu n g" ausgedrückt. Feuilleton. Eine bekannte LtTelodre. Eine Erzählung von B. H a u s e. (Fortsetzung.) Adolf Meseritzer kehrte in ein, vom Kapitain ihm empfohlenes anständiges, in der Nähe des Hafens befindliches Gasthaus ein, wo er in Folge dieser Empfehlung zu mäßigem Preise ein zwar kleines, aber sehr anständig ausgestattetes Zimmer