Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 56 (17.7.1890)
- Date
- 1890-07-17
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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Brthodoxe MuderrthumÄ Alütter für die israelitische Schute. Nr. 8.1 4tErfcheixcx ix zwaxglosex Rxmmerx.) W 4- [17. Juli. Inhalt: Der Ehorgesang in unseren Synagogen. — Recensionen. — Vom Lande. Der Chorgesang in Schon seit Jahren macht sich in unseren Gemeinden immermehr das Bestreben geltend, den Cultus durch Einführung von mehrstimmigen Chorgesängen zu veredeln. Sogar kleinere Gemeinden, denen nur wenige Gesangeskräfte zu Gebote stehen, haben es sich zur Aufgabe gemacht, durch Errichtung von kleinen Knabenchören ihrem Gottesdienste eine höhere Weihe zu verleihen. Daß sich durch die Einführung dieser Chorgesänge auch die Ansprüche, die eine Gemeinde an ihren Cantor, als Leiter des Chores, stellt, bedeutend erhöht haben, braucht hier nicht weiter betont zu werden, und so wollen wir uns auch heute der Behandlung folgenden Themas zuwenden: Welche Punkte hat der Leiter der Synagogenchöre bei dem Einüben derselben hauptsächlich zu beachten und welche Chorgesänge find zum Vortrag in unserem Gotteshause geeignet? Die kurze Antwort lautet: der Dirigent der Synagogenchöre hat sein Hauptaugenmerk auf den richtigen, deutlichen und ausdrucksvollen Vortrag der hebräischen Gesänge zu richten. Zur Richtigkeit und Deutlichkeit des Vortrages gehört zunächst die richtige und deutliche Aussprache des hebr. Textes. Gerade nach dieser Seite hin haben sich schon recht große Fehler bet unseren Chören eingeschlichen und es erfordert jetzt schon große Geduld und Ausdauer unseren Synagogen. <s$n° von Seiten des Dirigenten, wenn er alle diese Mängel beseitigen will. Wie oft schon machte der Verfasser die Wahrnehmung, daß die Sänger statt ,8audau al erez w’shomojim“ „Haudu“ oder statt „M’sanecho“ „Misaneclio“ sangen, ohne daß die Zuhörer merkten, daß gerade durch solche falsche Wortbildungen der Sinn der Gebetstücke bedeutend entstellt wird. Der Dirigent halte daher mit größter Strenge aus scharfe Ausprägung der Konsonanten und auf deutliche Bildung der Vokale. Sehr zu empfehlen wäre, wenn der Dirigent, bevor er zur Einübung der Gesänge schreitet, sich von jeder Stimmengattung den Text laut und deutlich vorlesen lassen würde. Zur Richtigkeit und Deutlichkeit des Vortragenden gehört aber auch, daß jeder Ton rein und deutlich gesungen wird, nicht zu hoch und nicht zu tief, daß man überhaupt das Tonstück so vorträgt, wie es der Componift durch Tempo und Vortragszeichen angegeben hat, oder wie es sich aus dem Charakter des Stückes ergibt. Daß auch in dieser Beziehung unser Synagogenchor noch viel zu wünschen übrig läßt, ist jedem verständigen Dirigenten bekannt. Es wäre darum sehr rathsam, wenn der Dirigent jede Stimme mit der Violine einüben würde, damit sich die Töne dem Gehöre des Sängers fest einprägen. Größere Reinheit hoher Töne, welche stets zu