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Der Israelit · 1890-06-30 · Heft 51 (30.6.1890) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 51 (30.6.1890)
Date
1890-06-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
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VT :-***'' 526 Nedromah, Nemours, Oued-Traria, Palikao, Perregaux, Relizane, Saida, Saint-Denis-du-Sig, Sebdou, Kemouchent, Tiaret, Tlelat, Tlemcen, Zemmorah. Die drei afrikanischen Consistorialbezirke zählen demnach insgesammt 74 Gemeinden. Algier hat 5 Rabbiner, Oran 3 Rabbiner, Constantine, Bone, Tlemcen je 1 Rabbiner. In Paris sind 3 Synagogen mit aschkenasischem und 1 mit sephardischem Ritus. Es existirt daselbst ein Rabbinerseminar, eine Talmud-Thoraschule, 3 Consistorialschulen mit 615 Schülern, drei Gemeindeschulen mit 1140 Schülern, und 2 Industrieschulen. Die „Alliance Jsraelite Universelle" unterhält eine Schule unter dem Titel: Ecole orientale normale israelite zur Ausbildung von Lehrern für den Orient und Afrika. In den Gemeinden: Paris, Nancy, Baccarat, Saint-Michiel, Toul, Bordeaux, Lyon, Marseille, Carpentras, Nimes, Bayonne, Vesoul, Lille, Besan^on sind Lehrer für den Religionsunterricht angestellt, in den anderen französischen Gemeinden führt das Annuaire keine auf. Vermuthlich ertheilen in den Gemeinden, die einen Rabbiner haben, diese den Religionsunterricht: ob in den anderen die Vorbeter zugleich das Lehramt bekleiden, ist nicht ersichtlich. Algier hat 5 Synagogen, 1 Rabbiner-, eine Talmud-Thora- und 1 Religionsschule. Constantine hat mehrere Schulen und 1 Rabbinerschule (Jeschibath Ezchaim). In Oran sind ebenfalls Gemeindeschulen. In den übrigen afrikanischen Gemeinden fanden sich nur für Mascarra und Moftaganem besondere Lehrer aufgeführt. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Lemberg, 22. Juni. Die Maßregeln gegen die Juden in den westlichen Gouvernements Rußlands haben neuerlich wesentliche Verschärfungen erfahren. Es finden zahlreiche Ausweisungen von j Juden statt, wobei selbst die Bestimmungen des zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland 1866 geschlossenen Uebereinkommens, betreffend die Ausweisung subsiftenzloser Individuen nicht genau eingehalten werden, so daß den österreichischen Grenzbehörden in vielen Fällen zu Anständen Anlaß gegeben wird. Aus Oberschlesien, 15. Juni. Der Vorsitzende des „Synagogen-Gemeinde-Verbandes des Regierungsbezirks Oppeln", Sanitätsrath Dr. Freund, versendet an die Verbands-Gemeinden » das folgende Circular: „Den Löblichen Gemckndei Vorstand erlaube ich mir noch einmal, im Aufträge des Verbands-Ausschusses, mit der Bitte zu behelligen, durch genau anzustellende Untersuchung ermitteln zu wollen, ob in den öer Gemeinde angrenzenden Dörfern jüdische Kinder vorhanden sind, welche theils aus Gleichgiltigkeit der Eltern, theils aus Unvermögen derselben des Reli g io n sunt erricht s entbehren. Wir werden in jedem einzelnen Falle gern bestrebt sein, für einen geeigneten Religionsunterricht auf Kosten des Gemeinde-Bundes sofort Sorge zu tragen. Gleichzeitig erlaube ich mir, einen Löblichen Vorstand auf folgenden Uebelstand aufmerksamzu machen. Es sind mehrere Fälle festgestellt worden, in welchen Kinder jüdischer Konfession, welche aus Mischehen hervorgegangen sind, der jüdischen Erziehung entbehren und allmählich ihrem Glauben entfremdet werden. Der Löbliche Gemeinde-Vorstand wird cs sicher für seine heilige Pflicht anseheu, den Orts-Rabbiner oder Religiouslehrer auf jene Uebelstände aufmerksam zu machen und ihnen deren Beseitigung mit allen gesetzlichen Mitteln ans Herz zu legen." Dieses Rundschreiben des verdienstvollen Verbandsvorsitzendeu wird sicher allseitig freudig begrüßt werden. (Die Pflicht der Erziehung im Judenthume erstreckt sich nur auf diejenigen aus Mischehen hervorgegangenen Kinder, deren Mutter eine Jüdin ist. — Red.) Colbergermünde, 15. Juni. Auch in unserm Seebade hat die Saison bereits ihren Höhepunkt erreicht- Dieses Mal ist besonders das „alte Gesellschaftshaus", welcher Herr M. A l e x a n d e r, der Vorsitzende der hiesigen Chewra-Kadischa, übernommen hat, der Wallfahrtsort zahlreicher Glaubensgenossen. In der Synagoge des Kurhauses wird täglich gebetet. Hannover. Dem Rechenschaftsbericht über die Unterstützungskaffe für jüdische Lehrer, deren Wittwen und Waisen in der Provinz Hannover entnehmen wir: Die Einnahmen betrugen 16,279 M., denen 15,375 M. Ausgaben gegenüberstehen. Der unangreifbare Fonds beträgt am 1. Januar 1890 Mk. 45,120. Derselbe ist seit dem Jahre 1886 um nahezu Mk. i960 gestiegen. Dieses günstige Ergebniß ist wesentlich bewirkt worden durch eine Zuwendung von Mk. 1000, welche uns aus dem Nachlasse des in Wiesbaden verstorbenen Hrn. Adolf Schwerin zu Theil geworden ist. Wir haben es aber auch dankbar anzuerkennen, daß in den letzten drei Jahren von Mitgliedern und von Nichtmitgltedern der Kasse große Sammlungen und Geschenke theils dem unangreifbaren, theils dem angreifbaren Fonds zuge-

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