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Der Israelit · 1890-06-30 · Heft 51 (30.6.1890) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 51 (30.6.1890)
Date
1890-06-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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MWlst m Fördemg jstd. Geistes imö iiiö. Kedeus in laus, Gewelude uuö Klhuie. Emirat-Hrgan für das ortliodore Iudenthum. { dsvi». Etfchbv . ' Kraelit... Jeschumn Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Montag, den 30. %uni 5650 (1800). HM»"*» Da mit denl 1. Juli 1890 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitender Artikel. Der Sieg des wahren Iudenlhums. Von Jsaac Hirsch. Den "im hv amn, denjenigen, die ängstlich besorgt sind, die Bahn innezuhalten, welche Gott vorgezeichnet, den Bekenneru und Beobachtern des gesetzestrcuenJudenthums, wird so oft entgegengehalten: Ihr seid ja doch in der Minderzahl, die überwiegende Majorität der Israeliten in den Ländern der Kultur wandelt in anderen Wegen und kennt ein höheres, reineres Ideal, als die minutiöse Peinlichkeit, welche in jedem Augenblicke, bei den geringfügigsten Veranlassungen erst den paragraphenreichen Schulchan-Aruch aufschlägt, um sich Raths zu holen, wie man sich vom frühen Morgen bis zum späten Abendzu verhalten habe, beim Ankleiden, beim Mittagsmahle, bei der Arbeit und beim Ansruhen und jeglicher Verrichtung. Ihr hegt den thörichten Gedanken, dem Strome der Zeit Widerstand leisten zu können, ihr täuscht euch; vielleicht mag es euch gelingen, euch selbst in der alten, naiven Lebensgewöhnung zu erbalten, eure Kinder aber gehören der Gegenwart an und werden der Mehrheit folgen , was euch als heilig und unantastbar gilt, erscheint ihnen als frommer Wahn, die alten Formen und Satzungen sind nicht mehr zeitgemäß, sie haben sich überlebt u. s. w. u. s. w. Nun mag es allerdings Wohl wahr sein, daß in Deutschland, Frankreich, England und anderen Staaten abendländischer Kultur die orthodoxen Juden die Minderzahl bilden, aber die Hoffnungslosigkeit des orthodoxen Prinzips ist damit in keiner Weise dargethan. Abgesehen davon, daß das Judenthum überhaupt von Anbeginn eine verschwindende Minorität von Bekennern umfaßte, daß Abraham, Isaak und Jakob einer ganzen heidnischen Welt gegenüberftanden, daß jede Wahrheit zunächst nur in einem geringen Kreis Eingang findet und die höchste Tugend nur in Wenigen zur herrlichen Entfaltung gelangt, belehrt uns die Geschichte auch, daß im eigensten jüdischen Kreise unerschütterliche Treue und unwandelbarer Gehorsam gegen das Gebot Gottes fast noch zu keiner Zeit bei Allen ausnahmslos anzutreffen war. Nur ein Stamm hielt sich während der Wüsteuwanderung ganz frei von den vielfachen Verirrungen, unter den zwölf zur Erforschung des Landes Ausgesandten bewahrten nur zwei unerschütterliches Gottvertrauen, unter den 30,000 Mannen Gideons war nur ein Zehntel, das sich nicht dem Götzendienst hingegeben, fünf Sechstheile des jüdischen Volkes wandten sich als das Reich Israel gänzlich von Gott ab und sind bis zu diesem Augenblicke unserer Kunde gänzlich verschollen. Wir wissen ja, daß Gott Israel zum Träger Seiner Offenbarung an die Menschheit erwählt hat, obgleich, oder vielleicht gerade weil es ein ppy nwp Dy, ein hartnäckiger, ungefügiger Meuschenstamm ist, an welchem das m-tw, das Gesctzesfeuer, den Läuterungsprozeß erst zu vollziehen hat. Israels Bild ist die nnjo, der goldene Leuchter des Heiligthums. Wie dieser nrv ny znr ntyps Nin ntppo nms ny aus einem einzigen Stück Gold gehämmert, vom Wurzelstock bis zur letzten Blürhe durch den Hammer getrieben, den Baum des Lichtes, den Träger des vollen reinen, Gott und Seinem Gesetze zugewandten Geisteslichtes darstellt, also hat sich Israel zu einem solchen Lichtträger erst noch zu entwickeln und das wechselvolle Geschick der Jahr-

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