Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1890-06-26 · Heft 50 (26.6.1890) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 50 (26.6.1890)
Date
1890-06-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448024-2448072--30253-2478022
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Als er sich ausgeweint hatte, bestürmten ihn seine Kinder mit Ausdrücken der Bewunderung und mit der Bitte, wenigstens diese Composition zu veröffentlichen. So sehr er sich auch durch die seiner Schöpfung zu Theil gewordenen Bewunderung geschmeichelt fühlte, so ernstlich und entschieden wies er ihre Bitte, diese Composition einem größeren Kreise zugänglich zu machen, zurück. „Wozu das?" sagte er. „Während meines Lebens will ich bet den Menschen keinen Ruhm, keine Ehre und keinen Dank mehr einernten i" Er bestärkte die Zurückweisung ihrer Bitte noch dadurch, daß sie ihm sämmtlich die Hände darauf geben mußten, diese Melodie nur in der Familie, nicht aber in Gegenwart eines Fremden und nicht da singen zu wollen, wo dieselbe von einem der Israeliten in W. gehört werden könne. Sie gaben dieses Versprechen mit Widerstreben, jedoch ohne Widerspruch, da sie wußten, daß Widerspruch ihn in seinen Ansichten und seinem Wollen stets noch mehr bestärke. Vielleicht ist es auch gerade diesem widerspruchlosen Willfahren seines Verlangens zu danken, daß er jetzt mildernd hinzusetzte: „Zwanzig Jahr nach meinem Tode dürft Ihr mit dieser Composition, wie mit allen meinen übrigen, machen, was Ihr wollt und dürft sie auch singen, wann und wo Ihr wollt. Um diese Zeit wird größtentheils schon eine andere Generation vorhanden sein; aber die ältere jetzige Generation soll sie nicht hören, die hat mich nie verstanden und nie zu würdigen gewußt und wird mich auch nie verstehen und würdigen lernen." Leider war er es selbst, der sich insofern nie verstanden und nie verstehen gelernt hat, als er es nie zur richtigen Selbstkenntniß gebracht hatte. Hätte er sich dieser beflissen, so wäre seine Laufbahn sicher eine schönere und glanzvollere geworden. Seine künstlerische Bedeutung als Cantor war nie mißkannt. (Fortsetzung folgt.) Berichtigungen. Ein bedauerlicher Druckfehler hat sich in die pädagogische Beilage Nr. 7, trotz mehrfacher Korrektur, eingeschlichen; Seite 876 daselbst, zweite Spalte, Z. 5 v. n. muß es heißen rnayi. Wir bitten unsere geehrten Leser, in ihren Exemplaren die entsprechende Korrektur sogleich vorzunehmen. In der Beilage zu Nr. 49, Seite 893, Zeile 16 v. u. lies Wundervogel statt Wunderengel. Anzeigen. Skuktgnvt Neue Weinsteige 16. Israel. Pensionat und höhere Töchterschule von Jfcfttt & ify I 0 Jf. Allseitige Erziehung und Ausbildung. Vorsteherin. Prospekte und Näheres durch die (Ein tüchtiger junger Mann, 23 Jahre ^2, alt, mililärfrei, mit der Tuch- und Manufacturwaareubranche vollständig vertraut , sucht per 15. August oder später eine Stelle für Lager oder Eomptoir, wo Samstag u. Feiertag geschlossen. Derselbe würde auch in eine andere Branche gehen. Prima Zeugnisse und Referenzen stehen zu Diensten. Offerten unter 8. 3440 au die Exped. d. Bl. erb. <^ür ein älteres Ehepaar wird zum 1ü Oktober ein israelitisches Mädchen gee sucht, welches selbstständig kochen und difür den kleinen Haushalt erforderliche Ar. beit leisten kann. Jährlicher Lohn 150 Mark. Offerten unter dl. P. 19 postlagernd Paderborn._(3435 /EJin 20jähr. Mädchen v. ang. Aeußeru, aus sehr guter Fam., sucht Stelle als Lehrmädchen od. Volontärin in Samstags geschl. Gesch., gleichviel welcher Branche. Offerten unter G. 3442 befördert die Expedition dieses Blattes. Confection. Tüchtige Directrice, nur erste Kraft, welche nachweislich mehrere Jahre für Geschäfte I. Ranges in großen Städten thätig war, wird auf sofort gegen hohen Gehalt gesucht. Offerten nebst Photographie, Zeugnisse und Gehaltsangabe unter A, B, 3439 an die Expedition d. Bl. erb. Ebendaselbst können sich auch 5—6 Lehrmädchen in diesem Fache ausbilden. Als der beste und gesündeste anerkannte Miihrlslhr fMonig streng -«20 unter Aufsicht unseres ehrw. Herrn Rabbiners Dr. Frankl versendet in Post-Eollis ä, 5 Kilo für 6 Mark Eduard Glaser, Bienenzüchter, Neu-Raußnitz (Mähren). Auf Verlangen würde den Sendungen Hechscher beigegeben. (3391 Wue kehrüllgsflellk! in einem feinen Lu Zros-Geschäfte der Seiden- und Passementrie-Branche, welches Samstags geschlossen, für einen jungen Mann mit guter Schulbildung unter sehr günstigen Bedingungen. Offerten unter Nr. 3443 an die Expedition dieses Blattes erbeten. /ffin junger, strebsamer Kaufmann, der Vermögen besitzt, wünscht zwecks Einheirath in ein Geschäft die Bekanntschaft einer jungen Dame, Wittwe nicht ausgeschlossen, zu machen. Nur ernstgemeinte, nichtanonyme Offerten beliebe nran unter Nr. 3437 an die Exped. b. Bl. einzusenden. Discretion Ehrensache. (junges Mädchen aus achtbarer Familie <%j (in Westph.), welches 5 Jahre in einem Galanterieu. Kurzwaaren-Geschäft thätig war, sucht in religiösem Hause ähnliche Stelle, ist aber auch nicht abgeneigt, als Stütze der Hausfrau zu funziren. Familienanschluß erwünscht. Offerten unter 3414 befördert die Expedition dieses Blattes. ©egen guten Lohn wird eine gesetztere Person als K ö ch i n u. zur Führung des Haushalts sofort zu engagiren gesucht. Offerten unter R. 3410 befördert die Expedition dieses Blattes.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.