Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 50 (26.6.1890)
- Date
- 1890-06-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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WW» »ÜJilUW „ ... .j. >.6r. Boi XXXI. Jahrgang. 'Pjpu'jjj' •-djlrg? J»«0. Israelit«„*Zeschmun. Zeitsüirlst ]itt FiitdMW jlld. Geistes m W. Kebens in ANS. GemlM unti Schule. Aentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. D o n n e r ft a g , de« 26 Juni 5650 (1890). 5>a mit dem l. Jnli 1890 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitende Artikel. Ieinde von Innen. Ieinde von Knße», aber das Gesetz unseres Gottes steht in der Mitte. (Zum Wechsel des Halbjahrs.) Mainz, 24. Juni. Wenn wir in unseren ernsten, trüben Tagen des religiösen Abfalls im eigenen Kreise, sowie der Lieblosigkeit und Gehässigkeit, die von draußen Juden und Iudenthum so vielfach entgegengebracht werden, nach einem lichten Atomente suchen; in unserem Gottesworte finden wir ihn allezeit. Träte heute Moscheh selber wieder unter sein Volk, er würde trotz mannigfacher schmerzlicher Erscheinung doch freudig die Thatsache constatiren, wie tiefe Wurzeln sein von ihm überbrachtes Gottesgesetz bei der ganzen Menschheit und vor allem bei Israel selber geschlagen. Seine Thora ist doch so der Mittelpunkt alles Denkens und Strebens geworden, daß Israel seine Wochen und Jahre nicht nur nach der Thora, sondern nach den Namen der einzelnen Abschnitte zählt und cintheilt, welche allwöchentlich von dem Gottesworte zur öffentlichen Vorlesung gelangen. Sein Kalender zeigt die Thora in so viel Abschnitte zerlegt, als das Jahr Wochen zählt. -p p, m, rviiWD diese Initialen des zur Mitlheilung an die Gemeinde gelangenden Gotteswortes, bilden die Marksteine, welche die eine Woche von der anderen scheiden und sie charakterisiren. Dieser Umstand lenkt die Aufmerksamkeit auf die äußere Benennung der einzelnen Sidroth und läßt auch hier die Bedeutsamkeit ahnen, welche in der bloßen Gruppirung und Bezeichnung der Wochenabschnitte zu Tage tritt. — So finden wir Israels ganze Geschichte, seine Rettung anderen Völkern gegenüber, die Vorgänge im eigenen, heimischen Kreise und ihr Verhältniß zu Gott und zu Seiner Thora in gedrungen, markigen Zügen durch die bloßen Namen der Thoraabschnitte verewigt, welche in diesen Tagen zur Verlesung gelangen. Feinde von Innen, Feinde von Außen und das Gottesgesetz in der Mitte, das ist das Charakteristicon des jüdischen Volkes seit seiner Existenz bis auf den heutigen Tag; das ist die alte Wahrheit, welche die bloße Gruppirung von npn, mp und mit unnachahmlicher Prägnanz veranschaulicht. Korach! Welcher herzerhebende Trost liegt doch in der Geschichte des ersten Empörers und seiner Helfershelfer gegen Gottes Wort und seine Vertreter auf Erden! Alle diejenigen, welche kleinmüthig zagen können, wenn Hunderte und Tausende unseren heiligsten Heiligthümern keck den Handschuh hinwerfen, schöpfen aus diesem Bericht die trostvolle Neberzengnng, daß die Empörer den verdienten Untergang finden, während auf ihrem Grabe das unbesiegbare Gotteswort seine herrlichsten Triumphe feiert und durch alle Zeiten und Zonen sein Panier wallen läßt: mim npn nx; „das ist das Gesetz der Thora!" Ja, das ist das Gesetz der Thora, welches nirgends glänzender in seiner unerreichbaren Höhe dafteht, als da wo es von den Empörern erzählt, die ihm seine Herrschaft auf Erden streitig machen möchten. Es hat alle seine Angreifer verzeichnet und gezeichnet, daß ihre Nachahmer seit tausenden von Jahren nicht einmal mehr originell auftreten