Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 48 (19.6.1890)
- Date
- 1890-06-19
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2448024-2448070--30218-2477985- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
876 die Anstellung jüdischer Lehrer verlangen, da ja sämmtliche höhere Staatsschulen simultan sind. Es wäre vielleicht kein Unglück, wenn mancher Grafensohn jüdisch rechnen lernte — aber wir wollen diese Eventualität nicht heraufbeschwören — die Naturwissenschaften würden auch aus deni Munde eines streng orthodoxen Juden nichts von ihrer Wichtigkeit einbüßen. Unser Ideal ist ein jüdisches Gymnasium — in welches auch christliche Schüler ausgenommen werden — welches außer den Fächern der staatlichen Gymnasien dem Hebräischen und seiner Literatur genügende Pflege angedeihen läßt und welches bei seinen Schülern die Erfüllung der Gesetze der isr. Religion nicht an ungeheure Opfer bindet. Unser Gymasium hat, wie alle Schulen Amerika's, nur fünf Arbeitstage in der Woche. Der Samstag und Sonntag ist frei. Am Samstag wäre vielleicht nach dem Gottesdienst eine Besprechung des Wochenabschnittes in den höheren Klassen am Platze. Die Morgenstunden des Sonntags waren für alle fakultativ zu lehrenden hebräischen Fächer bestimmt. — Die obligatorischen hebräischen Fächer fallen in die gewöhnliche Unterrichtszeit. — Im klebrigen hätten unsere jüdischen Gymnasien sich nach dem Lehrziel der Staatsschulen zu richten und dieses zu erreichen. Wie dieses zu ermöglichen ist, das bliebe Sache der Directoren. Alljährlich hätte ein Regierungscommissar die Maturitätsprüfung abzunchmen und eine Eontrole über Ertheilung der Einj. Berechtigung zu führen. Dadurch würde es den Glaubensgenossen, denen die Erfüllung der Gesetze unserer heiligen Religion nicht bloße Form ist, möglich werden, ohne Gewissenszwang ihren Knaben eine höhere Bildung geben zu lassen, dadurch wurden wir zeigen, daß man in wöchentlich fünf Unterrichtstagen dasselbe leisten kann, wie in 6 Tagen. Das jüdische Gymnasium soll aber, wie schon gesagt, nicht erstehen, weil wir auf unsere Rechte als Staatsbürger verzichten, oder deren Giltigkeit bezweifeln lassen wollten, nein, es soll erstehen, um dem in den öffentlichen Anstalten großgezogenen religiösen Jndifferentismus, der auch in unseren Kindern sich bemerkbar macht, bei Zeiten einen Damm wirksam entgegen zu setzen, um unfern Kindern ungerechte und darum um so tiefer empfundene Demüthigungen zu ersparen, um die Gesetze unseres Glaubens halten zu können, ohne dadurch die Zukunft unserer Knaben gefährden zu müssen. Nicht weil wir fürchten, unsere Jugend würde zu stark germanisirt — wir sind und bleiben Deutsche — auch nicht, weil es der Herr Graf Pfeil und Consorten wünschen, erstreben wir jüdische Gymnasien. Der Grund, der uns dieses Streben aufzwingt, ist ein heiliger. Es ist der, unserer Jugend die Religion zu erhalten, die wir seit Jahrtausenden von unseren Vätern ererbt haben und deren Erhaltung unsere heiligste Lebensaufgabe ist. ribw 3^3 im3Ni "p3N ’ni?« nxyn m pid^ nnNi nsEH fc’cm (Ehrou. I. 28, 9). Unsere Kinder sollen unsere heilige Religion kennen lernen und sie üben; aber dazu haben wir jüdische Gymnasien nöthig. Preis der dreigespaltenen Petitzeile oder deren Raum 10 Pfennig. In dieser Rubrik werden nur Inserate betr. An- Jnseraten-Aufträge an die Expedition des Aüchermarkt. *- Der Preis jedes Inserats ist demselben in seckigens Klammern beigedruckt. und Verkauf alter Bücher aufgenommeu. Israelit" in Mainz, Schottstraße 2. ro’tf rbya oder das Buch der Elegien, metrisch übersetzt, mit einem hebräischen Doppelcoinmentar und einer ausführlichen deutschen Einleitung versehen, ist ä 1 Mk. erhältlich durch den Verfasser 141 Dr. H. Tietz, 3281) Jnowrazlatv. 1X9 r’lD 1JH D'N J/9’!p-)J>§ ,v'w 6 fl. 50 fr. ,s"ty nun by nxr ’T ntyyD id’-isd dn'33 mm ,n-w pis by □'un rp3 131 ,Cwn non) non p'-moo □’H "X ,i»pxBN-ipö TJöno mann 'n^x cmn mxnx ,xmn’ bym ,n"ny 3py> nuDau ,D’3^ 'jno imirx .(njwn non) m->ED usno 141 Geza Stern, stammt, 3280) llaros Ludas, Siebenbürgen. Zn kaufen gesucht 1 gntcrhaltcncs 1 Band dcs „Israelit", in dem die „Londoner Briefe" veröffent licht waren. Offerten «uh II. B. 3128 an die Expedition dss. Blattes erbeten. s14 Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit" u. „Jeschnrun" Schottstraße Nr. 2, Mainz Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz.