Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 48 (19.6.1890)
- Date
- 1890-06-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXI. Jahrgang. Z* swr N2M: § ^foagjgafct &'*aif_ \ fr ... , ■"■kKr'XfrT l-trt .AS 48. Israelit «„> Ieschumn. 3citri1)ilft zur Förderuus D. Grlltes und W. ßrdrus i» Anus. Gkwklude und Mule. Kentrat-Hrgan für das ortliodore Zudenthum. Begründet von I>r. Lehmann in Mainz. Donner ft ag, den IS. Juni 5650 (1890). Da mit dem 1. Juli 1890 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, dasz namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitender Artikel. Sprüche der Müler. Viertes Buch. XXVI. Fortgesetzt von Liep man Philip Prins. Frankfurt a. M. 17. Juni, ot^n bbrn TTön inm :unta "Hin „Sowohl unabsichtlich , wie muthwillig bei Entweihung des Namens." Wir haben im vorigen Kapitel davon gesprochen, wie leicht wir dazu kommen können, dp bhno zu sein und daß wir lange nicht genügend darauf achten dw nw W>n zu vermeiden. Und doch nehmen wir so großen Anstoß an einem os^n an einer Namensentweihung! Der geehrte Leser folge uns in unserer heutigen Betrachtung, und er wird bald erfahren, von welchem dem wir reden. In Masecheth Derech Erez erzählt uns der Talmud ein kleines Geschichtchen: Simeon, der Sohn Antipatras war berühmt durch seine Gastfreundschaft. Einst kehrten einige Fremde bei ihm ein, die er zu Tische einlud. Diese aber lehnten dankend ab, und als der Hausherr sie wiederholt aufforderte, sein Mahl mit ihm zu theilen, schwuren sie bei der Heiligkeit der Thora, seine Gastfreundschaft in dieser Beziehung nicht in Anspruch nehmen zu wollen. Sei es nun, daß der Anblick der geschmackvoll aufgetragenen Speisen sie verlockte, oder daß der köstliche Duft des Wernes sie gereizt; als die Familie des Gastwirths sich zu Tische begab, nahmen auch sie an der Tafel Platz und ließen es sich wohl schmecken. Als sie sich kurze Zeit darauf von ihrem Gastgeber verabschiedeten, da ließ Simeon seinen Knecht rufen und befahl diesem die Gäste tüchtig durchzuprügeln. Erft nachdem dies geschehen, ließ er sie ihres Weges ziehen. Man kann sich denken, daß die also Bewirtheten dies nicht ruhig Hinnahmen. Im höchsten Grad aufgebracht über eine derartige Behandlung, begaben sie sich zu Rabbi Jochanan ben Sakai und anderen Weisen und führten bittere Klage über das, was ihnen bei Simeon widerfahren. Als die Wüsen erfuhren, welchen Verstoß gegen die gute Sitte sich einer der Ihrigen zu Schulden kommen ließ, da füllt? sich ihr Herz mit großer Betrübniß und sie beschlossen über Simeon eine Strafe zu verhängen. Rabbi Josua erbot sich, ihn von dem Beschluß der Weisen in Kenntniß zu setzen. Als der Gelehrte sich der Wohnung des Simeon näherte, fand er diesen vor seiner Thür sitzend. Kann ich bei Dir übernachten, mein Freund, redete ihn Rabbi Josua an. Es wird mir zur Ehre gereichen, eutgegnete Simeon, wenn ein Mann wie Rabbi Josua mein Gast sein wird. Der Weise kam dieser so gütig an ihn ergangenen Einladung nach und betrat die Wohnung des Freundes. Der Hausherr zeigte sich äußerst liebenswürdig. Sie unterhielten sich auf das Angenehmste bis zum Eintritt der Nacht, worauf Simeon seinem Gaste sein wohlvorbereitetes Lager anwies. Als Tags darauf Simeon seinen Gast auf das Beste bewirthet, dieser sich an Speis und Trank gelabt hatte und sich verabschieden wollte, begleitete ihn der Hausherr nach damals üblicher Sitte noch eine kurze Strecke. Rabbi Josua, welcher glaubte, daß auch er nicht ungestraft die Gastfreundschaft Simones in Anspruch nehmen dürfe, erwartete schon seit einiger Zeit die obligaten Prügel. Bereits während