Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 47 (16.6.1890)
- Date
- 1890-06-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXI. Jahrgang. beer. Buchhandlung J J^NKFURT K!Ä ' / J/f /1' äA^y-^r ‘ M4:7. Israelit... Zcschurun. BcitTöirift iiir Förbemg jSd. (Stiftes M jiiii. febens in |aus, (Seiticittbc uuD Klhllle. Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudentßum. Begründet von 1-r. Lehmann in Mainz. Montag, den 1«. Juni 5650 (1890). Da mit dem 1. Juli 1890 ein neues Quartal beginut, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Der Grohherjog von Baden über die antisemtische Bewegung. Mannheim, 13. Juni 1890. Gelegentlich einer Audienz, welche in neuester Zeit unser Großherzog einem hiesigen Beamten gewährte,hat sich unser Landesfürst in höchst bedauernder und mißbilligender Weise über die antisem it scheu Versammlungen, welche in jüngster Zeit in unserer unmittelbaren Umgebung stattgefunden haben und über die Ziele der antisemitischen Partei, welche sich mit Unrecht eine conservativc zu nennen wage, ausgesprochen. Uns er Großhe rzog betonte dabei, daß auf seine persönliche Anregung hin dieSache bei d er Großh erzoglich en Re gi erun g zum Gegenstände von Berathun ge n gemacht worden se i un d v e r sich ert e, d aß se in e R e gi eru ng dieser Bewegung in unserem Vater lande ihre volle Aufmerksamkeit schenke und nöthigenfalls die geeigneten Maßregeln zum Schutze des Friedens unter den Confessionen ergreifen werde. Wir wollen hier ausdrücklich anfügen, daß der Großherzog den betreffenden Herrn ermächtigt hat, diese seine Aeußerungen auch in weiteren Kreisen bekannt zu geben. Leitender Artikel. Die XU. ordentliche (BcueraUjecfaranUuus des Vereins israelitischer Kehrer in Folge eines Dringlichkeitsantrages Wird die auf der Tagesordnung stehende Diskussion „über die Behandlung des geschichtlichen Unterrichts in der Religionsschule" von derselben abgesetzt, und nachfolgende Fragen des Herrn Adam-Schroda zur Debatte gestellt: Schlesien und Posen.*) Die in der Ueberschrift erwähnte Versammlung tagte in Breslau und wurde durch den Vorsitzenden Herrn Dr. S a m u e l s o h n - Breslau eröffnet. Derselde begrüßte die erschienenen 32 Mitglieder und 12 Ehrengäste mit warmen Worten. In *) Die Verhandlungen dieses Vereins in der am 27. und 28. Mai in Breslau stattgehabten 12. Generalversammlung sind von so großem Interesse, daß wir sie an erster Stelle zu veröffentlichen uns veranlaßt sehen. 1. Welche Stellung nimmt der Verein israelitischer Lehrer in Schlesien und Posen zu dem, dem Abgeordnetenhaus vorliegenden Gesetzentwurf in Betreff des schulplanmäßigen Religionsunterrichtes ein? (Der 8 5 des Schulpflichtgesetzes für die preußische Monarchie bestimmt: „Zur Theilnahme am schulplanmäßigen Religionsunterricht dürfen Kinder nicht augehalten werden, welche einer anderen Religion angehören, als derjenigen, deren Lehren dem Unterrichte zu Grunde liegen.") 2. Ist die von vielen jüdischen Gemeinden an das Abgeordnetenhaus gerichtete Petition,