Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 46 (12.6.1890)
- Date
- 1890-06-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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yvwj.ij.it M.)'J,|ii!.^pww,>!"iiilg. ji>. .■y.M^i.n .jjuwwwwypi'jw *m.n\ > m > t1 fi»-y!' -' «V- 833 jenigen dieser Gouvernements, welche zugleich Grenzgouvernements sind, sollte den Juden diese Erlaubniß jetzt noch dahin verkürzt werden, daß ihnen der Aufenthalt in der eigentlichen Grenzzone von 50 Werst Breite fernerhin zu untersagen sei. Ein anderer Paragraph verbot den Juden fortan das Handeln mit sämmtlichen mit „Banderole-Steuer" belegten Gegenständen. Jüdischen Handwerkern, denen bisher die inneren Gouvernements offen standen, sollte fernerhin diese Erlaubniß ganz entzogen werden. In Städten, wo Juden wohnberechtigt sind, dürften nach den projektirten neuen Bestimmungen höchstens 5 Prozent der dortigen Geschäfte, Restaurants 2C. jüdische Inhaber aufweisen. Der Erwerb unbeweglicher Güter sollte ihnen ganz und gar verboten werden. In Petersburg, Moskau und Kiew hatte man für zeitgemäß befunden, den Juden bestimmte Straßen zum Wohnen anzuweisen; es sollten also nach berühmten mittelalterlichen Mustern daselbst neue Ghettos eingerichtet werden!... Ein zur griechisch-orthodoxen Religion übergetretener, getaufter Jude — so hieß es in einem Paragraphen — sei betreffs seiner Rechte den Juden gleichzustellen; erst seine Kinder könnten die Rechte der Christen in Rußland erhalten. Rach dieser kleinen Blumenlese aus der Vorlage wird es Niemanden Wunder nehmen, daß verschiedene russische Würdenträger, welche dieselbe zu Gesicht bekamen, ihrer Empörung deutlichsten Ausdruck liehen. Es wird mit Bezug hierauf Manches erzählt, doch in Petersburg liebt man stets etwas stark aufzutragen, und so ist es denn schwer, das Richtige vom Falschen zu sondern. Jedenfalls kam die fertig ansgearbeitete Vorlage nicht in den Reichsrath, sondern wurde bis zum Herbst 1891 zurückgestellt. Ob sie dann in veränderter Form doch noch zur Beratung gelangt, bleibt abzuwarten, besonders angesichts der Stellung, welche Großfürst Michael Rikolajewitsch, der Präsident des Reichsraths, der Vorlage gegenüber einnimmt. Man erzählt darüber Folgendes: Als der Großfürst die einzelnen Paragraphen durchgelesen hatte, stieß er das Schriftstück bei Seite und brach entrüstet in die Worte aus: „Sind wir denn Asiaten?" Als sich dann ein hochstehender Herr den Einwand erlaubte, daß scharfe Einschränkungen der den Juden gewährten bisherigen Rechte wohl auch in den allerhöchsten Intentionen lägen, erklärte der Großfürst sehr bestimmt, das sei keineswegs der Fall, und fügte hinzu: „Ich fahre sofort selbst zu Seiner Majestät!" Diesen Worten folgte auch unmittelbar die That. Der Zar aber war vollkommen der Ansicht seines Onkels, und die Vorlage wurde ad acta gelegt. Auch versichert man, daß bereits der Minister des Innern Durnowo, dem der Inhalt der Vorlage gleichfalls unzeitgemäß vorkam, dieselbe aus eigener Initiative zurückziehen wollte. — Es ist, wie die „A. Z. d. I." richtig bemerkt, als ein Glück zu bezeichnen, daß die Antisemiten durch die Maßlosigkeit ihres Auftretens sich sehr bald kennzeichnen und dadurch sich vielfach um den Erfolg ihrer Ränke bringen. Die modernen Hamans gleichen hierin den alten auf's Haar. Die russischen Hetzer haben es mm auch dem Zaren zu arg getrieben. Ob die hier erwähnte Vorlage mit der die Juden in Polen betreffenden, von welcher ich Ihnen jüngst wiederholt Meldung machte, identisch ist, darüber berichte ich Ihnen in meinem nächsten Schreiben. ä njet g e rr. Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. Vav (Wölbers. „Altes Gesellschaftshaus", streng rituelles, elegantes Hotel, Restaurant u. Pensionat, von reizenden Parkanlagen umgeben, am Concertplatz und der Wandelbahn. Zimmer auf Tage, Wochen und Monate zu soliden Preisen. Vorzügliche Küche, streng koschere Weine, Münchener Auguüinerbrän. 3074) 3JI. S. Alexander. Wjlelle gksilüjl für meine Tochter, 1ü Jahre alt, in einem Putzgeschäste. Gest. Offerten an Daniel Marchand, Bislich am Rhein. (3008 <^nr mein Sabbat und Feiertage geschl. ö Mannfactnrwaaren- und Honfectionsgeschäft suche einen tüchtigen Detail-Reisenden für eingeführte Touren. Offerten mit Zeugnissen, Photographie und (sfthaltsansprüche unter Nr. 3001 an die (Expedition dieses Blattes erbeten. <^ür einen 14jährigen Jungen aus achtö barer Familie, der eine gute Schulbildung und schöne Handschrift besitzt, wird in einem U"’l rottf geschlossenen Manusactnrwaaren-Geschäfte eine Lehrlingsstelle gesucht. Kost und Logis im Hause. Offerten unter E. 3129 an die Exped. d. Bl. erbeten. "IED (3071 Nürnberg'. Hausdiener am Bahnhof. CüVtt (roh und gebrannt) 8t We-GeWst. en gros Versandt en detail. H. Hirsch, Hamburg, Weststraße 36. Für's Ausland ab Freihafen. (3133