Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1890-06-05 · Heft 44 (5.6.1890) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 44 (5.6.1890)
Date
1890-06-05
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2446951-2448024-2448066--30141-2477904
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

auswärtigen Gemeinden und wohlthätigen Gesellschaften sich entschlossen hat, unser Streben durch Zahlung eines Beitrags zu fördern. Auch unsere Delegirten haben sich viel Dank verdient durch Eintreten für unsere Sache bei den ihrem Bezirke unterstellten Mitgliedern und sich bemüht etwaige Ausfälle durch neue Einnahmen wett zu machen. Wir haben zum Schluß noch einer stillen Feier zu gedenken, die zum Wochenfeste des vergangenen Jahres in den Kreisen unserer Anstalt stattgefunden hat, nämlich des 25jährigen Bestehens derselben. Die Schulkommissson, der Vorstand des Gottesdienstes, vor Allem die ehemaligen Schüler haben es sich nicht nehmen lassen dabei auch meine eigene Thätigkeit an der Anstalt zu feiern und mir als Zeichen ihrer Anerkennung kostbare Geschenke zu verehren. Ich halte mich verpflichtet auch an dieser Stelle hierfür zu danken, da ich doch weiß, daß es nur dieses Wirken für die Anstalt und ihre Jugend ist, die mir ihre Liebe eingetragen hat. Ich habe noch die Bitte, der Schule weiter in aller Liebe zu gedenken. Die Vsepkees*Mren Lefebückee. 8. Die Haesters'schen Lesebücher, die sich wegen der trefflichen Auswahl der Lesestücke stets einer großen Beliebtheit erfreuten, wurden bald nach ihrem Erscheinen durch Dr. E. Hecht zum Gebrauche für jüdische Schulen bearbeitet. Weitere Erfahrungen aus dem Gebiete der Pädagogik machten mit der Zeit eine Umarbeitung dieser Bücher nothwendig, der sich der Herausgeber im Vereine mit dem Seminar - Direktor Georg Richter gern unterzog und so ein Lesebuch herstellte, das allen Anforderungen der Neuzeit entsprach. Folgerichtiger Weise mußten diese Bücher auch für den Gebrauch in jüdischen Schulen umgearbeitet werden, womit nach dem Tode Hechts die Verlagsbuchhandlung den Hauptlehrer M. Blumenfeld betraute. Es liegen nun vor uns: 1) Die Fibel (Essen, 1889. Bädeker), 2) Das Lesebuch für die Mittelklasseu der Volksschule (das. 1887), 3) Das Lesebuch für die Oberklasse der Volksschule (das. 1884). Die Fibel, die sich aus einer deutschen und hebräischen zusammensctzt, hat wenig Umänderungen erlitten und bedarf, nachdem sie in 19 Auslagen erschienen ist, keiner besonderen Empfehlung. Wir wollen für Nichtkenner dieses Buches nur hiuzufügen, daß dieselbe im Anhang eine kurze Darstellung der biblischen Geschichte enthält, welche vorzüglich umgearbeitet ist, bei welcher wir aber nur trotz der schlichten und kurzen Erzählungsweise das Bedenken haben, daß sie etwas zu weit geht: die Beschränkung aus die fünf Bücher Moses wäre unseres Erachtens ein Vorzug gewesen. Was die beiden anderen Theile anbetrifft, so haben wir im Allgemeinen zu bemerken, daß ein Buch für jüdische Schulen sich nicht nur dadurch als ein solches dokumentirt, daß es keine specifisch christlichen Stücke enthält , sondern ganz besonders dadurch, daß es dem jüdischen Schüler Lesestücke darbietet, die ihm einen Blick in den Inhalt seiner Literatur gewähren. Der Geist der jüdischen Denkweise, wie er sich in den Erzählungen des Talmud und Midrasch und späterer jüd. Literatur offenbart, die Glaubeustreue, wie sie uns die Beispiele aus der jüdischen Geschichte erzählen, — dies zu zeigen, sollte ein Lesebuch für jüdische Schulen sich zur besonderen Aufgabe machen, und wenn die Sammlung der „Sippurim", die formvollendeten Poesien Sachs', die naiven Erzählungen Tendlau's und andere reiche Ausbeute liefern: so müssen wir es als eine bedauernswerthe Lücke empfinden, wenn von diesem reichen Material so wenig Gebrauch gemacht worden ist. Wir sehen nicht ein, warum in einem Lesebuche für jüdische Schulen Tendlau's Legenden weniger Berechtigung haben sollten, als die Grimm'schen Märchen und die dem Talmud entnommenen Sentenzen und Sprüche, wie sie beispielsweise von Giuseppe Levi zusammengestellt wurden, als alle die, welche das Lesebuch enthält. Daß das Buch nun mit solchen jüdischen Lesestücken hätte überschwemmt werden sollen, das ist durchaus nicht unsere Meinung, doch hätten wir ein wenig mehr gewünscht, als uns hier geboten wird. Was will es sagen, wenn im zweiten Theile die jüdische Literatur durch ein und im dritten Theil durch etwa fünf Stücke vertreten ist? Wir wissen wohl, daß der Bearbeiter eines gegebenen Buches in gewisser Beziehung gebunden ist, daß er namentlich den zugemessenen Raum nicht überschreiten darf, aber es sind so manche Lesestücke da, welche theilweise veraltet sind, theilweise, namentlich im naturkundlichen Abschnitt, wenig Belehrendes haben, daß sie anderen Erzählungen hätten Platz machen dürfen. Wenn nun aber gar im dritten Theile das kleine, an sich recht hübsche Gedicht „Sonntag" Platz gefunden hat, der „ladet zum Gebete die Menschen allzumal,"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.