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Der Israelit · 1890-06-05 · Heft 44 (5.6.1890) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 44 (5.6.1890)
Date
1890-06-05
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Mlaiter für die israetiiische Schute. (Erscheinen in zwanglosen Nummern.) wbffl Aörthodoxe -MuderrkhumM |^|-OAA OS £ S yO-^j )lS£ mm Nr. 5.] 4k- [5. Juni. Inhalt: Ueber Iugeiid-Mteödienst. — Tie Haesters'schen Lesebücher. — Recennonen. — Briefkasten. d Ueber Augendgottesdienst. d Der Jahresbericht der hebräischen Unterrichts- Anftalt über das Schuljahr 1888/89 und 1889/90 vom Dirigenten Rabbiner Dr. P. N e u st a d t in Breslau bringt eine ausführliche Schilderung über den von dieser Anstalt eingerichteten Jugendgortesdienst, die wir uachfteyend im Interesse unserer Leser wiedergeben. Die von Herrn Dr. Neustadt getroffenen Einrichtungen entsprechen ganz unseren Ansichten über diesen Gegenstand und können wir den Gemeinden, in denen die Verhältnisse es erlauben, nur rathen, diesem guten Beispiele zu folgen. „Der tägliche Gottesdienst unserer Schuljugend," heißt es daselbst, „hat seit Begründung des „Vereins zur Erhaltung eines Jugendgottesdienstes" eine weitere Erstarkung erfahren. Am 16. August 1889 hat die Einweihung der „Synagoge für den Jngendgottesdienst" stattgesunden. Seitdem wird unser Gottesdienst in derselben täglich früh und abends nach altherkömmlicher Weise abgehalten, während die Kinder selbst alle Funktionen, soweit es das Religionsgesetz zuläßt, versehen. Das wcrthvolle religiös-pädagogische Facit, das wir aus dieser Einrichtung ziehen, ist Folgendes. Die Kinder bleiben von früher Jugend auf in steteni Zusammenhang mit dem Gottesdienst und erlangen das nothwendige Verständniß für denselben. Zwei Fragen muß ich hier beantworten, die recht häufig von verschiedenen Seiten au mich gestellt worden sind. Sie treffen die Zeit und das Lokal. Wollte ich etwas Ersprießliches für die Dauer leisten, konnte ich sie nur in dem einen L-inne lösen. Was die Zeit anlangt, bin ich ein prinzipieller Gegner aller modernen Palliativunttel, durch die man die Jugend für den Gottesdienst zu erwärmen sucht. Einmal soll die Jugend meiner Ansicht nach wissen und erfahren, daß der jüdische Gottesdienst in der Gemeinde täglich stattfindet. Wenn man aber sagt, daß die Kinder nicht immer im Laufe der Woche Zeit haben dem täglichen Gottesdienste beizuwohnen, daß sie durch Schularbeiten und andere Abhaltungen verhindert werden, so antworte ich daraus, daß ich im Grunde genommen ans die Zahl der erscheinenden Kinder wenig Gewicht lege; wer Zeit und Lust hat, wird kommen, je mehr desto besser, einen Zwang wird kein vernünftiger Pädagoge ausüben. Die Hauptsache aber ist und bleibt, daß jedes Kind die Gelegenheit zum Gottesdienste haben soll. Der Gottesdienst soll da sein für diejenigen, die kommen wollen. Und hierin liegt zweitens der Vorzug des täglichen Gottesdienstes, daß das Kind jederzeit Gott aufsuchen kann, wann es ihm die Zeit in der Woche gestattet. Daß man außerdem zur Belehrung und Erbauung die Jugend Sonnabend vor oder nach dem Nachmittags-Gottesdienst versammelt, finde ich ganz in der Ordnung, das thnn wir auch; aber hier liegt meiner Auffassung nach nicht der Schwerpunkt des Jugendgottesdienftes. Denn ein gut Stück davon hört das Kind in der Schule, und vereint findet man die Jugend auch zu dieser Zeit

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