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Der Israelit · 1890-06-05 · Heft 44 (5.6.1890) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 44 (5.6.1890)
Date
1890-06-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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■"WM W**'! m‘*=* 1 -V LHH^ZWMMWNtA» WMW 796 bei seinen Beweggründen in einem Jrrthume befunden. Der Angeklagte, welcher einen seinen Jrrthum aufklärenden Brief des Dr. Sello einfach nicht angenommen hatte, bestritt die beleidigende Absicht. Er sei der Meinung gewesen, daß „I. Weimanns Verlag" eine jüdische Firma sei. Der Gerichtshof — fünfte Strafkammer des Berliner Landgerichts I, — erkannte unter Aufhebung des ersten Erkenntnisses auf völlige Freisprechung des Angeklagten. Nach Ansicht des Gerichtshofs soll dem Angeklagten der 8 193 des Strafgesetzbuches stützend zur Seite stehen, da aus der Form die Absicht der Beleidigung nicht erkennbar sei. § 193 handelt von der Wahrnehmung berechtigter Interessen. Welche berechtigte Interessen sind es wohl, die der Angeklagte durch seine Schmähungen wahrgenommen hat? Halle. Der akademische Senat der Universität Halle hat zum ersten Male einen Juden, den medizinischen Professor Dr. Julius Bernstein, zu ihrem Reetor magnificus gewählt. Daß gerade Halle, welches noch bis vor nicht langer Zeit Juden überhaupt nicht als Dozenten zugelassen hat, nun ein solch hervorragendes Beispiel von Vorurtheilslosigkeit bietet, ist in der heutigen Zeit doppelt erfreulich. Glogau, 28. Mai. An einem Hause in der Bailstraße hieselbst ist ein in das Maüerwerk eingelassener Stein entdeckt worden, dessen hebräische Inschrift besagt, daß der Stein im Jahre 1372 zur Erinnerung an einen Hausbau im Ghetto, dem früheren Judenviertel von Glogau, gesetzt wurde. Königsberg. Bei der jüngsten Anwesenheit des Kaisers wurde Rabbiner Dr. Bamberg er zur Hoftafel eingeladen. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Tropau. Von den Unruhestiftern in Wagstadt, welche die Läden mehrerer Juden geplündert haben, wurden 67 von dem hiesigen Gerichtshöfe abgeurtheilt. Der Haupträdelsführer wurde zu 3 V2 Jahren schweren Kerkers verurtheilt, zwei andere Angeklagte erhielten 21/2 bezw. 2 Jahre, die übrigen Strafen von 3—20 Monaten Kerker. M a r o c c o. Tetuan. Biele jüdische Einwohner von Scheaschawan haben sich in Folge schwerer Verfolgungen nach Tetuan und Tanger geflüchtet. Türkei. Damaskus. Das plötzliche Verschwinden eines griechischen Kindes, dessen Leichnam nachträglich in dem Brunnen eines von Christen bewohnten Hanfes gefunden wurde, war die Veranlassung zu dem Gerüchte, daß das Kind von den Juden zu rituellen Zwecken gemordet worden sei. Ohne die Energie des Generalgouverneurs wäre eine Judenverfolgung ausgebrochen. Mehrere Personen, darunter Lehrer und Schüler, wurden mißhandelt. Ein Begräbuiß wurde mit Gewalt verhindert. Der Generalgouverneur versicherte dem Oberrabbiner, daß er mit aller Macht, die ihm zu Gebote stünde, die Ausbrüche des Fanatismus hintanhalten werde, und er hielt sein Versprechen, in dem er das Judenviertel energisch beschützte. Als er hörte, daß der Pöbel die Synagoge stürmen und die Andächtigen tobten wollte, sandte er Soldaten und Polizei hin, welchen es auch gelang, die aufgehetzte christliche Bevölkerung einzuschüchteru. Während sich alle andern Consulate passiv verhielten, war es der britische Consul, Mr. Dickson, welcher ans eigenem Antriebe dem Oberrabbiner seine Unterstützung anbot. n r e r g e ♦ Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. 5,8 Die Mermllren-Fabrik Lazarus Posen W“‘‘' in Frankfurt a. M. empfiehlt ihre künstlerisch ausgestatteten isr. Cultusgegenstände: Kz Chajim, Taus, Kronen, Chanukahlampen, Besomimbüchsen, Sedert>l egenstände, Pokale, Weinhumpen etc. ete. und versendet Muster- Hefte nebst Preis-Courante gratis und franco. Verkaufs - Lokalitäten: Prankfurt a. LI., Berlin W., Zeil 46a., im „Hessischen Palais“. Franzos. Strasse 49, im „Faberliause“. (um gebildeter, tüchtiger Kaufmann, von recht angen. Aenßern, 28 Jahre alt, wünscht in ein altes, gangbares Geschäft einznheirnthen. Ernstgemeinte Offerten mit Photogr. n. Angabe der näheren Verhältnisse erbitte unter M. T. 264 hanptpostlagernd Crefeld. (2886 c^ür ein häuslich erzogenes junges Mädö chen, welches im Haushalt sehr itüchtig ist und etwas Vermögen besitzt, wird von seinen Angehörigen eine passende Partie gesucht. Vermittler verbeten. Offerten unter A. 2911 an die Erped. d. Bl. erbeten.

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