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Der Israelit · 1890-05-22 · Heft 40 (22.5.1890) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 40 (22.5.1890)
Date
1890-05-22
Page
– (sequence 17)
Language
German
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v.'r"1 1 '^1 .V^YI1 * 1^-.-: T* »!>> »> IM Ji >- ■1» E I - ■■■n '.-■ —g"» <f.-, > > XXXl. Jahrgang. Ztveite Krillige zu M 40 i>es „Israelit & Iefchurun". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 9. Mai. Zu der antisemitischen Wahl im 32. Berliner Kommunalwahlbezirke erhält die „Freis. Ztg." eine Mittheilung, von der man wünschen möchte, daß sie sofort Seitens des Oberpostdirektors Schiffmann dementirt werde. Danach soll der antisemitische Stadtverordnete Pretzel an den Oberpostdirektor Schiffmann vor der Stichwahl ein Schreiben folgenden Inhalts gerichtet haben: „Bei der am 15. April stattgehabten Wahl eines Stadtverordneten des 32. Kommunal-Wahlbezirks haben sehr wenige Postbeamten ihr Wahlrecht ausgeübt, so daß es dadurch vereitelt wurde, dem königstreuen Kandidaten der Bürgerpartei dem rühmlichst bekannten Herrn Dr. Bachler zum Siege zu verhelfen. Ich ersuche deßhalb Ew. Hochwohlgeboren ergebenst, geneigtest veranlassen zu wollen, daß die in der Wählerliste verzeichnten Postbeamten der Postämter Nummer 37 und 54 angewiesen werden, bei der Stichwahl am 6. Mai ihr Wahlrecht auszuüben und für den Herrn Dr. Bachler zu stimmen. Eventuel bin ich bereit, diejenigen Beamten, welche am 6. Mai ihr Wahlrecht nicht ausgeübt haben oder für den Gegenkandidaten gestimmt haben, der königlichen Oberpostdirektion namhaft zu machen." Dieses Schreiben habe der Oberpostdirektor den beiden Vorständen genannter Postämter mit der Weisung zugeschickt, die in Rede stehenden Beamten zusammenzurufen, ihnen Kenntniß davon zu geben und durch Namensunterschrift dies bezeugen zu lassen. Es seien darauf sämmtliche Postbeamten Mann für Mann zur Wahl erschienen und hätten dem antisemitischen Kandidaten, dem Redakteur der antisemitischen „Staatsbürgerzeitung" Dr. Bachler ihre Stimme gegeben. Bekanntlich siegte der Antisemit bei der Stichwahl mit 871 gegen 804 Stimmen. Gollantsch. (Provinz Posen), 15. Mai. Unser Rabbiner Herr M. Broh »"j ist zum Rabbiner von Obernik erwählt worden. Welch großer Beliebtheit sich derselbe in seinem bisherigen Wirkungskreise hier erfreute, das beweisen die zahlreichen Verabschiedungen am vergangenen die wahrhaft rührend waren. Möge es Hrn. Rabbiner Broh vergönnt sein in Obernik eine ebenso ersprießliche Thätigkeit wie hier in nngeschwächter Kraft zu entfalten. V. Pleschen, 15. Mai. Herr Dr. Zuckermandel aus Trier ist heute als Rabbiner der hiesigen Gemeinde gewählt worden. Wir begrüßen es mit Befriedigung den Mann, der sich durch seine kritische Herausgabe der Tosefta einen Namen in der Gelehrtenwelt erworben, zum Nachfolger unseres unvergeßlichen Dr. Silberstein y'yr zu erhalten. Oesterr.-llngar. Monarchie. Prag. Die Frage, ob die jüdischen Religionslehrer an Mittelschulen an den Lehrerconferenzen theilzunehmen haben, war strittig und wurde bei den einzelnen Anstalten verschieden behandelt. An manchen Mittelschulen wurden dieselben zu den Conferenzen zugezogen, an manchen jedoch nicht, selbst wenn die betreffenden Religionslehrer dies reclamirten. Der Landesschulrath für Böhmen veranlaßte hierüber eine authentische Entscheidung, und wie wir erfahren, hat der Minister für Cultus und Unterricht in jüngster Zeit angeordnet, daß die jüdischen Religionslehrer das Recht und die Pflicht haben, den Lehrerconferenzen beizuwohnen, da sie einen obligaten Gegenstand vertreten. Es ist zu constatiren, daß, seitdem Herr Dr. Bendiener als Vertreter unserer Eonfession im Landesschulrathe sitzt, ein gesteigertes Interesse für die Rechte derselben an den Tag gelegt wird. England. London, 13. Mai. Unter dem Vorsitze des Abgeordneten Sir Julian Goldsmid fand gestern ein Banket der Anglo Jewish Association statt. Zweck dieser Vereinigung ist, die Lage bedrückter jüdischer Gemeinden im Auslande durch Förderung des Unterrichts und Vorstellungen bei den betreffenden Regirungen zu heben. Mehr als 11 000 Kinder empfangen jetzt in Schulen, die von der Association unterstützt werden, Unterricht in der Türkei, Nordafrika und in anderen Ländern. Der frühere Unterrichtsminister Mundella hielt eine Rede, in welcher er ausführte, daß die jüdischen Schulen den besten

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