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Der Israelit · 1890-05-22 · Heft 40 (22.5.1890) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 40 (22.5.1890)
Date
1890-05-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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xxxl. Aahvgang. M 40, Israelit... Jeschiim«. Zeitslhrist rill Förderims D. Geljtes IIIIÜ Kd. Kebm in Uns. Gmeilldk und Kchllle. Gentral-Hrgan für das ortbodoXe Zudentlium. Begründet von I>r. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 22 Mai 5650 (1890). Ippr- Wegen des hl. Wochenfestes erscheint die nächste Ausgabe unseres Blattes (eine Doppelnummer) Mittwoch den 28. Mai. Leitende Artikel. Sprüche der Wäter. Viertes Buch. XXIV. Fortgesetzt von Liepman Philip Prins. Frankfurt a. M., 18. Mai. Nnnws mn um mim mn 12 ia m-i ibm NM b’TM mpl i> »WN> Nn HJTD N1.T1 '*? ION Mioyn nmj vpw in"jn3 Mirnp psi sp mm 'yn nn -pm* onn rnv^nm rnnvn rrna mmxi m'd m’tWDN n^D 'I.-l HDNp um myoen nyo^ no msN n^> idn vs-nno i'vi' pr6n bi n»^ idn .ytna i n i no« immi tdm nimm ntPD on now nr6p -pna 1^22 Dm in!? *) .pxm \ n i Um die menschlichen Leidenschaften in ihren Ursachen und Wirkungen richtig zu begreifen, bedarf es der Erkenntniß der höchsten Gesetze, unter welchen Natur und Geschichte stehen. Es ist nur ein von dem hohen Ernste unserer heiligen Religion tief Durchdrungener, nur ein hochgelehrter und hochbegabter Denker, nur ein durch morgenländische Glut begeisterter Dichter, nur ein Mann reich an Erfahrungen im Stande, den Stolz und seine Folgen wahrheitsgetreu zu schildern. Die Erzählung Rabba bar Chana's in obiger Agadastelle ist nichts anderes als die Kennzeichnung dieser menschlichen Untugend. «mwa w^'wp mn. Auf dem Pfade des gewöhnlichen Lebens mag ihm wohl das Erzählte begegnet sein! Auf dem Pfade des gewöhnlichen Lebens wurden ihm zwei Erdrisse gezeigt, Dampf und Rauch emporsendend, dieselben Risse, in welche Korach's Rotte versank. Die heilige Schrift spricht von nur einer Oeffnung, die sich den Korachiten aufthat, wieso gewahrte der Rabbi deren zwei? Unser Amora führt sich Moscheh, Israels Lehrer und Führer, vor Augen. Er fragte, auf welche Weise sich dem bescheidenen Hirten das Walten der göttlichen Vorsehung zeigte? Und er sucht sich in die Seelenstimmung, in der Moscheh sich damals befunden haben mochte, zu versetzen. Mit ganzem Herzen an den Leiden des gequälten Israels Theil nehmend, fühlte der in den Hallen des egyptischen Residenzschlosses Erzogene, nunmehr in einsamer Wüste Dahinlebende, den Beruf in sich, Helferund Retter dem Gottesvolke zu werden. Doch wie sollte er dazu gelangen, dieser Regung Folge leisten zu können, er, der nach Midjan geflüchtet, um den Angriffen seiner Gegner zu entgehen, jener Gegner, die ihn schon in Egypten seines Standes und seiner Stellung halber beneideten? Da führte ihn sein Weg nach dem Berge Gottes, dem Horeb, und da s«ih er eine wunderbare, eine göttliche Erscheinung. Ein flammender Dornbusch! Erleuchtende, erwärmende Strahlen, die aber das sonst so leicht entzündliche Dorngestrüpp nicht verzehrten. Eine solche Flamme, die nur spendet, zu ihrer Nahrung aber nichts bedarf, mußte Moscheh klar machen, wie ein von Gott gesandter Befreier, wie ein Leiter und Lehrer eines Volkes, seine hohe Aufgabe zu vollführen hat. Seine Worte, seine Thatcn sollen immer leuchtend und erwärmend, nie aber verzehrend wirken. Mit diesen Vorsätzen handelnd, hat Moscheh immer und immer wieder der seiner Führung anvertrauten Heerde den richtigen Weg zu zeigen gewußt, wußte sie zu bereden und zu beruhigen, wenn Hunger und Durst sie gequält, schützte sie vor schädlichen Einflüssen, zog aber stramm die *) Bergs. Schluß des vorig. Kapitels.

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