Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 39 (19.5.1890)
- Date
- 1890-05-19
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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vw.?'I'TT-''-«,’?^-S2yrS'^,?^F'-S*-v^■'. :' . '"'" ”:"v ' ''■" ‘ 1 716 und wesentlich zu ihrer Genesung beizutragen. In dem abgelanfencn Jahre, in welchem die Influenza und die Dingakrankheit geherrscht, war dem Verein besonders Gelegenheit geboten, vielen armen Kranken helfend zur Seite zu stehen; seine im Krankenhause aufgestellten 20 Betten waren fast ununterbrochen von Kranken belegt, und diele Kranken, die vielleicht in die Arme der Mission gefallen wären, fanden hier freundliche Aufnahme. Der von dem Verein nach Italien abgesandte Rabbiner Joseph Aruvas fand bei den italienischen Glaubensgenossen freundliche Aufnahme und erhielt nahmhafte Geldunterstützungen. Der Verein hatte eine Einnahme von 19,895 Frcs. und eine Ausgabe von 27,220 Frcs., somit ein Deficit von 7325 Frcs. Jaffa, 6. April. Vor einigen Tagen fand die offizielle Ceremonie 'der Inangriffnahme des Eisenbahnbaues der Linie Jaffa-Jerusalem statt. In der Nähe von Jaffa wurde eine Stelle bestimmt, auf welcher der erste Spatenstich zu geschehen hatte. Eine zahlreiche Volksmenge hatte sich versammelt; besonders eingeladene Gäste waren aus Jerusalem und Jaffa gekommen, darunter der Gouverneur des Paschaliks Jerusalem, sowie der Hauptförderer der Bahnsache, Banquier Frutiger, und die Lokalbehörden. Die „Socmtö Anonyme Ottomane" will das Werk in 2 Jahren ausführen. A f r i k a. Marokko. Der Gouverneur vonLewna, Emsaduk, hat kürzlich einen Gewaltmißbranch begaugen. Ein gewisser Jacob Elymy und sein Sohn Ephraim, von Azimur, Blechschläger, wurde von diesem Gouverneur berufen, um ihm eine Arbeit anzufertigen, die nach 14 Tagen beendet war. Die armen Handwerker forderten alsdann ihren Lohn, nm nach Hause zurückzukehren. Emsaduk ließ sie einige Tage warten, und als eines morgens der Sohn kam, um das ihm Zukommende zu fordern, befahl er seinen Soldaten, ihn auf den Boden zu werfen und ihm 600 Peitschenhiebe zu verabfolgen. Die furchtbare Strafe wurde ertheilt als der Vater erschien. Dasselbe Geschick hätte ihn ereilt, wenn nicht der Khalifa zur rechten Zeit dazwischen getreten wäre und den Gouverneur veranlaßt, auf sein blutgieriges Vorhaben zu verzichten. Dieser Greis, sagte er, könnte die ersten vier Hiebe nicht ertragen, und das hieße ihn morden. Der Gouverneur klagte den Sohn an, ihm ein Holzgefäß, welches in jenen Ländern in Gebrau ch ist, gestohlen zu haben; der Israelit bewies, daß dasselbe sein Eigenthum sei; dennoch wollte Emsaduk nicht Vernunft annehnien, und ließ die Strafe vollziehen. Der junge Mann wurde von seinem Vater und einigen Arabern, die ihm beistanden, davongetragen; man brachte ihn in sein Zelt, welches inzwischen ganz ausgeplündert worden war. Endlich gelangten Vater und Sohn mit Mühe am 12. nach Mazagan, und wurden dort von Herrn Nissim Bensinom ausgenommen, der auf das Beste für sie sorgte. Er ließ den jammervollen Zustand des Kranken durch einen Arzt, der ein Attest darüber aussteüte, constatiren, ebenso durch die einheimischen und fremden Behördcu. Zehn Tage lang schwebte der junge Manu zwischen Tod und Leben, sein Fleisch war schwarz und zerrissen. Jetzt befindet er sich besser, aber noch nicht außer Gefahr. Nach Schluß der Redaction eiugetrosfen. Berlin, 18. Mai. Bei dem gestrigen Festgottesdicnft vermochte die Synagoge der Adaß Jisroel kaum die Schaar der Festtheilnehmer zu fassen. Wir konnten uns der Thränen nicht erwehren. Unser Geist streifte die Feier des 25-jährigen Amtsjubilüums unseres theueren wn, das wir vor ca. 14 Jahren begingen. Damals schmetterte Dr. Lehmann der in der Vollkraft seines Lebens stand, das wi O’nyj dpi« von der Kanzel herab und zeichnete in glänzenden Farben das Bild seines und unseres gottgesegneteu Meisters. Aber auch heute stand ein gewaltiger Redner vor dem Herrn auf der Kanzel, die Rede des Oberrabb. Dr. Feilchenfeld übte einen mächtigen Eindruck. Nach dem Gottesdienste erschienen die Deputationen des Seminars, das Eeutralcomilö, in dessen Namen Sanitätsrath Dr. Blumenthal die Ansprache hielt und eine Adresse verlas, dann lösten sich ab die Deputationen der „Achawa", des „Esra-Vereins", der „Amicitia", des Vorstandes der Bclh-ha-Midrasch- Gesellschaft, der einen Ehrenpokal überreicht, d"& xian, der Gemeinde Halberstadt und endlich des „Verbandes ehem.Schüler und Schülerinnen der Religionsschule, in deren Namen meä. Dr. Weyl die Ansprache hie lt und die Mittheilnng überbrachte, daß der Verein eine namhafte Summe zur Stiftung einer „Hildesheimer-Ferien-Colonie" widmete. Wochen - Kalender. Donnerstag, 22. Mai, 3. Siwan. n^DJin 'v' '.l Freitag, 23. Mai, 4. Siwan. Bamftaß, 24. Mai. 5. Siwan nijOP my — 3 pns "OIDU Sabbat-Ausgang 8 Uhr 40 Min. (Mainzer Uhr). Sonntag, 25. Mai, 6. Siwan myni2H 'N Montag, 26. Mai, 7. Siwan nm '2 Festes-Ausgang 8 Uhr 45 Min. (Mainzer Uhr). Dienstag, 27. Mai, 8. Siwanjn rtDN