Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 38 (15.5.1890)
- Date
- 1890-05-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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<^M ÄdrthodoLe MuderrthumÄ —<=>-«53*^— Alatter für die israekilische Schule. (Erscheinen in zwanglosen Nummern.) Nr. 4.1 -sjs- D6e WKMDfHS 4- [15. Mai. Meder Jugendg ottesdienste. Von I. Ellantter, Plauen i. V. (Fortsetzung.) Was Hot also zu geschehen, um der höhere Lehranstalten besuchenden Jugend die Theilnahme am allgemeinen öffentlichen Gottesdienste an Sabbat und Festtagen zu ermöglichen? Für diejenigen, denen religiös-jüdisches Leben in und außer dem Hause bereits eine terra incognita geworden, wirken zu wollen, ist wahrlich vergebliches Bemühen und weder Chorgesang noch Orgelklang, noch deutsche Gebete wie Verlegung des Sabbatgottcsdicnstes auf den Sonntag werden da Abhilfe schaffen können. Wir sehen es ja genugsam, wie der Reformtempel an erschreckender Theilnahmlosigkeit, ja an erschreckender Leere zn allen Zeiten leiden und nanientlich diejenigen, die mit dem Sabbat gänzlich gebrochen und am Sonntag selig zu werden wünschen. Von deren Bekehrung können wir beruhigt absehen, weil jedes Wort, das hierfür verloren geht, in den Wind gesprochen ist. Hier wird es sich darum handeln, die Seelen, die noch nicht ganz verloren sind, zu retten, sie zurückzuführen zum alten angestammten Glauben und wenn auch nur ganz allmählich das Ziel erreicht werden kann. Wenn wir auch da das häuslichreligiöse Leben nicht ganz wiederherstellen können, so werden wir doch mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln indirekt durch Schule und Gottesdienst darauf einigermaßen einwirken können. Da soll aber auch kein Hacken obwalten, sondern Sreinchen an Steinchen wird da eingereiht werden müssen, den religiösen Sinn zu wecken, zu hegen und zu pflegen, damit aus diesem kleinen Steinchen ein Bau entstehe, der allen Stürmen trotzt und allen Gefahren von außen her zu widerstehen vermag. Durch die Schule für das Leben laßt uns wirken nach altem pädagogischen Grundsätze. Das Bedürfniß zur Anbetung und Verehrung des Allgewaltigen muß hier seine feste, unverwüstliche Grundlage finden, weil das Haus uns seine Unterstützung versagt. Doch auch durch die Jugend laßt uns auf das Haus und Familie wirken. Die in der Schule empfangenen religiösen Lehren und Wahrheiten müssen ganz und gar Eigenthum der Kinder werden, damit sic vollends zur Ueberzeugung gelangen, daß nichts den Menschen zufriedener und glücklicher machen kann im Leben, als die überzeugungsvolle Ausübung unserer heiligen von Alters her überkommenen Satznnge < unserer heiligen Religion, und daß sie nur allein im Stande seien den Menschen zu dem zu machen, wozu ihn die Natur bestimmt hat, zum Abbilde der göttlichen Vollkommenheit. Ohne Religion ist und bleibt der Mensch unvollkommen und soll er sich der göttlichen Bestimmung nähern, dann muß er religiös fühlen,