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Der Israelit · 1890-04-24 · Heft 32 (24.4.1890) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 32 (24.4.1890)
Date
1890-04-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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567 Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu Deutschland. Berlin. Ein Gegenstück zu dem Fall „Boretius" ist die Zurückweisung einer jüdischen Schülerin durch Frl. Agnes v. Schmidt, Vorsteherin der höheren Töchterschule Halleschestraße 20. In einem Briefe an die Mutter des Kindes schreibt die Leiterin der Schule, daß sie sich im Laufe des verflossenen Winters anläßlich einer Anfrage der Behörde verpflichtet habe, hinfort nur noch christliche Schülerinnen aufzunehmen. Unter der Behörde kann nur die städtische Schuldeputation verstanden sein, welche in dem Fall Boretius bereits eine Haltung zeigte, die für die meisten Berliner schier unbegreiflich war. Trotzdem aber darf man mit einiger Spannung der Veröffentlichung der Motive entgegensehen, welche die Behörde veranlaßt haben, von Frl. v. Schmidt eine Verpflichtung über die Zurückweisung jüdischer Schülerinnen einzufordern oder doch entgegenzunehmen. Charlotteubirrg. Am 30. März wurde in Charlottenburg die neuerbaute Synagoge cingeweiht. Nachdem bis dahin die früher wenig zahlreiche Gemeinde den Gottesdienst in einem Privathause zu vollziehen genöthigt war, hat sie es unter Beihilfe der Berliner Muttergemeinde ermöglicht, einen würdigen Neubau herzustellen, dessen Inneres einen überaus wohlthuenden Eindruck macht. Ganz besonders effectvoll wirken die in schönster Farbenharmonie hergestellten Fenster, sowie der ebenso Prachtwie kunstvoll in Silber auf blauem Peluche reich gestickte Vorhang. Nach Angabe der Voss'schen Zeitung hat die in diesem Fache hervorragende Firma: Jenny Bleichrode, Berlin sämmtliche Stickereien für die betreffende Synagoge geliefert. — Die Einweihung vollzog der Rabbiner Dr. Maybaum aus Berlin, die Gesänge wurden vom Synagogcnchor unter Leitung des Musikdirektors Lewandowsky trefflich ausgeführt. Die städtischen Behörden und die evangeliche Geistlichkeit waren, neben den Gemeindemitgliedern und den Vertretern der Berliner Gemeinde zu der schönen Feier zahlreich erschienen, der Abends ein heiteres Festessen folgte, dem die üblichen Toaste aus das Gedeihen der Gemeinde nicht fehlte. München, 13. April. Die „Münchener Neuesten Nachrichten" schreiben unter dem Titel: Der kaiserliche Offiziers-Erlaß und die bayrische Armee: Es gibt in der bayerischen Armee keine Regimenter, die nur adelige Offiziers-Aspiranten aufnehmen, es gibt keine katholischen oder protestantischen Regimenter, in den bayerischen Offizierskorps hat der Jude so gut Zutritt wie der Jüngling jeden andern Bekenntnisses und thatsächlich dienen im aktiven bayerischen Offizierskorps auch Israeliten. Aus Vorstehendem ist zu ersehen, daß für die bayerische Armee die Kreise nicht erweitert zu werden brauchen, aus denen das Offizierskorps sich rekrutirt. Wohl hat es auch bei uns nicht an Versuchen gefehlt, den Offiziersstand für bestimmte Kreise zu monpolifiren und nur Leuten von bestimmter Religion die Ofsizierkarriere zu öffnen. Allein diese Versuche sind gescheitert an der weisen Vorsicht unseres Fürsten und an dem gesunden Sinne unseres Offizierskorps. Italien. Rom. Die durch ihre Wohlthätigkeit bekannte Familie Nathan hat sich mit hervorragenden Familien aus allen Theilen Italiens vereinigt, um ein neues Vereinshaus zu begründen, in welchem junge beschäftigungslose Menschen Aufnahme finden sollen, welches den doppelten Zweck verfolgt, erstens denselben ein sicheres und billiges Ashl zu geben, und zweitens eine geeignete Unterstützung zur Erlangung einer Stellung in dem Gewerbe, in der Kunst oder dem Handwerk zu finden, in dem sie erzogen werden. Durch diese philantropische Anstalt dürften viele Unglücklichen vom Laster, dem sie leicht zur Beute fallen würden, zurückgehalten und fleißige, ehrliche Menschen werden. Indien. Laut Mittheilung der „Bombay Regierungsgazette" hat der Gouverneur Herrn Joseph Ezekiel, Oberlehrer der David Sassoon-Wohlthätigkeitsanstalt und Mitglied der Bombay-Universität zum Friedensrichter ernannt. Herr Ezekiel ist der zweite der Beni Israels, der eine so ehrenvolle Auszeichnung erhalten hat, während Herr Samuel Essajee, Prüfungscommissär des Departements für öffentliche Arbeiten, der erste Friedensrichter aus der Benii Jsraelgemeinde ist. Berichtigung. In dem Berichte über das Leichenbegängniß Dr. Lehmanns soll es Seite 538 nicht: Herr Goldsmid war Vertreter der Pekidim und Amarkalim, sondern: Herr M. I. G o l d s ch m i d t s o n heißen. Briefkasten der Redaction. Dt e h r e r e Abonnenten in B. Nach slvv wird in Main; n:nn gesagt, weshalb “CDH erlaubt. Außerdem auch ist es aller Orten erlaubt, wenn DDPi (b. h. so lange das nc eines Großen noch nicht beerdigt ist), sogar an D"nn.

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