Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 29-30 (16.4.1890)
- Date
- 1890-04-16
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2448024-2448053--29846-2477596- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
für baöQ>- Orthodoxe AudeirthumÄ -OM O S E S [1890 10. April s mm mm;fc\ ■/!>w^j Ein Kries m Kerthoid Amrbaly an Ws. Math. Tiefer merkwürdige im Jahre IHfSö an Professor Billroth in Wien gerichtete Brief Auerbachs ist unseres Wissens noch nicht erschienen, verdient aber jetzt bekannt zn werden. An Professor Billroth in Wien, von Berthold Anerbach. Berti n, 31. Dezember 1H75. „Ich möchte nicht, das; man mich mit den jetzt so beliebten modernen Indenschimpfern zusammeuwürfe ..... die bedeutenden Menschen unter den Inden sind meist zugleich Schwärmer, Idealisten, Humanisten." . So beginnt S. 152 die großeAu erkenuluig in Ihrem Buche (Lehren und Lernen der medizinischen Wissenschaften re.) Wenige Zeilen weiter heißt eS „dem unbegabten Inden fehlt die eigentliche Freude an derRomantikdes Martyriums" u. S. 154 schließt die Anmerkung: ..Daß bedeutende Menschen aller Zeiten ititb aller Nationen sich in den großen allgemeinen menschlichen Fragen stets sympathisch begegnen werden, ist klar. Doch eben so klar ist mir auch, daß ich innerlich, trotz aller Reflexion und individueller Sympathie, die Kluft zwischen rein deutschem und rein jüdischem Blut heute noch so tief empfinde, wie. von einem Teutonen die Kluft zwischen ihm und einem Phönizier empfunden sein mag." Zwischen diesem Anfangs- und Endsatze heißt eS dann unter Anderem.was man jüdische Deutsche beißt, sind doch eben nur zufällig deutschredcude, zufällig in Deutschland erzogene Juden, selbst wenn sie schöner und besser in Deutscher Sprache dichten und denken, als manche Germanen vom reinsten Wasser.... Es ist daher weder zu erwarten noch zu wünschen, daß die Inden je in dem Sinne deutsch-national werden, daß sic bei nationalen Kämpfen so zu empfinden vermöchten wie die Deutschen selbst . . . ., es fehlt ihnen dazn die gesummte mittel - alterliche Romantik w." — Inmitten meines -4 nun bald vierzig Jahre geübten Berufes konnte ich die Abwehr dieser Auslassungen getrost anderen zum Kampfe geeignetercnK rüsten und der kläreiwen^ Zeit überlassen. Zu dem aber — Sie mögen das schwärmerisch , sentimental oder gar undeutsch empfunden nennen - schämte ich mich für unser Vaterland, daß durch eine Entgegnung noch weiter und auch dem Auslande gegenüber kund werden sollte, welch' eine Degeneration der Gesinnung bei uns noch möglich ist. Tder ist es denkbar, daß ein Engländer sich so weit erniedrigen würde, Disraeli zu sagen, er sei ein zufällig englisch redender, in England geborener Jude? MM- Pleite Synagoge zu Aatiüor