Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 29-30 (16.4.1890)
- Date
- 1890-04-16
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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529 führer hat das einzige antisemitische Tagblatt Wiens wegen Ehrenbeleidigung verklagt. Das Journal war nun nicht in der Lage, unter den sechshundert Advokaten Wiens einen Anwalt zu finden Es mußte daher dem Blatte ex 0S0 ein Vertheidiger beschafft werden, und der satirische Zufall lenkte die Wahl der Advokatenkammer auf einen Anwalt, Dr. Reizes, der nicht nur dasjenige ist, was man heutzutage „Semit" nennt, sondern der zum Ueberfluffe auch noch einer Familie angehört, deren Oberhaupt von dem antisemitischen Blatte, dessen Vertheidiger nun der junge Doktor werden sollte, wiederholt in gehässigster Weise beleidigt worden war. In letzter Stunde, nämlich unmittelbar vor dem Tage, an dem der Prozeß eröffnet werden sollte, machte nun das geklagte Blatt doch den ersehnten „Fund" — es fand nämlich in der Provinz, in der Hauptstadt der grünen Steiermark, einen Anwalt, der zu seiner Vertheidigung sich bereit erklärte. Aber dieser hatte die umfangreichen Akten noch nicht studirt, und somit mußte die Gerichtsverhandlung vertagt werden. Lemberg. Vor Kurzem tagte dahier unter dem Vorsitze des Landmarschalls Grafen Tarnowski im Landesausschuß eine Kommission, welche nach vierstündiger, sehr lebhafter Debatte nachstehende Resolution gefaßt hat: „In Erwägung, daß die wirthschastlichen und geistigen Verhältnisse der Judenschaft in Galizien einer raschen und gründlichen Abhilfe bedürfen; in Erwägung, daß eine in dieser Hinsicht einzuleitende Aktion nicht nur im speziell jüdischen, sondern auch im allgemeinen nationalen Interesse liegt; in Erwägung, daß die von Baron v. Hirsch geplante Stiftung diesen Zwecken gerade entsprechen soll — wendet sich die Kommission an den Landmarschall mit der Bitte, seinen Einfluß bei der Regierung für die baldige Errichtung der Stiftung mit dem Vorbehalt geltend zu machen, daß der nationale Charakter der Hirsch'schen Stiftung und deren Leitung gewahrt werde. Frankreich. Nancy. Der Oberrabbiner von Algier, Herr I s a a c Bloch, wurde vom hiesigen Consistorium und den Delegirten der Gemeinden auf den hiesigen Rabbiuatsposteu berufen. Anzeigen. Für den folgende» Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. 518 Nie KUbermurell-FubM voo Lazarns Possen 1VW‘‘‘ in Frankfurt a. M. empfiehlt ihre künstlerisch ausgestatteten isr. Cultusgegenstände: E* Chajini, Tass, Kronen, Chanukaklampen, Besomimbfichsen, Seder- Cregenstände, Pokale, Weinhnmpen etc. ete. und versendet Muster- Hefte nebst Preis-Courante gratis und franco. Verkaufs - Lokalitäten: Frankfurt a. M., Berlin W., Zeil 46a., im „Hessischen Palais“. Franzos. Strasse 49, im „Faberhause“. CVn meinem Aussteuer- und Modewaarem <\J geschält, ist eine Lehrlingsstelle offen. Kost und Logis im Hause, an Sabbat u. Festagen ist das Geschäft geschlossen. 1963) A. H. Rothschild, Breiten (Baden). Siicker-Kehrling kann sofort nach Ostern eintreten bei 1972 Josef Oppenheimer, Heldenbergen (Wetterau). G»n einer gebildeten, religio s en <\3 F amilie am Rhein, findet ein junges Mädchen, Aufnahme zur gründlichen Ausbildung in allen Zweigen der Küche und des Haushalts. Gute körperliche Pflege und angenehmen Aufenthalt. Offerten unter H. A. 1930 an die Expedition dieses Blattes erbeten. fttin israelitisches Dienstmädchen gesucht, ® zu einer älteren Dame. (I960 Nanny Karp. Wiitwe. Hanau, Schirnstr. 5. CVit meinem Berlag erschien soeben die <0 sechste stark vermehrte und verbesserte Auflage der ) mirp man Kebriilsches Gebetbuch für die israelitische Jugend zum Uebersetzen eingerichtet und mit Vocabularium und grammatischen Vorbemerkungen versehen von Dr. M. Kalimer. Zweiter CursuS Preis gebunden 1 Mark. Trotzdem diese Auflage fast um das Doppelte vermehrt wurde und die Verbesserungen derselben sehr wesentliche sind, ist eine Erhöhung des Preises nicht eingetreten. Den Herren Schul-Direktoren und Lehrern stehen Ansichtsexemplare gerne zu Diensten. J. Kauffmann, 1849 Frankfurt a. M. /Lin HeirathScandidat wünscht Adresse von Schadchonim in Baden, Pfalz und Hessen und erbittet gefl. Offerten sub. D. 1946 an die Expedition dieses Blattes.