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Der Israelit · 1890-04-16 · Heft 29-30 (16.4.1890) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 29-30 (16.4.1890)
Date
1890-04-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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'**» rrf* j vajy 520!', b!!> i- V für die Universität vollständig auch die für das Rabbinerseminar besitzen, während ein anderer Schüler des Beth hamidrasch mit denselben Aussichten jetzt in die Oberprima des Kaiser-Friedrich- Gymnasiums wohl aufsteigen wird. An dem Unterrichte im Gymnasium haben 44 Schüler, an dem in der Religionsschule 234 (105 Mädchen und 129 Knaben) und an den wissenschaftlichen Vorlesungen 12 junge Leute theilgenommen, so daß alle diejenigen, die durch ihre treue Hingabe die Blüthe der Religionsschule mit erhalten, die Befriedigung haben, daß im abgelaufenen Unterrichtsjahre 290 jüdischen Schülern die ewigen Wahrheiten des reinen Gottesglaubens und eine ideale Lebensanschauung gelehrt worden sind, die später in der ernsten Auffassung des menschlichen Daseinszieles und dem freudigen Ergreifen des aus Verhältnissen und Fähigkeiten sich ergebenden Lebensberufes bei jedem Einzelnen ihren Segen offenbaren mögen! — Frankfurt a. M Die Aeußerungen im Abgeordneten Hause über die jüdischen Schulen unserer Stadt erinnern an einen Versuch des preußischen Unterrichtsministeriums, die genannten Schulen dadurch streng confessionell zu machen, daß man den christlichen Zöglingen den Besuch derselben verleidete. In der Bekanntmachung des Bundeskanzlers vom 2. Sept. 1868 war die Realschule der israelitischen Gemeinde unter denjenigen höheren Lehranstalten aufgeführt, welche zur Ausstellung giltiger Zeugnisse zum Einjährig-Freiwilligen Dienst berechtigt sein sollten. Aber das Provinzial-Schulcollegium zu Eassel beeilte sich, einen Theil dieses wichtigen Rechtes wieder zu entziehen: Es verbot durch eine Verfügung, auch den die Schule besuchenden christlichen Zöglingen Berechtigungsscheine auszuftellen. Auf eine Remonstration des Magistrats und der Stadtverordneten vom 26. Januar 1869 erwiderte das Provinzial-Schulcollegium unterm 18. Februar 1871, daß es bei der angeordneten Beschränkung einfach sein Bewenden haben solle. Am 25. April 1871 brachte der Abgeordnete Sonuemann mittelst einer Interpellation die auch gegen die Verfassung verstoßende Maßregel im Reichstage zur Sprache. Mit besonderem Nachdruck hob er hervor, daß die Verfügung des Proviuzial-Schulkollegiums eine indirekte Aufforderung an die christlichen Eltern sei, ihre Söhne aus israelitischen Schulen zu nehmen und sie anderen Anstalten anzuvertrauen; es war dazu sogar ausdrücklich in der Verfügung gesagt, es seien ja noch Schulen genug in Frankfurt vorhanden, in die man diese Schüler schicken könnte. Dieser eigentliche Sinn und Zweck der Verfügung j war auch richtig verstanden worden; die Zahl der j christlichen Schüler, die früher 70 betragen hatte,! war bis auf 40 herunter gegangen; daß so viel noch geblieben waren, konnte mit Recht als ein Beweis dafür angeführt werden, daß die Eltern dieser Schüler von der Tüchtigkeit der Schule überzeugt seien. Die Interpellation hatte den Erfolg, daß die Verfügung bald aufgehoben und der von der staatlichen Schulbehörde allein ausgegangene Versuch, die jüdischen Schulen streng confessionell zu machen, vereitelt wurde. (Auch die Vorschule der Realschule der israelitischen Religionsgefellschaft wird, wie wir aus der dieser Tage herausgegebenen Einlandungsschrift zur öffentlichen Prüfung ersehen, von einem katholischen Schüler besucht.) O e st e r r e i ch. Wien, 22. März. Bei den heutigen Gemeiuderathswahlen aus dem zweiten Wahlkörper errangen die Antisemiten wiederum große Erfolge. Sie verloren ein Mandat und gewannen fünf. Der bisherige antisemitische Gemeinderath Hostnig in der Juueustadt unterlag mit 780 Stimmen gegen den liberalen Sektionschef Huber mit 869 Stimmen. Auf Landstraße, Neubau, Josefsstadt, welche bisher durch Liberale vertreten waren, wurde je ein Antisemit gewählt. In Favoriten, wo bisher ein Liberaler war, wurden drei Antisemiten mit ansehnlichen Majoritäten gewählt, auf Wieden, wo Antisemiten die größten Anstrengungen machten, den Bürgermeister Prix zu stürzen, wurde der Bürgermeister mit 633 gegen den Antisemitenführer Hauck mit 266 Stimmen gewählt, worüber in liberalen Kreisen lebhafte Genugthunng herrscht. In Margarethen, dem Reichsraths - Wahlbezirk Lueger's, wurde Demokrat Dotzauer nach hartem Kampfe gewählt. Frankreich. Paris, 27. März. Unser Glaubensgenosse Herr Bischoffsheim hatte 1888 eine Summe von 5000 Fr. gestiftet, um dieselbe als Preise für die beste Abhandlung über Schulspiele zu vertheileu. Die Preise wurden jüngst vertheilt. Die ersten Preise von je 1500 Fr. erhielten Dr. Lagrange und General Lewal. — In seiner Antrittsrede gab der Großrabbiner von Frankreich Zadok-Kahn einen Ueberblick über die Geschichte des Judenthums in Frankreich. Er betonte die Liebe der Juden zum französischen Vaterlande, die in dieser Beziehung Niemanden nachständen, und wies auf die vielen von Juden gestifteten Wohlthätigskeitsanstalten hin. Die Juden befänden sich im besten Einvernehmen mit den Anhängern anderer Religionen. Bezüglich

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