Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 27-28 (3.4.1890)
- Date
- 1890-04-03
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Atätter für die israelitische Schule. (Erscheinen in zwanglosen Nummern.) für das SLLr^ WrthodoFe MuderrthumÄ /s e o pC>M O 5 E S \f>- mm 'S® »i «L'M IgflliTO) Nr. 3.] 4m M 4- [3. April. Inhalt: Ueber Jugendgottesdienste. — Ans der Schule. — Ans den Lehrervereinen. — Büchermarkt. — lieber Iugendgottesdirnste. Von I. Ellgutter, Plauen i. B. (Fortsetzung.) Nun wollen wir einmal der Sache auf den Grund gehen und sehen l. weßhalb man auf Einrichtung von Jugendgottesdicnsten gekommen ist und 2. ob der gegenwärtige Modus der Abhülfe der eingenisteten Uebelstände auch der richtige sei. 1. Da unsere Jugend nach Ansicht der gegenwärtigen Generation in Folge des Schulbesuchs am Sabbat wie in Folge von Ueberbürdung mit häuslichen Arbeiten seitens der Gymnasien und höheren Töchterschulen nicht die Muße und Gelegenheit zur Abhaltung und Beiwohnung eines öffentlichen Gottesdienstes haben, so müssen die höheren Söhne und Töchter einmal — wenn auch nur im Monat — Gelegenheit finden, bei eventuellem Wollen einem Gottesdienste beizuwohnen. Dies wäre gewiß alles sehr schön, wenn man da nicht gerade etwas an den Haaren herbeiziehen würde, was sich bei einigem Nachdenken viel einfacher und bequemer Herstellen ließe und sogar ohne Orgel und Ehorgesang und ohne die Jugend ganz und gar allein dabei in Anspruch zu nehmen. Wir entfernen uns eben in neuerer Zeit viel zu sehr von dem althergebrachten Wege, anstatt uns immer fester demselben anzuschließen. Wie wars denn eigentlich früher? Wir brauchen da nicht nach Jahrhunderten, sondern um wenige Jahrzehnte zurückzugreifen und wir werden uns ganz gut zu erinnern wissen, daß man da ganz bequem ohne gesonderte Jugendgottesdienste höhere Schulen besuchen und seinen religiösen Obliegenheiten vollkommen nachzukommen vermochte. Oder glaubt man etwa, daß man früher keine höheren Schulen besucht hat und daß da Eltern ihre Kinder ohne jegliche profane Bildung haben heranwachsen lassen? War der Schulbesuch ehedem ein Hinderniß zur Ausübung unserer heiligen Satzungen und Bräuche? Glaubt man etwa der monatliche oder halbmonatliche oder gar wöchentliche Jugendgottesdienst wird auch nur das Geringste der leider im Uebermaße vorhandenen Uebelstände des religiösen Lebens beseitigen? Nie und immer! Wer noch ein wenig religiöses Gefühl besitzt und es in seinen Kindern erhalten wissen will, wird leicht Mittel und Wege hierfür finden, er wird auch zudem Mittel und Wege finden für die Erschließung des religiösen Lebens derselben in der Familie. Ja, wir wiederholen es hier nochmals: „Es haben in früheren Zeiten auch Jsraliten — wenn auch nicht in dem Maße wie jetzt höhere Lehranstalten besucht und haben dabei jüdisch leben, fühlen und denken können,