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Der Israelit · 1890-04-03 · Heft 27-28 (3.4.1890) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 27-28 (3.4.1890)
Date
1890-04-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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rWW,';' ,WJL|| : I!11 -111 J*.i i.ii..,,i^li M WJW wMt«yur MW» XXXI. Jahrgang. M27 &2$. Israelit ««*» Jeschmun. ZkNschrlst M FSrdmulg D. Gellles M W. Lebens ln Hans. GkNelüde nnü Kchnle. Gentrat-Hrgan für das orthodore Iudenlhum. Herausgegeben von Dr. Lehma«« in Mainz. Donner ft ag, den 3 April 5650 (1890). Wir geben heute eine Doppelnummer, da wegen des hl. Peßachfestes die nächste Nummer (wiederum eine Doppelnummer) Mittwoch, den 16. April, erscheint. Leitender Artikel. Die tritt PtrhBnüung Dtr Knechtschaft in €gpten. (Zum Pesachfeste.) Von Bezirksrabbiner vr. Ehrmann in Baden (Schweiz). Für eine richtige Würdigung der Zwecke und Ziele, welche Israels Aufenthalt in Egypten in Gottes die Menschheit erziehenden Weltplan fördern sollte, muß man dieser in der gesammten Weltgeschichte einzig dastehenden Erscheinung bis in ihre allerersten Anfänge nachgehen. Lange bevor das israelitische Volk den cgyptischen Boden betreten hatte, wurde dem Ahn in nächtlicher Erscheinung das seinem einstigen Volke bevorstehende Verhängniß enthüllt und von dem es begleitenden Gottesworte gedeutet. Das mit Abraham geschlossene göttliche „B ü n d n i ß zwischen den Opferstücken" wie im 15. Capitel des 1. B. M. berichtet wird, enthält den Schlüssel zu einer befnedigenden Erklärung der Geschicke Israels in Egypten. Mitten in eine durch Abgötterei entartete Welt streute Abraham die erste Lichtsaat des Gottesgedankens, deil einst seine Nachkommen, zu einem großen Volke geworden, zum Segen aller Völkerfamilien durch die gesammte Menschheit tragen sollten. Dafür reist Abraham von Ort zu Ort und von Land zu Land, um die verschiedenartigen Religionssysteme seiner Zeit zu bekämpfen und dafür setzt er sein Leben und die Ehre seiner Sara dem zügellosen Fanatismus seiner jeweiligen Umgebung aus. Er kämpft nicht nur mit dem Worte, sondern die Verhältnisse drücken ihm geradezu das Schwert in die Hand, das er, der Einzelne siegreich gegen die mächtigen Fürsten seiner Zeit führte. Bis jetzt hatte Abraham nur in die Geiftessphäre seiner Umgebung eingegriffen, nachdem er nun aber auch ihren materiellen Machtkreis in so empfindlicher, seine wunderbare Ueberlegenheit bekundender Weise angetastet hatte, begreift sich die Furcht, in welche gerade dieser Sieg ihn versetzen mußte. *) Dieser Furcht tritt daher Gott mit den Worten entgegen: „Nach diesen Begebenheiten — den unmittelbar zuvor berichteten Siegen — erging das Wort Gottes an Abraham in einem Gesichte: „Fürchte dich nicht Abraham, Ich bin dein Schild, dein Lohn wird sehr groß sein." (1. B. M, Cap. 15, 1.) Dieser von Gott gewährleistete Schild- Schutz, läßt die Abraham umgebenden Neider in ihrer numerischen und materiellen Ueberlegenheit und Abraham in seiner ihn isolirenden Schwäche, verhindert und -vereitelt aber dennoch jeden Angriff auf den von Gott Geschützten und so läßt der Abraham schützende Gottesschild keine Furcht aufkommen. Aber ein anderes Bedenken regt der ihm von Gott zugesicherte Lohn an. Lohn ist eine Gegenleistung für etwas bereits Geleistetes, ein Ersatz für einen Einsatz. Abrahams Bescheidenheit hält das von ihm bereits Geleistete für so verschwindend gering, daß er den Gedanken einer Belohnung nicht zu fassen vermag. Hätte Gott ihm Kinder gewährt, die ebenfalls durch ihr ganzes Leben das väterliche Wirken unterstützt und gefördert hätten, so wäre 1) So erregt auch bei Jakob gerade der siegreiche Erfolg seiner beiden Söhne Furcht, wie sie 1. B. M., 34, 30 ausdrücklich motivirt wird.

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