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Der Israelit · 1890-03-31 · Heft 26 (31.3.1890) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 26 (31.3.1890)
Date
1890-03-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXI. Jahrgang. M S«. Israelit«»Ieschurun. Zritslhrist?ur Mernng D. Geistes imö jöd. Keiiens in Uns. Gemeinde nnd Klhnir. KenLrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von Vr. Lehma«» in Mainz. Montag, den 31. März 5650 (1890). IW" Da mit dem 1. April 1890 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitende Artikel. Orthodoxie. AusklSrung mik> Kildimz. Von I s a a c Hirsch. VII. (Schluß.) Die orthodoxe Lehre aber löst alle Räthsel, beschwichtigt jeden Zweifels pLchrMt kläruttF^VM erzeugt eM die Thora als das wahrhaftige Gotteswort und Gottesgesetz erkennen, als den Boden unserer Lebensanschauung, als den granitenen Unterbau unserer Lebensstellung. An der Hand der orthodoxen Lehre lernen wir uns begreifen in der Hoheit der uns von Gott zugewiescnen Aufgabe, der erste Baustein zu sein zu dem die Menschheit umfassenden Gottesreiche, welchem auf verschlungenen Pfaden die Völker alle durch die unsichtbare allmächtige Waltung Gottes entgegengeführt werden. Die orthodoxe Lehre läßt uns also die besonderen Gesetze begreifen, welche uns für die Lösung dieses priesterlichen Berufs ertheilt worden find und gestaltet unser Wesen zu einem einheitlichen mit dem höchsten Ideale als Strebeziel, dem Kriterium der höchsten Veredelung der menschlichen Natur, dem Kennzeichen der höchsten Bildung. Darum ist das orthodoxe Judenthum jeder Wissenschaft hold, die zur Erkenntniß der Wahrheit führt, darum begrüßt es in jedem redlichen Streben nach Wahrheit eine ihm verwandte Geistesrichtung, darum ist es ein Träger der Aufklärung und Bildung und fördert den geistigen und sittlichen Fortschritt in der Entwicklung der menschengesellschaftlicheu Verhältnisse. -pn 'v'vn ntßw. „Aller Fortschritt ist derer, die sittlich ganz sind im Lebenswege, die gehen in der Lehre Gottes, — aller Fortschritt derer, die Seine Zeugnisse wahren, mit ganzem Herzen Ihn suchen." „Tn ’D’on, die ganz sind im Wandel, die ihren Wandel Einem Grundsatz unterwerfen — und von diesem Grundsatz ihr ganzes Sein undWollel^e^n ^^^m^^^r^^ganzes inneres und sich zu einem Ziele hinbewegen, umfaßt alle innere und äußere Lebensrichtungen — rmy nsm die von Gott gestifteten, Sein Wollen und Walten bezeugenden Institutionen, wie nzv, nDD u. s. w. hinsichtlich dessen, was Gott der Welt und uns gewesen ist, und wie n^’D, rw'rr u. s. w. hinsichtlich dessen, was Gott uns ist und sein will und wir Ihm sein sollen. Diese Zeugnisse wahren sie, daß sie ihrer immer klar und deutlich gegenwärtig sind, und an der Hand dieser Zeugnisse „suchen" sie Gott, streben sie mit ganzem Herzen darnach, in ihrer Gegenwart und vor Allem in Seinen Beziehungen zu ihnen, Gottes Walten und Wollen zu erkennen und Seiner Nähe inne zu werden."*) Wir wissen sehr wohl, daß es ehedem in Deutschland — und auch jetzt noch außerhalb seiner Grenzen — jüdische Kreise gab, welche sich gegen die allgemeine moderne Wissenschaft und Bildung abwehrend verhielten. Die Schuld hierfür trägt aber nicht die Orthodoxie, sondern die Reform, welche die Parole ausgegeben, das alte, echte Judenthum sei mit der modernen Bildung nicht zu vereinigen und diesem Axiom gemäß auch in der *) Hirsch'S Commentar 119, 1 und 2.

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