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Der Israelit · 1890-03-27 · Heft 25 (27.3.1890) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 25 (27.3.1890)
Date
1890-03-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXI. Jahrgang. M 25. Israelit«>Jeschurun. Zkltstzrlst jur FSlderW D. Grlllks unö jüd. ftbttis in Ans. GrmMe und KHyle. Emirat-Hrgan für das orthodoxe IudenLHum. Herausgegeben von Dr. Lehman« in Mainz. Donnerstag, den 27. März 5650 (1890). NE" Da mit dem 1. April 1890 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Es ist uns gelungen, ein hochinteressantes Manuscript: „Helldunkel", eine jüdische Hl^P; Erzählung aus dem Leben Rembrandt's und Manasse Ben Israels, von Professor Dr. I. Manefeld zu erwerben und werden wir mit dem Abdruck desselben im Laufe des nächster Quartals beginnen. Redaetion des „Israelit" & „Jeschurun". Leitender Artikel. Sabbat Kaggadot. "Mainz, LS. üfetärg. Der Sabbat vor dem Peßachfefte führt den Namen: SabbatHaggadol, der großeSabbat. Diese Bezeichnung wird im Tur Orach Chajim Cap. 430 durch jein großes Wunder erklärt, das am Sabbat vor dem Auszug aus Egypten sich vollzogen hatte. Das Peßachlamm, heißt es an genannter Stelle, das unseren Vätern in Egypten zu opfern geboten war, mußte bereits am 10. Nisfan beschafft werden, wie es geschrieben steht: „Am 10. dieses Monats sollen sie sich ein Lamm nehmen für das Haus der Väter, ein Lamm für jedes Haus." Der Peßach, an welchem unsere Väter aus Mizrajim gingen, war, wie es in Seder Olam heißt, am fünften Tag der Woche. Der 10. des Monats war somit an einem Sabbat. Da nahm sich ein jeder ein Lamm für sein Peßachopfer und band es an seinen Bettpfosten. DieEgypter fragten: Was soll das Euch? „Wir wollen es als Peßachopfer auf Geheiß unseres Gottes schlachten", lautete die Antwort. Da knirschten sie die Zähne, weil die Israeliten ihre Götter schlachteten, und sie waren nicht im Stande ihnen auch nur mit einem Wort entgegen zu treten. Wegen dieses Wunders nennt man den Sabbat: Sabbat Haggadol, den großen Sabbat." Gegen diese Begründung wird geltend gemacht, daß ihr zufolge, nicht dem Sabbat vor Peßach, sondern dem zehnten Nissan, das Prädikat „groß" zukäme, während wir den Sabbat vor Peßach so bezeichnen, auch wenn er, wie z. B. dieses Jahr nicht auf den zehnten Nissan fällt. Der Umstand, daß der zehnte Ntssatt damals auf einen Sabbat fiel, scheint doch mit dem erwähnten Wunder in keinem inneren Zusammenhang zu stehen. Ein tieferes Eingehen auf die Bedeutung des Sabbat und auf diejenige des uns hier beschäftigenden Wunders dürfte jedoch den innigen Zusammenhang beider leicht ergeben. Zunächst möge daran erinnert werden, daß nach der durch die Weisen vermittelten Ueberlieferung, unsere Väter selbst unter dem schwersten Druck dennoch den Sabbat hielten. Moscheh habe nach dieser Uebcrlieferung bei Pharao den siebenten Tug als Ruhetag für seine Brüder erwttkt, indem er dem Tyrannen nahe legte, daß ein solcher Ruhetag in seinem eigensten Interesse sei. Seine Sklaven würden sich aufreiben, wenn sie ohne Pause, Tag und Nacht unablässig ihrer Arbeit nachgehen müßten,- während die Einbuße eines Arbeitstages reichlich durch die neugewonnene Kraft der von ihren Mühen erholten Arbeitern ersetzt würde. Moschch hatte den bereits in der Schöpfungsgeschichte als von Gott geheiligten Tag, noch lange bevor seine Feier Israel durch göttliches Gesetz geboten worden war, bei seinem Volke eingeführt. Wenn es für einen treuen Diener, der den Willen seines Herrn ahnt, ohne daß derselbe ihn ausspricht, keine freudigere Genugthuung gibt, als auf die Jntentioner seines Gebieters einzugehen, so hat man einer

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