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Der Israelit · 1890-03-20 · Heft 23 (20.3.1890) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 23 (20.3.1890)
Date
1890-03-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXI. Jahrgang. M 23. Israelit »>.-> Zeschmun. ZeltMst jor FUrdemg W. ©elftes uni) ilö. Gebens io Koos, ©eoieiobe unö Kchole. AenLrat-Hrgan für das orthodore IudenLHum. Herausgegeben von Dr. Lehman« in Mainz. Donner st ag, den 20. März 5650 (1890). Da mit dem 1. April 1890 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleidet. Leitender Artikel. Zum Monat Nissan. Von vr. H. Sänger. Die Verkündigung des Monats Nissan hat für uns stets etwas Erhebendes, Beglückendes. Nächst der Befreiung aus Sklaverei, nächst der Erfüllung der göttlichen Verheißung an Abraham betreff der Zukunft seines Volkes, nächst Hoffnung, die uns daraus für alle Zeit erwachsen, daß Gott uns gerettet und retten wird vor allen drohenden Gefahren, knüpft sich an den Befreiungsmonat noch ein anderes, wichtigeres, erhebenderes Moment: die Einweihung des des ersten Heiligthrrms, das hier aus Crden dem Einzig-Ewigen errichtet wurde. Es verlohnt sich wohl, dessen Eintheilung und seine inneren, wichtigsten Einrichtungen nach ihrer Bedeutung für uns zu durchforschen. In drei Haupttheile zerfällt das piwo, in den nyiD bmN nsn, „den Hof des Stiftzeltes", in das ^mx, „das Stiftszelt" unb das ctbhp ’BHp, „das Allerheiligste." In der Vorhalle stand der Opfer alt ar. Dieser repräsentirt den äußeren gottesdienstlichen Theil, das äußere Leben unseres Volkes. Im zweiten Theile, im eigentlichen nwv bn'.x, stand der Räucheraltar, der Leuchter und der Tisch der Schaubrode. Dieser Theil repräsentirt die mit dem äußerlichen Leben schon mehr innerlich zusammenhängende, nicht mehr rein materielle Seite. Das Allerheiligste enthielt nur den;nx mit den Gottestafeln, als Repräsentant unserer hohen, geistigen Aufgabe. Der Mensch soll auch in sich und durch sich ein solches pera vorstellen; seine Aufgabe umfaßt das ganze Leben nach allen seinen Seiten und Schattirungen. Wer also zweckentsprechend leben will, muß alle diese Abstufungen seiner Aufgabe kennen lernen. In erster Linie setzt sich das Menschenleben aus irdischen Trieben und Neigungen, aus irdischen Bedürfnissen und Anforderungen, aus Tugenden und Lastern zusammen. Gutes und Schlechtes, Erlaubtes und Unerlaubtes, frohe und schlimme Ereignisse, Freude und Schmerz, Glück und Elend wechseln miteinander ab. So bietet sich uns äußerlich das Menschenleben dar. Der Erde Sorge und Last, der Erde frohe und heitere Gaben drücken bald tief nieder zu Boden das gequälte Menschenherz, bald lassen sie es aufjubeln, erheben es hinauf zu freud- und lichtvoller Höhe. Nur darf der Mensch den Stützpunkt nicht verlieren, bei irdischem Leid nicht verzweifeln, zur Zeit des Glückes muß er maßvoll bleiben. Er soll in sich eine Stätte errichten, einen Altar aufbauen, auf dem er, wenn Gott ihn beglückt mit der Fülle seines Segens, seinen Dank spendet; zu dem er sich flüchtet, um von dort aus im Gebete die Hilfe Gottes zu erflehen. wenn Noth und Gefahr, wenn körperliches Leid ihn bedrängt und bedrückt; wo er sich niederwirft vor seinem Vater im Himmel mit der Bitte um Vergebung, wenn er sich vergangen; wo er Befferung gelobt und Muth und Kraft sich holt, um der Versuchung zu widerstehen. Nur so kann der Mensch den rechten Weg wandeln, nur so sich zurechtfinden in den Jrrgängen des irdischen Lebens. Der Gedanke, daß wir aus uns ein Heiligthum

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