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Der Israelit · 1890-03-03 · Heft 18 (3.3.1890) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 18 (3.3.1890)
Date
1890-03-03
Page
– (sequence 12)
Language
German
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320 Nehme, sondern ceremonielle Sitte dargebracht hatte — doch auch so manche Blume, die Unbekauvte gespendet hatten, bis ins Herz erschüttert VA« dem Geschicke des armen Todten. Die studentischen Korporationen bildeten vor der Leichenhalle eiuen Halbkreis; hinter ihnen nahmen die übrigen Leidtragenden Aufstellung. Die Verwandten und Freunde des Verstorbenen standen am Sarge. Tiefer, gewaltiger Ernst lag auf der Versammlung. Man wußte, daß der Tod in diesem Falle ein ganz besonderes Opfer gefordert - daß nicht Naturnothwendigkeit, nicht blinder Zufall ihn herbrigeführt hatte, sondern frevelhaftes Spiel mit einer gesetzwidrigen Einrichtung, die sich ans der rohe», dunklen Zeit des Mittelalters bis in unsere Tage erhalten. Der Sarg enthielt einen Jüngling , getödtet von einem andern Jüngling, einen Deutschen, getödtet von einem anderen Deutschen — eine« nach Wahrheit und Wissenschaft ringenden Studenten, getödtet von einem Kommilitonen! Und wer empfand nicht die Wahrheit der Worte, die jetzt der Rabbiner sprach? Sie waren bitter, aber sie waren gerecht. „Einen Judenjungen haben sie Dich geschimpft!" ruft der Geistliche dem Todten zu, „Ein Judenjungen!" Und um seiner Religion, seiner Abstammung willen hat er dem Tod die Hand reichen müssen, ihm in das Grab zu folgen, wo er meinte, frisch und froh den Kampf des Lebens beginnen zu können, ausgerüstet mit der Kunde, Kranken, unglücklichen Menschen Gesundheit uud Glück zu bringen. Ja, bitter waren die Worte, und so manchem der Anwesenden fiel es schwer, sie anzuhören. Unter den Mitgliedern des S.-C. entstand wiederholt Unruhe, und mau schien zu unterhandeln, ob man der Fortsetzung der Feier beiwohnen sollte. Unbekümmert darum vollendete | der Geistliche seine Rede — eine Rede, aus der! der tiefempfundene Schmerz, der tiefverletzte Stolz! des Inden hervorklang. j Oesterreich. -Ung. Monarchie. j Wien, 14. Februar. Der Laudesschulrath j oibnetc Erhebungen gegen die antisemitischer Agitationen beschuldigten Lehrer an. Wien, 18. Februar. Der Realitätenbesitzer Herr Julius Frank! hat dem Wiener Wärmeftuben- und Wohlthätigkeitsvereinc bckauntgegeben, daß er geneigt sei, demselben zur Errichtung einer Wärmestube im zehnten Bezirk ein Grundstück im Ausmaße von hundert Ouadraiklaftern zu schenken. R n ß l a n d. Odessa, 14. Februar. Das hiesige Bezirksgericht hat 32 Gehilfen jüdischer Rechtsanwälte, fast sämmtlich Juden, aus der Lifte gestrichen, dasselbe that das Bezirksgericht mit 4 vereidigten Sachwaltern. Wochen - Kalender. Mittwoch, 5. März, 13. Adar -inDN n’JJ?n Ausgang des Fasttags 6 Uhr 35 Min. Donnerstag, 6. März, 14. Adar O'HS Freitag, 7. März, 15. Adar cniö Samstag, 8. März. 16. Adar npDEH ’D Sabbat-Ausgang 6 Uhr 40 Min. (Mainzer Uhr). Druckfehlerberichtigung. In Nr. 17 lies in dem Artikel „Zur Organisation der Färaclitcn in Ungarn" Seite 294, Zeile 5 v. u. statt „Kraft, enthaltung" „Kraftentfaltung". Mnßeiigen. Für de» folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. InMMvnU&p i SatiltM lUifproduct Für Kinder u. Kranke mit Milch gekocht spec. geerkikt die Verdaulickkeit der Milch. — Ueberall vorräthig. Sit mein Knepf- und Posamentirgeschäft such« einen Lehrling unter günstigen Le-inguvgen. Samstags frei. Gustav Rapp, Frankfurt a. M. 114# Neue Leil 55. CVcI) suche einen Lehrjungen, welcher unter c\j günstigen Bedingungen die Metzgerei und feine Wurstlerei erlernen kann. Js. Mayer, Metzger, 11351 Landau (Pfalz». Wir suchen per bald ein tüchtiges LMÄVchrerr. das sowohl im Haushalt, als auch in der Küche erfahren ist. 1118s Lorig u. Levy, Solingen. d^us achlb. Familie wird eine fleißige j. Dame zur Stütze der Hausfrau gef., welche mehr aus famil. SteÜung als auf Gehalt sieht. Im selben Hause wird auch ein Lehrling f. d. Manufacturwaarengefch. angenommen. Off. unter E. D. postlag. Grona in Hannover erbeten. (1151

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