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Der Israelit · 1890-02-27 · Heft 17 (27.2.1890) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 17 (27.2.1890)
Date
1890-02-27
Page
– (sequence 23)
Language
German
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WWMWWWWW W«WW W^WWMWWWWWWWWWWWWWWWWWWWWW 307 Aus den Lehrervereinen. Ans Hessen. Am 20. Okt. er. fand unter dem Ehrenpräsidium Sr. Ehrwürden des Herrn Provinzialrabbiner Dr. Korcf die Konferenz der Lehrer ans dem Rabbiuatsbezirke Hanau zu Hanau statt. Für dieselbe war ursprünglich dem Unterzeichneten ein Referat und Herrn Lehrer Strauß- Gelnhausen das Eoreferat über das Thema gegeben worden: „Der Pentateuchunterricht in der jüd. Volksschule, die verschiedenen Uebersetznngen und Wie sind Stellen, die dem kindlichen Gemüthe nicht angemessen sind, zu behandeln?" Unterzeichneter war durch Einberufung zu einer sechswöchentlichen Reservcübung verhindert und Strauß-Gelnhausen erklärte sich zuvorkommender Weise bereit, die Ausgabe allein zu übernehmen. Referent erging sich in kurzen, kernigen Worten über die Unentbehrlichkeit des Pentatenchnnterrichts, schilderte in zündender und begeisterter Sprache seine Wichtigkeit und Bedeutung für das jüdische Volk, berührte die stets offene Streitfrage, ob auch Mädchen zu dieser Disziplin herangezogen werden sollen und ging endlich zu dem Ziele über, wobei er voranssctzte, daß in Religionsschnlen noch im zweiten, in Elementarschulen mindestens zu anfang des dritten Schuljahres mit dem Pentateuch begonnen werden müsse. Von einem cxzerptioncllen Unterrichte sei im Interesse des historischen Zusammenhangs abznsehen. 2) Auch Mädchen mögen zum Pentateuch-Unterricht herangezogen werden. 3) Ziel des Unterrichts: Verftändnißvolle, läufige Uebersetzung der 5 Bücher Moses. ge^ Thesen über diesen Theil: ) Dem Pentateuch als wichtigsten Unterrichtsgegenstand gebührt ein großer Theil des gesammten Religionsunterrichts. Ueber die verschiedenen Uebersetznngen hatte sich Referent mit rühinenswerthem Fleiße informirt, nur bedauerte er, daß so viele derartige Bücher erscheinen und auch einige durch geschickte Reklame in den Schulen Eingang gesunden haben, die thatsächlich zu den schlechtesten zählen und denen man die zu Grunde liegende Spekulation schon beinl ersten Blatt ansieht. Je nach dem vorherrschenden Prinzip theilte er die Uebersetzung in drei Gruppen. 1) Gruppe- Mendelsohn; d. h. einem ganzen Verse im Texte eine abgeschlossene Uebersetzung gegcuüberstehend. Solche Uebersetznngen sind die von Zunz, Hirsch und Bamberger. Referent gibt der Zunz'schen ttebersctzung, als der correktesten, dem kindlichen Gemüthe am meisten angepaßtcn, den biblischen Ton am besten treffenden, den Vorzug als S ch u l b u ch. 2) Gruppe, welche das Kind durch Präparation die Uebersetzung finden lassen will. Repräsentanten: Dr. Hecht, Joel, Nathan und Dr. Meisel. Diese Uebersetzung findet Referent theilweise nicht ganz correkt, theilweise zu wissenschaftlich. Doch empfiehlt er einen Versuch mit dem bei A.Eahn, Soberuhcim erschienenen Büchlein von Dr. Hecht. Die 3. Gruppe bilden diejenigen Werkchen, die dem Worte die Art zu übersetzen gegenüber stellen. Repräsentant Rudolf Fuchs (ein Oesterreicher), der diesem Prinzip Bahn gebrochen. Das Werkchen hat den Vorzug, Eigennamen unverändert wieder zu geben, Erklärung einzubehalten und Zeichnungen aus der Stiftshütte beizugeben; dagegen den Mangel, daß die Wortfolge dem hebr. Texie oft nicht entspricht, wodurch Verwirrungen entstehen können. Zwischen diesem Werkchen und dem nach demselben „Muster" später erschienenen von Wiesen ist nach dem Referenten der Unterschied nur der, daß letzteres die jüdischen Erklärungen die Fuchs hat, in ähnlicher oft sogar in übereinstimmender Weise auf deutsch bringt, daß e^ statt Nippen — „Ribben", statt Schlange — „tofltnn", außerdem eine Reihe von eigenthümlicheu Wortbildungen, wie „mißstimmig", „Gefängnißhans" u. s. w bringt. Nachdem der Vortragende noch Dr. Kroners Leitfaden, den er jedoch mehr Uebungsbuch als Leitfaden nennt, erwähnt und gelegentlich der Anführung einer Uebersetzung des mährisch-schlesischen Lehrervereins (nrfcin ros) die große Rührigkeit der österreichischen Kollegen rühmend hervorhebt, geht er zum dritten Theil des Vortrages iikr, in welchem er als Norm gelten läßt: Alle stellen, die von sexuellen Ausschweifungen handeln, sind wegznlassen, alle andern, die Religiousvorschristeu enthalten, sind möglichst dnrchzngehen, wenn auch natürlich ohne Erklärung und nicht als Aufgabe für das Haus, da der Lehrer besonders in letzterem Falle den Eltern gegenüber in äußerst unangenehme Situationen kommen könne. (? 'i Red.) — Nachdem der Vorstand des Vereins Herrn Strauß für die äußerst gediegene und gründliche Behandlung auch im Namen der Versammlung gedankt, eine Debatte über die beiden ersten Theile des Vortrags nicht für uöthig gefunden wurde, fand eine kleine Meinungsverschiedenheit über den dritten Theil nur in so ferne statt, als es sich darum handelte, wann d. h. in welchem Schuljahre solche Stellen durchzunehmen seien. Doch fand auch hier die Meinung des Referenten, die auch von Herrn Dr. Kores getheilt wurde, den meisten An-

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