Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1890)
- Date
- 1890-02-27
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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>WWMW»WMWWWWWW ~c^/v\ Wrthodose «MuderrthumÄ Alätter für die israelitische Schule. (Erscheinen in zwanglosen Nummern.) Nr. 2.1 [* |S KW W. l-7. 4- Febr. Inhalt: Ueber ^ugeiidgotteLdienste. — Aus den Lehrervereinen: Ans Hessen. — Briefkasten. — Büchermarkt. lieber flugenögottesöienfte. d Bon I. Ellgutter, Plauen i. 2'. Man hat in rkeuercrZcit sich bemüht, für das allmähliche Aufgcben unserer alten Einrichtungen einigen Ersatz zu schaffen und so will man auch unserer Heranwachsenden Jugend von all denk Herrlichen und Schönen, das uns von unseren Altvordern überkommen, einen kleinen Nest retten, damit auch sie ein schwaches Bewußtsein von dem bekommen, was wir besessen, damit auch sie hierdurch einige geringe Kleinigkeiten vom praktischen Judenthum erfahren. Darum hat man in den letzten Jahren hier und da Jugendgottesdienste eingerichtet, welche theils allsabbatlich, monatlich oder halbmonatlich stattfinden. Die Jugend soll da am Sabbat Nachmittag zu einem Gottesdienst in der Synagoge sich einfinden, der lediglich ihrethalben ins Leben gerufen worden. Dieser Gottesdienst soll meist Ersatz bieten für den täglicheu Gottesdienst in und außer dem Hause, für das praktisch-jüdische Leben in der Familie, für die Sabbat- und Festtagsgottesandachten, denen angeblich aus Mange! an Zeit oder in Folge der Anwesenheit zum Schulunterrichte nicht angewohnt werden könne. Wenn wir es auch sehr löblich finden, daß man sich bestrebt, um der Jugend Begeisterung für den angestammten Glauben einzuflößen, ihr etwas Außerordentliches in Hinsicht des Gottesdienstes zu bieten, so können wir doch nicht umhin, es hier unumwunden ausznsprechen, daß die Einrichtung von besonderen Jugendgottesdiensten uns als etwas so Gekünsteltes erscheint, daß wir uns für diese Institution der Neuzeit noch nicht recht zu erwärmen vermochten. Warum verläßt man den natürlicheren Weg? Warum verlangt man für die Jugend etwas Apartes V Die Gottesdienste in den Synagogen sind für Alle da und nicht nur für bestimmte Altersstufen und Geschlechter. Ebenso hätten die Familien, deren Oberhäupter an den heiligen Sabbaten und Festen ihren Geschäften nachgehen, einen besondern Gottesdienst an den Sonntagen, beispielsweise während der Kirchzeit beanspruchen können, die Fräulein Töchter wiederum zu einer andern Zeit, weil sie zu gewissen Zeiten Schule, Musik-, Zeichen- und Malunterrieht haben. Was dem Einen recht, ist dem Andern billig. Und eines Jeden Passionen auch hierin, also in Bezug auf gottesdienstliche Einrichtungen erfüllen, das dürfte doch wohl für die