Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1890)
- Date
- 1890-02-27
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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SSWWWWW» 302 Uebersetzen, und wenn der Knabe konfirmirt(!) wird, beantwortet er dem Lehrer einige einstndirte Fragen und der zukünftige Israelit ist fix und fertig; denn nach dem zurückgelegten 13. Jahre hört der hebräische Unterricht gänzlich auf. Der Knabe unbemittelter Eltern genießt nicht einmal diesen homöopathischen Unterricht. Die Eltern können ihn nicht bezahlen, und von einer anderen Seite wird dafür nicht gesorgt. Um diese Uebelstände endlich zu beseitigen, wäre cs höchst nothweudig, auch in unserer Provinz Posen Bezirks-Rabbiner anzustellen, und zwar auf die Weise, daß drei bis vier kleinere Gemeinden einen Rabbiner besolden. L. I. Braunhardt. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 17. Februar. In einem Briefe an den Abg. Ruczk a hat sich der römisch katholische Bischof in Taruow, Lobos, über die Rede des Abg. Bloch lobend geäußert, weil der Letztere die christliche Vertheidigung der Juden gegen deren Verfolgungen, und zwar namentlich jene der römischen Päpste, in seiner Rede hervorgehoben hat. Herrn Dr. Bloch gingen von vielen in- und ausländischen | isr. Gemeinde- und Privatpersonen Anerkennungsschreiben zu. ® n 8 I fl II d. London, 16. Febr. Heute Abend 5 Uhr fand der feierliche ncon für den sel. Ehief Rabbi in der „Hambro-Synagogue" (die älteste der Eity- Synagogen der Aschkenazim) statt. Der rühmlich bekannte Rev. Mr. S. M. Gollaney eröffnete den Gottesdienst mit Psalm XV, und trug hieraus das Mincha-Gebet in erhebender Weise vor. Die Vorsteher-Box war von Mr. van Praagh, Mr. S. Jacobs und Mr. van der Linde besetzt. Rev. Dr. Hermann Adler und Mr. Marcus Adler, sowie viele Frei nde, fast sämmtliche Talmudgelehrte Londons und eine große Anzahl von Gemeinde-Mitgliedern waren anwesend; die Synagoge wurde festlich beleuchtet. Mit vieler Rührung und gewandter Beredtsamkeit schilderte der Redner Rev. Mr. Spiers '"j p'-ini, das Privat- und öffentliche Leben und Wirken unseres unvergeßlichen geistlichen Oberhauptes. Am Beginne seiner Ansprache führte Mr. Spiers die Ansicht des ipjr rva mtp an, wonach ein ->LON für einen anerkannt bedeutenden Din TDPn, selbst wenn sich derselbe dies verbeten hatte, gehalten werden dürfe, weil Bescheidenheit da, wo eine Gesammtheit mit in Betracht gezogen wird, nicht anwendbar sei. Damit erklärte der Redner die bekannte Talmudstelle: nuy ’it noK'ü „Hier gilt keine Bescheidenheit, wenn ein großer Rabbi dahigegangen ist und die Hinterbliebenen ihrem Schmerze Ausdruck verleihen wollen." Die Predigt schloß mit dem Aufruf an die Versammlung, im Sinne des edlen Dahingeschiedenen zu handeln und den Frieden in der Gemeinde aufrecht zu erhalten. Auch im Beth-Hamidrasch wurde ein nson vom Rabbiner Jacob Rainowitz, welcher als höchst bedeutender Talmudgclehrter allgemein bekannt ist, abgeh Uten. Egypten. Eine für die geschichtliche Bibelforschung ungemein wichtige Nachricht kommt der „Voss. Ztg." aus Aegypten zu. Der amerikanische Gelehrte und Aegyptolog Wilbour, einer der ersten Kenner und Samniler ägyptischer Alterthümer, meldet in einem aus Luxor, dem alten Theben, vom 28. Januar d. I. datirten Briete, durch Ankauf in den Besitz eines mit 32 Schristkolumnen in Hieroglyphen bedeckten Steines gelangt zu sein, dessen Bedeutung für die Geschichte Josephs in Aegypten nach der mitgetheilten Abschrift nicht zu unterschätzen ist. Der Text, welcher in deutlichen Zeichen die Titel eines bisher vollständig unbekannten Pharao aufführt, erzählt, wie in dem vierzehnten Regierungsjahre desselben ein gewisser Chit-he es versucht habe, durch religiöse Handlungen und sonstige Mittel „bei dem sehr großen Unglück in Folge der während der Zeit von sieben Jahren nicht eingetretenen Niluberschwemmung" ein weiteres Unglück zu verhüten. Diese Nachricht paßt vollkommen auf die biblische Erzählung von den sieben theuren Jahren, welche der damals dreißigjährige Joseph dem Pharao seiner Zeit gcwcissagt halte. Schon in einer anderen Inschrift aus einem Grabe bei El-Kab, deren Abfassung in die Zeit zwischen 1800 und 1700 vor der gew. Zeitrechnung fällt, ist die Rede, „von vielen Jahren der Hungersnoth," welche damals in Aegypten geherrscht hatte. Indem sich die Wissenschaft in der Lage befindet, nunmehr in Folge der neu entdeckten Inschrift den Namen des damaligen Königs genau angeben zu können, erwächst der Bibelforschung ein ganz unerwarteter Gewinn. A m e r i k a. Jndianopolis. Die hiesigen Zeitungen melden den im Alter von 100 Jahren erfolgten Tod von Frau Eva Shannon, der ältesten Hausgenossin des Asyl's für alte und kränkliche Israeliten. Sie erfreute sich bis kurz vor ihrem Tode einer guten Gesundheit. Frau Shanon war aus London gebürtig, wo sie im Jahre 1780 geboren wurde.