Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1890)
- Date
- 1890-02-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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295 faßt, zu den „früheren" und beispielsweise Jesaja zu den „späteren" Propheten zu zählen, eine Bezeichnung, die höchstens Hagogai, Secharja und Maleachi zukäme, □\rss\'o 'j sind, wie Abarbanel richtig bemerkt, als historische Bücher nichts anderes als der einleitende, als erste Theil der prophetischen Bücher, während omvtin 'j der zweite und letzte Theil derselben bilden. 2. runi» m wmi. Anfangs-Unterricht in der mosaischen Religion von Rabb. Dr. Nathan Grün. 1. Stnfe. Prag 1889 Brandeis. Pr. 40 Psg. 3. mmic m min. Lehrbuch der mosaischen Religion und der bibl. Geschichte. Von demselben. 2. Stufe. Das. Preis 60 Psg. In diesen Büchern sieht man doch, entgegengesetzt dem vorhin besprochenen, Wie? und Wo? Man erfährt doch, daß das Indent hum etwas mehr verlangt, als nur die Verpflichtung die Moralgesetze zu üben. Anknüpfend an die biblische Geschichte, welche in der ersten Stufe bis zur Gesetzgebung, in der zweiten bis zum Schluß der Richterzeit geführt wird, wird eine Reihe von Gesetzen mitgetheilt, die, wenn auch nicht ausführlich behandelt, doch derart gegeben sind, daß sie den Lehrer zur ausführlichen und eingehenden Besprechung auffordern. Die Sprache ist schlicht und einfach, kurz und doch inhaltrelch; der Stoff ist klar und übersichtlich geordnet. Zeitungsnachrichten und vr»espondenzeu. Deutschland. Lechenich, 21. Februar. Die „Kölnische Zeitung" bringt in der Abendausgabe vom 19. dss. Mts. über die Antisemiten das Urtheil eines Mannes, der zu den Vertrauten unseres Reichskanzlers gehört. Es heißt in dem Blatte wörtlich: Der Geh. Legationsrath v. Knsserow, der als Vertrauensmann des Fürsten Bismarck gilt, hat zum großen Aerger des „Reichsboten" in Wesel als Cartellkandidat auf eine Anfrage über seine Stellung zum Antisemitismus gesagt: „Es ist immer ein Vorzug, wenn man nicht zum ersten Male in einer Frage interpeüirt wird. Dieselbe Frage wurde mtr in Bremen vorgelegt und ich hatte nicht Unglück mit meiner Antwort. Ich werde mir erlauben, ungefähr wörtlich wiederzugebcn, was ich damals sagte: „Ich halte die Judenhetze für in hohem Maße verwerflich, namentlich, wenn sie von sogenannten Gebildeten betrieben wird." Ich fügte noch hinzu: „wenn ein Geistlicher sich dazu hergibt, so prostttuirt er das Christenthum." (Lebhafter Beifall). — Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir die Annahme für berechtigt halten, daß auch bei unserm weisen Kanzler das Spiel der Antisemiten als ein verwerfliches gegolten hat. M. S.—n. Jglau. Die hiesige Stadt-Vertretung hat in ihrer am 30. Januar abgehaltcnen Generalversammlung ihre tolerante und lieberale Gesinnung gezeigt. Die hiesige israelitische Gimeinde bezieht aus der Eommunnalkaffe eine jährliche Unterstützung von 560 fl. für Schulzwecke. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde hatte um Erhöhung dieser Summe angesucht. Der Magistrat beantragte eine Aufbesserung bis auf 800 fl. Die Stadtvertretung ging jedoch noch weiter und bewilligte den Betrag von 1000 fl. jährlich. Damit hat die Stadtvertretung ihre Borurtheilslosigkeit in glänzender Weise bekundet. Oesterr. - Ungar. Monarchie. Wien, 23. Februar. Der Verein „österreich. israel. Union", dessen segensreiches Wirken sich immer mehr bei der österreichischen Jndenheit bemerkbar macht, und dessen lobenswerthe Tendenz es ist, den Gemeinsinn unter den österreichischen, speziell den Wiener Juden zu wecken, die Lethargie, die sich vielen Kreisen unserer heimischen Glaubensgenossen bemächtigt, zu bannen, hat Donnerstag den 20. d. M. in seinem Vereinslokale der Kuhner'schen Restauration eine patriotische Feier zu Ehren des hundertsten Todestages des unvergeßlichen Kaisers Joseph II. „des Schätzers der Menschheit" abgehalten. Die von Hunderten von Mitgliedern besuchte Versammlung, in welcher wir auch viele Mitglieder des Cultusvoistandes, die Herren Salomon Kohn und Gemeinderath Dr. Stern und andere Honoratioren, wie den Herrn Reichsrathsabgeordneten Dr. Bloch u. a. bemerkten, wurde von dem Präsidenten, dem Cultusvorftandc, Universiläts-Docenten Dr. Grünfeld eröffnet, indem er in kurzen aber warmen Worten die Verdienste des großen Kaisers, dessen Sinn für die Freiheit und religiöse Duldung wir Juden so vieles verdanken, feierte. Hernach hielt den Feftvortrag der bekannte Historiker Herr Professor Dr. Gerson Wolf, welcher nahezu eine Stunde das andächtig lauschende Publikum aufs spannendste fesselte. Wir bedauern nur, daß uns der knapp zugemessene Raum in diesem Blatte nicht gestattet, diesen meisterhaften Vortrag, wenn auch nur auszugsweise, zu skizziren und wollen wir daher nur einige besondere Momente, die für uns Juden Interesse haben, hervorheben und berühren.