Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 15 (20.2.1890)
- Date
- 1890-02-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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259 Bertheidigcr der Armen geriren, zur Arbeit, zur Selbsthilfe greisen sollen, daß sie aber nicht durch Erweckung von '.«leid gegen Andere, die mehr haben, diese von der Arbeit ableukeu. Da eine solche Brandfackel gegeir das Geseß erhoben wilrde, um gegen dasselbe zu reagiren, glaube ich, daß die beste Antwort darauf sein wird, wenn das hohe Hans, entgegen dein Anträge dieser Herren, durch einen mit möglichst zahlreichen Stimmen gefaßten Beschluß in die Spezial-Debatte über diesen t^escßentwlirf eingeht. (Lebhafter Beifall.) Das Eingehen in die Spezial-Debatte wird sodann beschlossen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Berlin, 18. Febr. Das jüngst im österreichischen Reichstage mehrfach erwähnte Gutachten Ganganclies in Angelegenheit der Blntbeschnldigung der Inden ist von mir i. I. 1885 nach einer im Archiv der jüdischen Gemeinde in Rom befindlichen Eopie,' aus dem Italienischen (das inzwischen in der Ilevue des etüdes juives erschienen ist) ins Deutsche überseht, heranSgcgeben worden. Ich habe dieser Schrift Ganganclies herrliche Worte in seinem Briefe von 3. Oktober 1759 mitgegeben; sie lauten: „Ich betrachte alle Menschen als Brüder; meine Wonne ist, wenn die Unglücklichen sich all mich wenden." Wenn ich damals in der Einleitung bedauert habe, das; ich das Original dieses Gutachtens nicht ermitteln konnte, so vermag ich doch jetzt ergänzend mitzntheilen, das; ich dasselbe, nachdem ich im vorigen Jahre auch zum Archivio segreto in Rom freien Zutritt erlangt hatte, dort zugleich mit der Bittschrift der Inden in Polen, wo zur Zeit jene Blntbeschnldignngen grassierten, anfgcfnnden habe. Soweit der geringe Borrath meiner Schrift noch reicht, ist dieselbe zum ermäßigten Preise von 1 Mark durch H. Engels Buchhandlung hier (Klosterstraße 15) zu beziehen. Für Lehrer-Vereine stelle ich bis zlim l. März d. I. eine kleine Anzahl von Exemplaren gratis zur Verfügung. Dr. Berliner. Berlin, 18. Februar. Die Versendung der Schriften des fünften Jahrgangs in dem hebräischen Literatur-Verein Mekize Rirdamim wird noch vor Ablauf des Februar c. erfolgen können. Bei der gesteigerten Theilnahme, die der Verein in den verschiedensten Gegenden gewinnt, wird auch die Leistungsfähigkeit desselben immer größer werden. Es gelangen jetzt zur Versendung: l) Eommcntar znm Hiob-Buche des Samuel b. Rißim nuo», ans dem 12. Jahrhundert. 2) Machsor Vitry, I. Lieferung. 3) Hilchot Gedolot, II. Lieferung. 4) Mischnah-Eommentar des Maimonides, III. Lieferung. Ren cintretende Mitglieder erhalten bei der Zahlung des Jahresbeitrages von zehn Mark die früheren Lieferungen der sub 3 und 4 bezeichneten Schriften gratis, wenn sic bis znm 1. April c. ihren Beitritt znm Verein erklären. Dr. Berliner. W. Berlin, im Febr. In der kleinen Gemeinde „Ahabat Schalom" (Liebe znm Frieden), diesich in der Rosenthalerstraße ihren eigenen größeren Betsaal hält und die Fahne des orthodoxen Judenthums zum Panier erwählte, feierte das Ehepaar Mendelsohn das Fest seiner silbernen Hochzeit. Der Inbeltag fiel gerade auf einen Sabbat und die Gemeinde beging diesen Tag in festlicher Stimmung im Gotteshause. Unter anderem ließen sich die Mitglieder der Gemeinde fast ausnahmslos zur „Thora" rufen, um Gaben für Arme und Bedrängte zu spenden. — Der seit 18 Jahren bestehende Humanitäts-Verein „Gcw nl Tow" zur gegenseitigen Unterstützung irr Krankheits- und Todesfällen, dessen Generalversammlung wir anwohnten, ist ans kleinen Anfängen hervorgegangen, besitzt aber doch schon ein Baarvermögcn von 14,000 Mark. Er gewährt seinen bedürftigen Mitgliedern in Krankheitsfällen freien Arzt, Medizin und 10 Mk. tvöchentlich, und in; Falle des Todes übermittelt er der etwa bedürftigen Wittivc 3—50() Mark. Schwabach. Dem Rechenschafts-Bericht über die Talmnd-Thora-Schnle (Präparandenschule) in Schwabach von Districts-Rabbiner L. Wißmann pro Januar 1888 bis Januar 1889 entnehmen wir: Durch die allgemeine Unterstützung hochherziger Spender ist es nicht nur möglich geworden, die laufenden bedeutenden Ausgaben zu bestreiten, sondern noch einen Uebcrschns; zu erzielen und wäre cs nur zu wünscheu, das; diese allgemeine Betheiligung andanere und sich immer mehr steigere, damit wir in den Stand gesetzt werden, einer noch größeren Anzahl von Zöglingen die Wohlthaten der Anstalt zuwenden und ein eigenes Gebäude erwerben zu können, was im Interesse der Anstalt in jeder Beziehung von unberechenbarem Nutzen wäre. Die Anstalt hat auch das Lcrtraucn ihrer Gönner zu rechtfertigen gesucht, indem durch Vermehrnng der Lehr- und Wohnränmlichkeiten, durch Ertheilnng von Musik-, Zeichen- und Turnunterricht 20. 2C. Sorge getragen wurde, daß die Anstalt in jeder Beziehung allen Anforderungen entspricht,