Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 13 (13.2.1890)
- Date
- 1890-02-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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224 M. Gaster ein Abkommen getroffen hat, daß Schüler der „Alliance Israelite“ aus ihrer orientalischen Vorbereitungsschule in Paris von Zeit zu Zeit in der Ramsgater Anstalt Aufnahme finden werden. Wir leben der festen Hoffnung, daß man diesen Zöglingen einen st r e n g religiösen Unterricht und nur str e n g r el i g i ö s e Erziehung angedeihen lassen werde, daß sie später als würdige Vertreter des Judenthums den Gemeinden chres Geburtslandes vorstehen können. L. M. P a l ä st i n a. Jerusalem. Vor uns liegen die Jahresberichte der „Thalmud-Thora-Schule" und der „Etz- Chaim-Hochschule", sowie des „Deutsch-isr. Biccur- Cholim-Hospitals" der h. Stadt. Ersterer weist eine Einnahme von 24,955 und eine Ausgabe von 26,068 Frs., also ein Deficit von 1112 Frs., auf. Wer die Nothwendigkeit und Wichtigkeit der erstgenannten Institute, in welchen die Jugend und Erwachsene zur Thora herangezogen werden, kennt, wird mit uns es tief bedauern, daß dieselben in mißlichen finanziellen Verhältnissen sich befinden, und wollen wir daher nicht verfehlen, dieselben dem Wohlwollen unserer barmherzigen Brüder und Schwestern in Europa insbesondere zu empfehlen. Das Deutsch-isr. Hospital leidet an derselben Ealamität; es vereinnahmte 28,036 Fr., während die Summe von 31,076 Frs. verausgabt wurde. In diesem Spitale, welches gegenwärtig 34 Betten besitzt, fanden 614 kranke Brüder und Schwestern Aufnahme, consultirten 8600 Kranke unentgeltlich den Anstallsarzt, und erhielten ohne jede Bezahlung die vorgeschriebenen Arzneimittel. Es bedarf gewiß keiner besonderen Worte, edle Wohlthäter auf dieses so segensreich wirkende Hospital aufmerksam zu machen und zur reichlichen Unterstützung zu veranlassen. Jerusalem. Die Blumenthalschule „Doresch Zion", zählt gegenwärtig 87 Schüler und zwar größtentheils Waisen. Diese Kinder erhalten in dem Institut außer einer religiösen Erziehung auch Kleidung und Verpfleg u n g. Die außerordentlich gestiegenen Kosten, die gänzlich aufgebrauchten Resourceu sind schuld, daß sich die Anstalt in dem traurigsten finanziellen Zustande befindet. Unter diesen Verhältnissen sieht sich das Schulcomitö genöthigt, zum ersten Male einen Appell an wohlthätige Glaubensgenossen in Europa zu richten. Die französischen Juden haben bereits in Folge Aufrufes des Oberrabbiners Zadok Kahn namhafte Spenden gegeben. L. M. A m e r i k a. New-Aork. In dem schriftlichen Nachlaß einer alten Frau, deren Bruder viele Jahre in Amerika lebte und auch gegen die Südstaaten mit Auszeichnung kämpfte, findet sich in einem Briefe desselben folgende interessante Episode: „Einen warmen Freund habe ich hier", schreibt der junge Soldat an seine Schwester, „an unserem Oberst gefunden, den Oberst Green, ist nicht nur mein Landsmann, sondern auch mein Glaubensgenosse. Wie fromm er ist, davon zeugt Folgendes: Am letzten Jom-Kippur hatten wir ein scharfes Kavalleriegefecht bei Castville. Während des Gefechtes reichte ein gemeiner Soldat dem im Schweiße gebadeten, von Pulverdampf geschwärzten Oberst die Feldflasche. Dieser aber lehnte freundlich ab mit dem Bemerken, dgß heute sein höchster Fasttag sei. Kurz darauf erhielt Green einen Streifschuß ins linke Bein, der ihn kampfunfähig machte. Er wurde aus dem Gefechte 'nach der Ambulanz gebracht und hier traf er in dem Dr. Harrison einen englischen Glaubensgenossen. Sofort eilte Dr. Harrison unserem tapferen Green zur Hilfe und legte ihnm einen Verband an. „Doktor", sagte Green zu dem Arzte, „thun Sie diemsa und erkundigen sie sich bei den leichter Blessierten, ob wir vielleicht i’jc zusammen bekommen". Der Arzt that es, und es wurden in der That zwölf Glaubensgenoffen zusammengebracht. Ob zwar kein -mniv da war, wurde doch gebetet, der Oberst machte den Vorbeter und ich kann Dich versichern, ich habe noch nie so andächtig gebetet, wie hier beim Krachen der Kanonen und Stöhnen der Verwundeten. Gott hat mir geholfen, meine schwere Wunde ist glücklich geheilt." San Francisco. Die Stadt Denver, Colorado, ist wahrscheinlich die erste Stadt von Südamerika, die ein jüdisches Hospital haben wird. Rabbiner Friedmann und zwei Begleiter haben eine l 4 tägige Reise durch die Hauptorte von Colorado und Neu-Mexico gemacht und über 3000 Dollars für diesen Zweck gesammelt. Dem Projekt wird schon deßhalb von vielen Seiten zugeftimmt, weil viele Kranke nach dieser Gegend kommen, um die gesunde Luft der Rockey Mountains zu genießen. L. M. Cincinnati, im Januar. Es ist außerordentlich selten , daß der Be gründer einer wohlthätigen Gesellschaft so begnadet wird, daß er in noch voller Rüstigkeit das fünfzigjährige Bestehen derselben begehen kann. Dies ist der Fall bei dem