Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 13 (13.2.1890)
- Date
- 1890-02-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V” t.J ' :*.wm! 4-. -■ ww y^su-uw?r.^ywg XXXI. Jahrgang. M 18» Israelit....»Zeschmun. MWst W Mmug jSd. Grlstes M jSd. Kebeos in Sans, Gemludr und KAlr. Gentrat-Hrgan für das orthodore IudentHum. Herausgegeben von Dr. Lehman« in Mainz. Donnerstag, den 13. Februar 5650 (1890). Leitende Artikel. fine ScheKalimSetrachtung. Von Rabbiner Dr. Mannheim er in Lauenburg (Pommern). Alljährlich, wenn des Winters grauer Wolkenschleier schwindet, und wenn draußen Flur und Hain im weißen Winterkleid noch prangen, doch im Innern der Natur, noch unbemerkt vom Menschenauge ein reges Leben beginnet, da regen sich auch im Herzen des jüdischen Volkes die Frühlingsgedaukcn und wir richten unsere Blicke hinauf in jene alte Vergangenheit, wo die eisige Rinde starren Druckes geborsten, und froh das Volk im Frühlingshauch der goldenen Freiheit hknauszog, um die Wanderung anzutreten durch des Lebens Wüste, ihrem Retter ein Heiligthum zu errichten, das sie begleite auf allen ihren Wanderzügen. Und als dies Heiligthum errichtet werden sollte, da erging das Wort Gottes an Moscheh: „Wenn du aufnimmst die Gesammtzahl der Kinder Israels — so soll Jeder einen halben Schekel geben, als Hebe dem Ewigen, damit kein Sterben unter ihnen sei, wenn du sie musterst. Der Reiche soll nicht mehr, und der Arme nicht weniger geben, als einen halben Sch ekel!" Aus diesen Schekeln wurden nach der Ueberlieferung die Füße verfertigt, auf denen die Wände und Säulen des Heiligthums ruhten. Und als Israel im heiligen Lande in friedlicher Ruhe des göttlichen Segens theilhaftig, weilte, da ward alljährlich mit dem anbrechenden Freudenmonate Adar die Mahnung an die alte Schekelspende verkündet; o’VpB'n i'p'vLD Ywa -irwa „der Reiche nicht mehr, und der Arme nicht weniger als einen halben Schekel." Und so ist heute noch der Sabbat Schekalim der erste jener vier großen Sabbate, die erste jener vier gewaltigen Stufen, die hinaufführen zum Gipfel aller Freiheitsideale, zum Feste, das all diese Ideen in sich vereinigt, zum Peßachfeste. Und wenn auch Alles noch im tiefen Schlummer ruhet, wenn noch nicht „die taufend fleißigen Hände" sich zum Peßachfeste regen, im Innern doch keimt der Gedanke schon, den uns der Schekalimsabbat lehret, und schon erklingen laut in unsren Ohren die süßen Klänge heitrer Frühlingsmelodien. Warum aber konnte Israel nur durch die Schekalim gezählt werden, warum lag finstres Unglücksomen in jeder anderen Zählung verborgen, jnn na oVir pow, welcher Gedanke also liegt dieser Schekalimspende zu Grunde? Wie so viele unserer jüdischen Satzungen und religiösen Gebräuche den Gedanken der „Gleichheit" unter allen jüdischen Menschen laut verkünden, wie so viele Lehren mit eindringlicher Sprache predigen, daß der Jude nicht nach seinem materiellen, sondern nach seinem inner« Werth bemessen werden soll, — so wie im Gotteshause Arm und Reich im gleichen Betgewande ihr Herz dem himmlischen Vater ergießen, sowie im Tode Arm und Reich im gleichen Linnenkleide vor Gottes Thron erscheinen, so ist es besonders die Schekelspende, die uns diese Lehre tief ins Herz einprägt, daß nur das Innere dem Menschen seinen wahren Werth verleiht, v'yv' xh ‘nm jot xh -vipyn, daß der Reiche nicht mehr, und der Arme nicht weniger ist, rvxnoo, das lernen wir vom halben Schekel. Und mögen die goldnen Säulen seines Palastes im elfenbeinernen Getäfel sich widerspiegeln, und mögen seines Hauses Wände im reichsten Prachtschmuck ihn weithin abgrenzen vom armen Bruder im Jakobszelte, vor Gott, da bersten solche Schranken und nur der Mensch als Mensch, er steht vor Ihm. Ein Blick in das Innere des „Mischkan" bot