Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 12 (10.2.1890)
- Date
- 1890-02-10
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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ordneten Camille Dreyfuß und dem Marquis de Moräs staltfand, werden folgende nähere Einzelheiten berichtet: Der Marquis ist seit der antisemitischen Rede, die er am 25. Januar in der Wählerversammlung in Reuilly zwischen Drumont und D^roulöde hielt, öfters genannt worden. Am 27. Januar ging Dreyfuß in seiner „Nation" mit dem Marquis unsanft ins Gericht und dieser schickte ihm am nächsten Tage seine Zeugen. Man einigte sich darüber, daß der Zweikampf auf Pistolen am 2. Februar in Belgien stattfiuden sollte. Es sollten sechs Kugeln aus 20 Meter Distanz und aus Kommando gewechselt werden, allein Dreyfuß wurde schon beim ersten Gange am rechten Vorderarm verwundet, nicht gefährlich jedoch, denn nach Anlegung des Verbands konnte er mit seinen Zeugen den Zug von Commines nach Lille benützen. Rußland. Kiew. Aus Anlaß einer' Anfrage der Kiewer Finanz-Kammer und aus Anlaß der Gesuche von 7 Kaufleuten I. Gilde, denen als Israeliten das weitere Recht hierzu verweigert wurde, decretirte der Finanzminister, daß Juden - Kaufleuten, die weder gerichtlich bestraft, in Contrebande nicht verwickelt waren und nicht unter Polizeiaufsicht stehen, trotzdem die Stadt Kiew nicht zum Aufenthalts-Territorium der Juden gehört, denselben dennoch gestattet ist, stabil in Kiew zu wohnen und wurde die Finanz-Kammer beordert, den 7 jüdischen Kaufleuten Patente I. Gilde zu ertheilen. Egypten. Alexandrien. Die von dem bekannten französischen Alterthumsforscher und Egyptologen Naville im eben abgelaufenen Jahre veraustalteten Ausgrabungen in der östlich von hier gelegenen Ruinenstadt Bu-Bactis (dem biblischen Pi-Boseth), haben der „Neuzeit" zufolge neuerdings interessante Inschriften, Statuen und sonstige Funde an's Tageslicht gefördert, von denen man nun erwarten darf, daß sie abermals einige dunkle Punkte in der Bibel und der egyptischen Geschichte erhellen werden. Ueber die so blosgelegten Inschriften, die noch nicht gänzlich entziffert sind, werde ich erst später berichten und heute blos einige der ausgegrabenen Königsstatuen besprechen. Unter denselben nehmen vor Allem die Statuen der beiden Hyksoskönige Janza und Apapi, welche zwei Fürsten zu den ältesten Regenten Egyptens gehören, unsere Aufmerksamkeit in Anspruch. König Apapi wird auch von den meisten , Egyptologen für jenen Pharaonen gehalten, der Josef's (egyptisch Sufi, auch Zufi) Gönner und Freund war. Da die Hykfos eigentlich ein aus Palästina in Egypten eingewanderter Nomadenstamm waren, so hat Apapi den Josef wahrscheinlich auch als seinen Landsmann betrachtet und daher das große Zutrauen, das er zu ihm faßte. Als Jakob und seine Söhne später bent Könige Apapi vorgestellt wurden, da konnten sie sich mit ihm auch ohne Dolmetsch verständigen, da sie doch Alle das Kanaaitische sprachen. Apapi gab dann Josef die egyptischen Namen Zufi-Nat*) Pa-Neah und gab ihm auch, um ihn noch mehr an sich zu fesseln, eine Anverwandte, eine egyptische Prinzessin, die Tochter eines früheren Pharaonen, zur Frau. Vers 45 im Cap. 41 Genesis sollte eigentlich so übersetzt werden: „Und er gab ihm die Oß-Nat, Tochter des Pharaonen (Phera) Puti, der auch Priester**) von Oa war, zur Frau." Ferner wurden dann Statuen von den Königen Mene-Stah (es ist dies der Pharaone, unter dem die Kinder Israel aus Egypten zogen), Ufar-Tesaten und Sche-Schony (dem Schischak im Buche der Könige) gefunden. Mene-Stah, der in Ramses residirte, gehörte gleichfalls der Priesterkasse an. A m e r i k a. Trinidad, Col., 8. Dezember. Wieder einmal wurde der beinahe unzählbaren Kette jüdischer Bethäuser ein Ring eingereiht in der Einweihung einer der schönsten Synagogen im Lande. Unter großen Opfern und mit harter Arbeit von einigen Mitgliedern ist solches bewerkstelligt worden, und da ich weiß, daß solches allüberall anerkannt und auch wohl Freude bereitet, will ich es auch der Welt nicht vorenthalten. Vor Alleni eine kurze Beschreibung der Stadt und unserer Gemeinde „Aaron". Trinidad liegt am Eingang der sogenannten „Rockey" 'oder Steingebirge mit einer Einwohnerzahl von circa 10,000, unter denen unsere Glaubensgenossen eine hochgeachtete Stellung einuehmen. Sechs Jahre zurück wurde bei der Beschneidungsfeier des einzigen Sohnes von Herrn Sal. H. Jaffa die Idee gefaßt, eine Gemeinde zu gründen, was auch bezweckt wurde, und dieselbe wurde, sowie auch der eingeführte Junge „Aaron" genannt. *) Nat war ein Titel bei beit alten Egyptern, der dem Namen nachgesetzt wurde und bedeutet er etwa Fürst, Fürstin. Auch die Perser setzten den Titel Prinz (Mirza) immer dem Namen nach. **)Die meisten egyptischen Könige fungirten zugleich als Oberpriester in irgend einem Tempel, um so den Göttern und den Priestern ihre Verehrung zu bezeugen.