Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 31 (1890)
- Issue
- Heft 3 (9.1.1890)
- Date
- 1890-01-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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jMnge )u.4.»:] ües „Israelit“ & „leschurun“. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. .~did ,n\iyn ,njpn twn 'dd by *[*np ^12^7 >-c E. Schon^chor mehr als 22 Jahren ist der erste,Theil dieser werthvollen Schrift auf nsr 'dd und 4 Jahre später der zweite Band auf 'de erschienen, dem nun^der^gelehrte, verdienstvolle Verfasser, Rabbiner Salo.mosti B.amberger in Sen «heim (Elsaß) jetzt den dritten Theil Nachfolgen läßt. Die Tendenz des Werkes ist darauf gerichtet, die lexieographisch geordneten Erklärungen des Sefer Ha-Aruch von Rabbenu Nathan den Radbenu Jechiel, soweit sie die vorliegenden Traktate betreffen, durch Vergleichung verschiedener Handschriften kritisch zu sichten und die oft korrupten Lesarten zu berichtigen. Wer die Bedeutsamkeit des Aruch für das Verständniß der talmudischen Literatur^kennt,'^wird die Bedeutung dieser Arbeit zu schätzen wissen. Was aber den Werth der vorliegenden Schrift noch bedeutend erhöht und sie hoch über das Niveau ähnlicher Bearbeitungen aus neuerer und neuester Zeit emporhebt, das ist die Belesenheit, Vertrautheit und Geläufigkeit, mit welcher der Verfasser das gelammte talmudische Gebiet beherrscht. Die reichen Schätze seiner vielseitigen Gelehrsamkeit hat^der Verfasser in zahlreichen Noten und Glossen niedergelegt und dabei einen so feinen, kritischen Takt bei Behandlung der schwierigsten, duukelen Stellen bekundet, daß mau kaum der Versuchung widerstehen könnte, einzelne Proben hier mitzutheilen, wenn deren Wiedergabe nicht außerhalb^des Rahmens eines literarischen Berichtes läge, der doch nicht ausschließlich für Fachgelehrte bestimmt ist. Wir ^müssen uns daher aus das Gesagte beschränken und machen nur noch auf eine äußere Eigenthümlichkeit des vorliegenden Buches aufmerksam, die recht vielfache Nachahmung verdient. Es ist bekannt, wie viele Geisteswerke unserer größten Meister deßhalb. nicht in die Oeffentlichkeit treten, weil diese in den meisten Fällen nicht in der Lage sind,, die, pecuniären Dpser zu bringen, welche die Drucklegung ihrer Schriften erfordert. Wie könnten die Besitzer irdischer Güter so reiche Schätze! des Geistes heben, wenn sie dieselben nach dieser | Seite hin verwendeten und sich so ein ewiges Andenken sicherten! Die vorliegende Schrift hat Herr Naftali Dreh fuß aus Sennheim zum Gedächtniß anseine verstorbenen Eltern drucken und ausstatten lassen, und hat es damit ermöglicht, daß das -py tid^> tdd kostenlos an alle abgegeben werden kann, die dasselbe zu besitzen wünschen. Damit hat dieser edle Mücen jüdischer Wissenschaft nicht nur seinen Heimgegangenen Eltern, sondern auch sich selber ein Denkmal gesetzt, von dem man nur wünschen kann, daß es recht vielfache Nachahmung finden möge. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Laupheim, den 1. Januar, Am sechsten Tage des Ehanukafestes wurde Herr Wo l f Stern y"j, im Alter von 81 Jahren, in früheren Jahren ein eifriger Berichterstatter des „Israelit", aus diesem Leben abberufen. Derselbe war in Mich elb a ch a. d. L. geboren und wurde von seinen frommen Eltern in seinem fünfzehnten Lebensjahre nach Fürth auf die Jeschibah geschickt, wo er unter der Leitung des Rabbi JosuaM 0 ses Falkenau b"'i‘ und des berühmten Rabbi Wolf Hamburg e r y-s* fleißig dem Talmudstndium oblag. Nach dreijährigem Aufenthalte in Fürth, wo er von seinen Lehrern das E haber-Diplom erhielt, bezog der Verewigte das k. Schullehrerseminar zu Eßlingen. Er wurde bald ein Lieblingsschüler des damaligen Rektors in der genannten Anstalt, des berühmten Pädagogen Denzel, und bestand nach vollendetem dreijährigen Cursus die Staatsprüfung auf das glänzendste. Er wurde als Lehrer in der israelitischen Gemeinde zu Braunsbach angestellt, wo er zwei Jahre lang segensreich wirkte. Dann folgte er einem ehrenvollen Rufe nach Hegenheim im Elsaß, wo er bis zum Jahre 1837 als erster Lehrer fnngirte. Von Sehnsucht nach der Heimath ergriffen, legte er seine Stelle nieder und kehrte nach Württemberg zurück. Da hier jedoch die besseren Stellen alle besetzt waren, so entschloß sich der Verewigte, aus dem Lchrerstande auszuscheiden und Kaufmann zu werden. Er hatte sich inzwischen mit der einzigen Tochter seines ehemali-