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Der Israelit · 1890-01-06 · Heft 2 (6.1.1890) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
31 (1890)
Issue
Heft 2 (6.1.1890)
Date
1890-01-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXI. Jahrgang. Beilage;u.M2 -es „Israeilt" & „Iefchurun". Zeitungsnachrichten nnS Correspondeuzerr. Deutschland. Halberftadt, 31. Dezember. Es herrscht hier allgemeine, ungetheilte Freude, daß unser allverchrter Herr Rabbiner Dr. Auerbach nach den Vorgängen*) in Frankfurt a. M. bei der Rabbinerwahl uns erhalten bleibt. Unser Herr Rabbiner ivirkt seit zwei Jahrzehnten in der hiesigen Gemeinde segensreich für alle Theile der Verwaltung, nicht nur durch seine feurigen, beredten Vortrüge oou der Kanzel, die Gemeinde begeisternd und belehrend, sondern auch gleichermaßen in der Schule und in der Ausbildung Non Jüngern für die Thora sich hohe Verdienste erwerbend. — Mit wehmüthigen Gefühlen sahen wir unfein thenren Rabbiner vorige Woche nach Frankfurt reisen, um, gegen seine ursprüngliche Absicht, dem Ersuchen des dortigen Vorstandes entsprechend und dem Drängen vieler maßgebender Freunde und Verwandten nachgebend, dort einen Vortrag zu halten. Dank der Vorsehung, die es fügte, daß unser Rabbiner hier erhalten blieb, wenngleich, wie wir hören, sein zündender Vortrag in Frankfurt mit großem Beifall ausgenommen wurde und Aufsehen unter der gesammten Zuhörerschaft erregte. Crefeld, 4. Januar. Der Fcftbericht über die 125jährige Jubelfeier der Nscnp Hierselbst in Nr. 1 des „Israelit" und „Jeschurun" bedarf einiger Berichtigungen, resp. Ergänzungen und bitte ich Sie, geehrter Herr Redakteur, um den Lesern ein vollständiges Bild der schönen und erhebenden Feier zu geben, jenen die Spalten der nächsten Nr. Ihres geschätzten Blattes zu öffnen: Nach dem Empfange der fremden Gäste im Vereinslokale am Mittag des 22. Dezember, woselbst auch die Mitglieder der man versammelt waren, hielt Herr B. Cohen, welcher auch sonst in Abwesenheit des Herrn Oberrabbiners, Dr. Horowitz, die Vorträge hält, einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über Vers 1 des Wochenabschnittcs ■jn^yna. Hierauf begann die Feier in der Synagoge, wo unter Leitung des Herrn Lehrers Buxbau m will rill vorgetragen wurde. Nach der Rede des *) Dieser Ausdruck des Herrn Correspondenten ist uns unverständlich. Red. Herrn Oberrabbiners im Festlokale und dem mit derselben verbundenen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, toastete Herr B. Cohen auf den Herrn Obcrrabbiner als Inhaber der min iro und auf die Lehrer der Gemeinde als diejenigen, welcke die Jugend zu frommen und gottesfürchtigeu Israeliten heranzubilden hätten. Im Verlauf der Trinksprüche sprach dann Herr Buxbaum seinen Dank für die dem Lehrerftande gebrachte Huldigung aus und leerte ein Glas auf das Wohl der Kinder. .iy mD' D'pJi"! 'bd tidx. Remageu a Rh, 31. Dezember. Am 6. Channkka-Abend veranstaltete der hiesige „Verein zur Hebung urid Förderung der sozialen Lage der Juden" eine würdige Feier. An den die Feier einleitenden Abendgottesdienst unter Mitwirkung des Kinderchors reihte sich ein Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Cohn aus Bonn: Moses Mendelsohn, eine Leuchte des Judenthums. Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. Den übrigen Theil des Festes leitete ein aus Mitgliedern des Vereins zusannncngesetztes Fest- Comite. Es folgte dem Vortrage ein Festessen, bei welchem geistreiche Toaste und heitere Tischlieder abwechselten. Erft in später Stunde trennten sich die von nah und fern herbeigeeilten Gäste, denen dieser genußreiche Abend noch lange in frischer Erinnerung bleiben wird. Frankreich. Paris. Monatsbericht. (November.) „All. Jsr. Univ." (Israeliten der Türkei.) Die folgende Mittheilung berichtet von einem Vorgang, der sich in Bagdad ereignet und zur Zeit noch nicht beendet ist. Sie wissen bereits, daß die Lokaibehörde beim ersten Erscheinen der Cholera das Begraben auf beu gewohnten Kirchhöfen für die ganze Dauer der Epidemie untersagt hatte. Alle Bewohner ohne Unterschied der Konfession mußten sich diesem Verbot unterordnen, und es waren ihnen außerhalb der Stadt besondere Ländereien zu Bcgräbnißstätten zugewiescn worden. Die Maßregel rief keinen Widerspruch hervor, so lauge sie im allgemeinen blieb, dennoch verletzte sie das religiöse Gefühl der Israeliten, da das ihnen zugewiesene Terrain sehr niedrig gelegen und daher der Möglichkeit ausge-

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