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Der Israelit · 1889-12-30 · Heft 102 (30.12.1889) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 102 (30.12.1889)
Date
1889-12-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXX* Jahrgang. M 102. Israelit «* Ieschunm. Schrift M FSrdklW ffiö. ©elftes md iiiö. Hebens in Mm. Gemeinde nnö Mnle. Kentrat-Hrgan für das orthodoxe ZudenLßum. V Herausgegeben von Dr. Lehma«« in Mainz. Montag, de« SO. Dezember 5650 (1889). Da mit dem 1. Januar 1890 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Leitender Artikel. Synagogate Meformen. Von Isaac Hirsch. (Schluß.) Eine fernere Bestimmung der neuen Beuthener Synagogen-Ordnung von anscheinend noch harmloser Bedeutung geht dahin, daß allen Kindern, welche noch nicht die Schule besuchen, der Zutritt zu der Synagoge nicht gestattet ist. Von einzelnen Ausnahmen abgesehen sind damit wohl alle Kinder unter 6 bis 7 Jahren begriffen. Der Grund für diese Anordnung ist keineswegs so leicht aufzufinden, wie man wohl glauben möchte. Indem nämlich in einem weitern Satze die gewiß verständige, weil - selbstverständliche Vorsicht gegeben ist, daß Eltern und Lehrern die Pflicht obliegen soll, „auf ruhiges und ordnungsmäßiges Verhalten der Kinder zu achten", ist es nicht abzusehen, warum diese Verpflichtung sich nicht auf die jüngeren Kinder ebenfalls erstrecken könnte, um deren „ruhiges und ordnungsmäßiges Verhalten" zu garantiren. Es möchte im Interesse der Ruhe und Ordnung vollkommen genügen, wenn diejenigen Kinder, für welche deren Eltern oder Begleiter eine solche Gewähr nicht zu bieten vermögen, weil die Kleinen noch so unverständig und unlenksam sind, von der Synagoge ausgeschlossen bleiben. Aber ein solcher gegen die Kleinen im Allgemeinen ausnahmslos sich wendender Ukas, kaun nur einer großen Gedankenlosigkeit, die den Zweck des Gottesdienstes außer Acht läßt, entstammen. Warum haben die weisen Neugestalter des Gottesdienstes zu Beuthen nicht die Thora aufgeschlagen, um sich von ihr Rath zu holen? Sie hätten dort, Deuteronom. 31, 12, 13. gefunden, wie unser großer Meister Mosche über diesen Punkt dachte. Dem imposanten alle sieben Jahre stattfindenden außerordentlichen Gottesdienste im Zionstempel, bei welchem der König vor versammelter Nation das Wort Gottes zu verlesen hatte, sollten auch die unmündigen Kleinen anwohnen. wjNn Dyn nx Snpn nx dnt!? vrobi iyoB” iyT xh nmex □rwai o’twni 'n „Du hast dazu das Volk, die Männer und die Frauen und die Kinder zu versammeln, damit sie hören und damit sie lernen und Gott euren Gott fürchten, und gewissenhaft erfüllen alle Worte dieser Lehre; und auch ihre Kinder, die noch kein Verständniß haben, sollen hören und lernen Gott zu ehrfürchten." So ordnete Moscheh Rabbenu an. „Die Kiuder", heißt es in Htrsch's Kommentar zur Stelle, „die noch kein Verständniß haben, durch das, was sie dort aus dem Gesetze hören, zum Studium nnd zur Erfüllung des Gesetzes zu gelangen, werden doch durch das gemeinsame Anhören des Gesetzes mit den Eltern in der großen allgemeinen Versammlung, schon durch den Eindruck, den die einsichtsvoll aufhorchende Menge auf das Ktndesgemüth macht, zur Gottesfurcht gebracht". Und wenn unsere Synagoge auch nur ein vyv ffnpD ist, und wenn auch unser Geschlecht nur ein 'jy in ist, so sollten wir gleichwohl von dieser Lehre unsres großen Meisters, die er für jene erhabene gottesdienstliche Versammlung im Tempel gegeben, auch für unsere gottesdienstlichen Versammlungen die entsprechenden Anordnungen lernen. Unsere Vorfahren haben diese Lehre wohl begriffen, ihnen war der Gottesdienst

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