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Der Israelit · 1889-12-24 · Heft 100-101 (24.12.1889) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 100-101 (24.12.1889)
Date
1889-12-24
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1754 lationen ein, unter anderem von dem Vorstand des württemb. evangel. Volksschullehrervereins in Stuttgart, dem sehr verdienten Vorstand des Unterstützungsvereins für israel. Lehrers-Wittwen und Waisen, verbunden mit einem herrlichen Gebetbuch, vielen weiteren Kollegen und Freunden aus der Nähe und Ferne. Reichlich bedacht wurde auch der Jubilar durch Geschenke seitens der israel. Gemeinde Weikersheim, des isr. Frauenvereins, der Schuljugend, und früherer Schüler, 2c. Den Glanzpunkt erreichte die Feier am Abend, wo sich eine diftingnirte Gesellschaft im Gasthof zur Krone zu Ehren des Jubilars vereinigte. Hier begrüßte der Rabbiner, Herr Dr. Heilbronn — Weikersheim, in seinem und feiner Gemeinde Namen den Jubilar, die Verdienste desselben würdigend. Von dem genannten Herrn wurde ein Schreiben der isr. Oberkirchenbehörde Stuttgart verlesen, welches dem gewissenhaften Lehrer Glückwünsche und Anerkennung seiner Leistungen zollte. Der evangel. Lehrer, Dekan und Bezirksschulinspektor, feierte sodann Herrn Frank, als friedfertigen, milden Lehrer, welche Eigenschaften der Herr Stadtschultheiß auch in seiner Rede von dem „Bürger" Frank lobend hervorhob. Herr Organist Brazel, Weikersheim, rühmte die Kollegialität und den Patriotismus des Jubilars; ein anderer evang. Orts-Kollege des Gefeierten, Herr Kantor Mayer trug mit dem von ihm dirigirten Gesangverein. „Harmonie" wesentlich zur fröhlichen Unterhaltung bet. Herr vr. meä. Sontheimer, Mitglied der jüd. Gemeinde Weikersheim, erfreute durch den Vortrag eines humoristischen Gedichtes alle Anwesenden. Von den weiteren Reden, in gebundener und ungebundener Form wollen wir noch des herrlichen Gedichtes erwähnen, das Herr Kantor Abelein, Creglingen, dem Jubilar widmete. Nachdem der Verfasser die anerkannte Tüchtigkeit und persönliche Liebenswürdigkeit Herrn Franks geschildert, gibt er seiner Freude über das harmonische Leben zwischen den verschiedenen Konfessionen in Weikersheim und Umgegend Ausdruck, wünscht überall im Interesse der Gesellschaft ein solches friedliches Verhältniß und fordert alle auf, dem Antisemitismus gehörig zu Leibe zu rücken. Doch wir lassen am besten hier die diesbezüglichen Worte des Redners folgen: „Er (Jubilar) wandelt hier im Licht, Hepp Hepp-Schreier gibt eZ nicht. Kein Rassenhaß die Zähne blockt, Kein Antisemitismus schreckt. So sollt' es allerwärts fein. Dann könnte wohl gedeih'n, Das Juden- und das Christenthum Und beiden brächte es nur Ruhm, Drum setzt die Kräfte ein, Ihr Menschen groß und klein, Dem Klassen- und dem Rassenhaß Gebt ungesäumt den AbschiedSpaß." Den Schluß der von Auswärtigen gehaltenen Ansprachen bildete die des israel. Herrn Lehrers Preßburger aus Creglingen. Derselbe gab in der sehr schönen Ansprache seiner Freude über die dem Kollegen erzeigte Ehre, ganz besonders über den toleranten Hauch, der die ganze Versammlung durchwehte, Ausdruck. Erft in später Nachtstunde trennten sich die Theilnehmer, mit dem Bewußtsein, ein schönes Fest mitgefeiert zu haben, einstimmend in des Dichters Wort: „So sollt' es allerwärts sein." O. Heilbronn a. N., 10. Dezember. Bei der gestrigen Gemeinderathswahl wurde erstmals seit Bestehen der hiesigen israelitischen Gemeinde auch ein Mitglied derselben, Herr Rechtsanwalt Rosengart, glänzend gewählt. Obwohl derselbe erst einige Jahre hier und noch ein sehr junger Mann ist, gelang es ihm doch in kurzer Zeit, sich durch die Beliebtheit bei seinen Mitbürgern auf diesen Ehrenposten berufen zu sehen. Es beweist dies aufs Neue, daß der Antisemitismus am hiesigen Platze keinen Boden hat, da auch der dermalige Stadtverordneten-Vorstand Israelit ist. W. Thaleischweiler, 18. Dezember. Gestern Abend, als am 1. Chanukafefte, vereinigte ein solennes Festmahl die Mitglieder des dahier bestehenden israel. Wohlthätigkeitsvereins (Chewre Kedische) in der Behausung des Synagogenvorstandes Herrn Samuel Kahn II. zur Feier des 50jährigen Bestehens dieses Vereins, welche Feier denn auch in schönster Weise verlief. Die Stimmung der Gemüther war eine solch' animirte, daß sie die Mehrzahl der Festgäste bis gegen Tagesanbruch gefesselt hielt. Namentlich trugen zu dieser gehobenen Festftimmung einige Vereinsmitglieder bei, die durch sehr beifällig aufgenommene Vorträge neues Leben und Begeisterung für den Verein zu wecken wußten; es sind dies die Herren Jos. Reinheimer, Julius Kahn und der Shnagogenvorftand. — War diese Feier einerseits eine zeitgemäße, so gereichte sie andererseits dem Verein auch zum Segen, indem derselbe nunmehr neu belebt und durch den Zugang neuer Mitglieder verstärkt in das 2. halbe Jahrhundert seines Bestehens einschreitet. Hoffen wir auch, daß wie dermalen noch einige derjenigen Mitglieder vorhanden sind, die vor 50 Jahren den

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