Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 30 (1889)
- Issue
- Heft 98 (16.12.1889)
- Date
- 1889-12-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXX. Jahrgang. M 98. Israelit««-. Zeschurun. Mschlist W FSidmulg B. Gellkrs «sr> jSS. Kebess in Haas, GrweMeMKlhalr. Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. ' Herausgegeben von I)r. Lehma«« in Mainz. Montag, den IS. Dezember 5850 (1889). Leitender Artikel. Die göttliche Weryeißung. (Zu Chanukah.) Von Dr. H. Sänger. Am Ende des dritten Buches der riim heißt es: ü’pdnd n'p ch’tin pN3 onrna n«T dj pp .DiTpN '“I ’JN ’D DÜN »IVO Dnteb DTlbyj „Und auch dann noch, wenn sie im Lande ihrer Feinde sind, habe Ich sie nicht verworfen und nicht ausgestoßen, um sie zu vernichten, um Meinen Bund mit ihnen zu brechen, denn Ich bin der Ewige, ihr Gott." Der Midrasch bemerkt zu diesen Worten: .jnan d»-6 Tnoynp d^bo »do dtidnö n? „Ich habe sie nicht verworfen, zur Zeit der Chaldäer, denn Ich ließ ihnen erstehen den Daniel und seine Genossen." Tnoyn» pn >v'a D»ntyj ^nDNigBp ony „Ich habe sie nicht ausgestoßen, zur ZWMamans, denn Ich ließ ihnen erstehen den MordeNWind die Ester." d»jv »d»3 ]ro pnv p wnnoi pnan pyct? nnb vmi „sie zu vernichten, zur Zeit der Griechen, denn Ich ließ ihnen erstehen Simon den Gerechten und Matisjahu, Sohn des Hohepriesters Jochanan, den Hosmonäer und seine Söhne." 'vo DriM ’ira nsrD nnn »oani »an no dt6 »moyn» D«on „Meinen Bund mit ihnen zu brechen, zur Zeit der Römer, denn Ich ließ ihnen erstehen, Rabbi und die Weisen jener Zeit." n^a» pafa noiN >3 |W b''yh on’p^N *i »jn '3 .pa „Denn Ich bin der Ewige, ihr Gott, in Zukunft, so daß keine Nation, keine Sprache über sie wird herrschen können." Jene wunderbare Verheißung, die bis heute sich bewährt und erfüllt hat, ist, bet allem Leid, das uns im Laufe der Jahrtausende betroffen hat, unser Trost und unsere Hoffnung geblieben; sie hat uns mit jener merkwürdigen Geduld und Ausdauer, aber auch mit dem nicht zu beugenden, nicht zu erschütternden Muthe erfüllt, die uns Alles ertragen, Alles überstehen und überdauern ließen,' was nur Menschenhaß und Menschenfeindschaft Schreckliches über uns ausschüttete. Alle Anfeindungen der Völker — und es waren das immer die mächtigsten Völker der Erde — prallten daran ab. Das find geschichtliche Thatsachen, historische Beweise, Geschehnisse mehrerer Jahrtausende, der ganzen Welt bekannt. Gegen solche Beweise läßt sich nicht streiten, die sind unwiderleglich. Auf der einen Seite steht jene Verheißung unseres Gottes; auf der anderen die damit in vollem Einklänge stehenden Thatsachen. Das sind also nicht blos historische Beweise, das sind göttliche Zeugen, mit dem Finger Gottes b ezeichnete Ereignisse. „Ich habe sie nicht verworfen, zur Zeit der Chaldäer, denn Ich ließ ihnen erstehen Daniel und seine Genossen." Zur Strafe wegen des Abfalls von Gottes Gesetz und als Warnung für künftige Zeiten und Geschlechter, damit aber auch unser Volk erkenne, daß Gott wohl ein „langmüthiger, huldreicher" ist, doch nicht umsonst droht, wurde es in die babylonische Gefangenschaft geführt. Dort verlangte man von den Juden, daß auch sie die babylonischen Götter anerkennen und verehren sollten. Man drohte, einen Jeden, der dem BMÄGbes Königs nicht gehorche, in den glühenden Mtrofen zu werfen. Aber Daniel's Genossen ließen sich dadurch