Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1889-12-12 · Heft 97 (12.12.1889) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
30 (1889)
Issue
Heft 97 (12.12.1889)
Date
1889-12-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2447947-2448019--29157-2476875
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

XXX. Jahrgang. b' KrUilgezu^97i>es„IsraM"L„Ieschurun^ Zeituttgsttachvichte« und Correspondenzen. Deutschland. Offeubach, 6. Dezember. Dr. I. Goldschmidt, bisher großh. Oldenburgischer Landesrabbiner in Hoppftädten, ist zum Rabbiner der hiesigen israelischen Gemeinde gewählt worden. Ulm, im November. Eine tieftraurige Veranlassung ist es heute, die mich bitten läßt, die Spalten Ihrer geschätzten Zeitung zu benutzen, um einen großen Verlust, den die Ulmer isr. Gemeinde leider erlitten, zu registriren, mehr noch, das Bewußtsein dieses Verlustes wach zu erhalten. Wir meinen Herrn Ignaz Bach, Mitinhaber der weitbekannten, hochgeachteten Firma I. Bach und Sohn. In früheren Jahren machte er sich als Kirchenvorsteher um das Wohl der Gemeinde hochverdient. Als Mitgliedmehrerer wohllhätigen Vereine hat der Verstorbene oft Gelegenheit gefunden, sich im Lichte der schönsten Menschenfreundlichkeit zu zeigen, und ist es demselben gelungen, durch sein segensreiches und frommes Wirken, sich die allseitige Liebe, Verehrung und Hochachtung in seltener Weise zu erringen, was die äußerst zahlreiche Betheiligung von nah und fern, trotz Erev Schabbos bet seiner heute stattgehabten Beerdigung bekundete. Herr Dr. Fried von hier hielt die Grabrede, in welcher er auf die Dhätigkeit und die Verdienste des Dahingeschiedenen hinwies. Der Schwager des Verstorbenen, Herr Rabbiner He rz aus Göppingen, eilte hierher, dem Verewigten einen warmen, ergreifenden Nachruf zu widmen. Ehre seinem Andenken. N. 8. Freudenthal, 11. Dezember. Nächsten Montag feiert die hiesige israel. Gemeinde ein seltenes Fest. Es ist das 50jährige Jubiläum des Rechners und Stiftungspflegers der jüdischen Gemeinde. Der Jubilar, der seit 40 Jahren auch dem Gemeinderath angehört, erhielt dieser Tage durch die Gnade unseres erlauchten Königs die goldene Ctvilverdienftmedaille, nachdem er vor 10 Jahren bereits die silberne empfangen hat. Der Jubilar Israel Herrmann, ist 81 Jahre alt und erfreut sich noch seltener Rüstigkeit. Lehrer Rosenberger in Freudenthal. Leipzig. Der Müller Eck, ein mehrfach mit Zuchthaus vestrafter Schwindler, wurde von der zweiten Strafkammer wegen vollendeten Betrugs zu einer Gefängnißftrafe von 8 Monaten verurtheilt. Eck ist derselbe, der im Jahre 1885 im Kreise der Berliner Antisemiten Aufsehen erregte, weil er stets und oft in öffentlichen Versammlungen behauptete, er sei durch Judenwucher zu Grunde gerichtet worden. In antisemitischen Kreisen glaubte man diese Phrase! Man fand mehrere Bettelbriefe bei Eck vor, welche erkennen lassen, daß er das Mitleid begüterter Antisemiten beanspruchte, indem er sich als ein Opfer jüdischer Ausbeutung darstellte. Karl Wiesenthal. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Dr. Georg Jellinek, der frühere außerordentliche Professor des Staatsrechtes an der Wiener Universität, wurde als ordentlicher Professor des Staats- und Völkerrechts an die Universität Basel berufen. Der genannte Gelehrte hat den Lehrstuhl an der Wiener Universität in Folge der bedauerlichen Zeitströmung verlassen. Italien. Rom, 6. Dezember. Se. Majestät, der König, geruhten gestern in Privataudienz den Rabbiner Ritter Joseph Arovas zu empfangen. Als Dolmetscher begleitete denselben der Professor Angela Fornari. Der König unterhielt sich auf das freundlichste mit ihnen, indem er seinen Dank aussprach für den von den Rabbinen zu Jerusalem dem Kronprinzen von Italien bereiteten freundlichen Empfang. Herr Rabbiner Arovas erbat sich die Erlaubniß, zu Ehren des Königs ein hebräisches Gebet zu sprechen. Nachdem ihm diese Erlaubniß huldvollst ertheilt worden war, erflehte er den Segen des Himmels für den König und daS königliche Haus. — Herr Rabbiner Arovas war auch in Portugal, wo ihm der verstorbene König Don LuiS eine ebenso freundliche Audienz, wie unser König, gewährt hatte.. (Nach dcr „Frkf. Ztg." soll König Humdert sich bei dieser Gelegenheit sehr günstig über die Juden ausgesprochen haben; es nimmt uns Wunder, daß unser Correspondent nichts davon erwähnt. Red.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.